Rückkehr in die Grünen-Fraktion

HALLO-Interview mit „Mauer-Filmer“ Guido Bucholtz

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Guido Bucholtz wurde mit seinem Video der Mauer berühmt.

Im Oktober vergangenen Jahres ist Guido Bucholtz aus der Fraktion der Grünen ausgetreten. Nun ist er wieder Fraktionsmitglied. Bucholtz ist jener Neuperlacher Lokalpolitiker, der im Winter mit seinem Drohnen-Video und dem Vergleich mit der Berliner Mauer eine weltweite Debatte um die vier Meter hohe Lärmschutzwand bei der Flüchtlingsunterkunft an der Nailastraße in Neuperlach ausgelöst hatte. HALLO sprach mit ihm über die Gründe für seine Rückkehr.

HALLO: Gibt es einen Anlass für diesen Rücktritt vom Rücktritt? 

Guido Bucholtz: Im Oktober 2016 habe ich aus freien Stücken und – im Nachhinein betrachtet – etwas überstürzt und voreilig meinen Rücktritt aus der Grünen Fraktion im BA16 erklärt. Ich war jetzt über ein halbes Jahr quasi als Single ohne Fraktion und ohne Parteibuch Mitglied des BA16. Die Arbeit als Fraktionsloser war mit sehr vielen Nachteilen verbunden. 

Können Sie das erläutern? 

So hatte ich zwar meist bei Anträgen nach wie vor die Unterstützung durch die Grünen-Fraktion (und auch anderer Fraktionen), aber zum Beispiel keinerlei Stimmrecht mehr in den jeweiligen Unterausschüssen. Und das war auf Dauer für mich nicht akzeptabel.

Gab es noch andere Gründe? 

In Gesprächen mit Stadtteilbewohnern hatte ich öfters den Eindruck, dass man als Fraktions- loser nicht so richtig ernst genommen wird, weil unterstellt wird, dass man als Single nichts oder nur wenig erreichen und durchsetzen kann.

Dabei sind Sie doch ein alter Hase ... 

Ich gehöre dem BA16 seit 1994 an! Zudem habe ich auch als BA-Single die Aufgabe als Beauftragter für Unterkunftsanlagen und Wohnen sowie meine Mitgliedschaft im Mieterbeirat beibehalten.

Haben die Grünen Sie so einfach wieder zurückgenommen? 

Vor der jüngsten BA-Sitzung habe ich die Fraktionsmitglieder der Grünen gefragt, ob sie mit einem Wiedereintritt einverstanden wären. Mir wurde dann mitgeteilt, dass alle Mitglieder dies befürwortet hätten. Ich bin somit wieder Mitglied der Fraktion, derzeit aber noch ohne Parteibuch. Auch so stehe ich jedoch den Idealen und Zielen der Grünen sehr nahe. Ob ich wieder in die Partei eintreten werde oder soll, kann ich derzeit noch nicht sagen.

Mittlerweile haben Sie aber Routine im Zurücktreten. 

Im Mai 2014 hatte ich der Grünen Partei in München meinen Austritt erklärt. Beweggrund waren hauptsächlich die Geschehnisse rund um die Kommunalwahl. Das ist mittlerweile Geschichte. Im November vergangenen Jahres habe ich – nachdem der Film über die Neuperlacher Mauer weit über München hinaus für Schlagzeilen sorgte – meinen Rücktritt aus dem BA-Vorstand erklärt. Naja, als Routine würde ich das nicht bezeichnen. Die Situation im November nach dem Drohnenfilm war extrem und der damit verbundene, notwendige Rücktritt aus dem BA-Vorstand hängt mir heute noch nach! Die Zusammenarbeit mit Herrn Kauer war bis zum Drohnenfilm nämlich sehr, sehr gut. Dieser Rücktritt war aber unumgänglich, der Austritt zuvor aus der Fraktion war wie erwähnt überstürzt.

Interview: ick

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