Früherer Stadtrat Georg Prinz nach schwerer Krankheit verstorben

Politik für die Menschen

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In seiner Funktion als Vorsitzender des Fördervereins besuchte Georg Prinz vor einigen Jahren noch mit der Rathaus-SPD das Horst-Salzmann-Zentrum der AWO. Bild (von links): Georg Prinz, Claudia Tausend, Georg Grüneisen, Erna Kanis, Angelika Gebhardt und Heimleiter Helmut Hof.

Überall da, wo man Menschen helfen konnte, da hat sich Georg Prinz stets stark engagiert. Vier Tage nach Silvester ist der 81-jährige Neuperlacher nach schwerer Krankheit verstorben.

„Ich konnte nie bloß Funktionen wahrnehmen, ohne auch Engagement zu zeigen“, hat Georg Prinz mal in einem Interview mit HALLO erklärt. Sein Motto lautete vielmehr: „Nicht immer nur sagen, da muss man was machen, sondern es auch übernehmen!“ Dabei stieg Prinz stets tief in die jeweilige Problematik ein, entwickelte Ideen und Vorstellungen, die er anschließend beharrlich verfolgte. „Er war ein Mann der Tat“, sagt Bezirksrätin Hiltrud Broschei, eine gute Freundin der Familie, „er hat keine Ruhe gegeben, bis er nicht zum Ziel gekommen ist.“ Dafür habe er seine Kontakte genutzt, keinen Zweikampf gefürchtet und auch mal richtig grantig werden können, wenn sich jemand in den Weg stellte.

1935 im Oberallgäu geboren, kam der gelernte Industriekaufmann und spätere Betriebswirt Georg Prinz 1961 als Jugendsekretär der Gewerkschaft ÖTV nach München. Es dauerte nicht lange und Prinz war Vorsitzender der SPD in Obergiesing, 1972 wurde er in den Münchner Stadtrat gewählt. Das große Anliegen seiner sechsjährigen Amtszeit: Politik für den Bürger zu machen! Ideologisches Beharren um der Parteilinie Willen gab es bei Georg Prinz nie. Nach seinem Ausscheiden 1978 erhielt er die Medaille „München leuchtet“ in Silber.

Als er 1984 nach einer schweren Nierenkrebserkrankung selbst zum Schwerbehinderten wurde, engagierte sich der inzwischen stellvertretende Münchner ÖTV-Geschäftsführer bei VdK und Arbeiterwohlfahrt. Zudem verankerte er die Problematik der Schwerbehinderten bei den Gewerkschaften. Seine Maxime: „Hinter jedem Papier steckt ein Schicksal!“ Für diesen Einsatz ums Schwerbehindertenrecht erhielt er das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.

Bereits als 39-Jähriger war Prinz mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande für seine Vermittlerrolle zwischen Gewerkschaft und Bundeswehr ausgezeichnet worden. Um die Zusammenhänge besser verstehen zu können, wurde er sogar Oberstleutnant der Reserve bei der Luftwaffe. Zudem war Prinz Ehrenvorsitzender der oberbayerischen Reservisten, ausgezeichnet mit dem silbernen Ehrenkreuz der Bundeswehr.

Prinz wurde nie müde, sich zu engagieren. Ab 1980 war der Neuperlacher ehrenamtlicher Richter beim Landesarbeitsgericht und in verschiedenen Gremien der Industrie- und Handelskammer und bei der Münchner AWO tätig. Als Vorsitzender der Kleingartenanlage Riem legte er sich auch schon mal mit der Messegesellschaft an. Prinz gründete zwei Fördervereine – für das Krankenhaus Bogenhausen und das Senioren- und Pflegeheim Horst-Salzmann-Zentrum in Neuperlach. Zuletzt schwächten massive gesundheitliche Probleme die Tatkraft des 81-Jährigen.

Am Freitag, 13. Januar, findet auf dem Neuen Südfriedhof an der Hochäckerstraße die Trauerfeier für den beliebten Neuperlacher statt. ick

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