Einfach kein Bedarf

Keine neuen Verkehrsanordnung für Hechtseestraße

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In Sichtweite der Ampel an der Berger-Kreuz-Straße wird es auf der Hechtseestraße keinen Zebrastreifen geben.

Keinen Zebrastreifen, keine verstärkten Geschwindigkeitskontrollen, keine reinen Pkw-Parkzonen – alle entsprechenden Anträge aus der Ramersdorfer Bürgerversammlung von 2017 für die Hechtseestraße wurden vom Kreisverwaltungsreferat jetzt abgelehnt.

Die Polizei hat an der Hecht- seestraße in den vergangenen Jahren immer wieder Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Bei jeder dieser Messungen lagen die Übertretungen „in einem mehr als unterdurchschnittlichen Bereich, teilweise war gar kein Verstoß feststellbar“. Die Unfallstatistik unterstützt dies. Der Polizei wurden allenfalls Kleinunfälle wie Parkrempler oder Auffahrer gemeldet. Das widerspricht komplett der Darstellung des Bürgerversammlungsantrags, in dem von „diversen Unfällen“ und „übermäßiger Beschleunigung“ die Rede ist. Jedenfalls sieht die Polizei keinen Anlass für eine Intensivierung der Tempokontrollen, man mache in der Hechtseestraße weiter wie bisher. Auch beim Parken wird es keine Anordnung über die bereits bestehenden gesetzlichen Verbote hinaus geben. Eine Kon- trolle des Kreisverwaltungsreferats hatte nichts Gravierendes festgestellt. Anhänger dürften gemäß Straßenverkehrsordnung grundsätzlich 14 Tage auf öffentlichem Verkehrsgrund abgestellt werden. Nur Lkw über 7,5 Tonnen und Anhänger über zwei Tonnen sind nachts und an Sonn- und Feiertagen in Wohngebieten wie der Hechtseestraße verboten. Eine reine Parkzone ausschließlich für Pkw ist nur möglich, wenn von den parkenden Anhängern oder Lkw eine Gefährdung für den Straßenverkehr, zum Beispiel durch extreme Sichtbehinderung, ausgeht. Auf der Hechtseestraße nicht der Fall. Der Antrag der Bürgerversammlung auf ein generelles Parkverbot für Last- und Zirkuswagen sowie Anhänger und Wohnmobile auf der Hechtseestraße wird daher abgelehnt. Im Übrigen würde eine solche Anordnung nach Ansicht des KVR die Anhänger nur in die umliegenden Wohnstraßen verdrängen.

Auch mit der Forderung nach einem Zebrastreifen über die Hechtseestraße auf Höhe Jäcklinstraße/Willinger Weg sind die Ramersdorfer bei der Stadtverwaltung abgeblitzt. Ein wesentliches Kriterium – eine hohe Fußgängerfrequenz an dieser Stelle – wird nicht erfüllt, wie Beobachtungen des KVR ergaben. Bei einer nachmittäglichen Verkehrszählung wollten dort innerhalb einer Stunde gerade mal zwei Fußgänger rüber. Laut Richtlinien müssen es im Schnitt 50 bis 100 Fußgänger die Stunde sein. Zudem ist die Ampel an der Berger-Kreuz-Straße nur 120 Meter entfernt.

Carmen Ick-Dietl

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