Saubere Herzen, Seelen und Körper

So feiern orthodoxe Christen Weihnachten

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Die serbisch-orthodoxe Kirche in Perlach feiert Weihnachten erst am 7. Januar.

An Weihnachten feiern die Christen die Geburt Jesu. Auch orthodoxe Christen begehen dieses Fest glanzvoll. Allerdings nicht am 24. Dezember, sondern erst am 7. Januar. Auch in Perlach.

Der Grund ist einfach und hat nichts mit dem Glauben zu tun, sondern mit dem Kalender. Denn die orthodoxe Kirche richtet sich nach einem älteren Kalender als unserem: dem julianischen Kalender. Dieser wurde von Julius Caesar eingeführt. Zwischen ihm und dem bei uns üblicherweise geltenden gregorianischem Kalender besteht eine Differenz von 13 Tagen, um die der julianische dem gregorianischen nachläuft. Deshalb liegt das Weihnachtsfest vieler orthodoxer Kirchen auf dem 7. Januar.

Unterschiede gibt es beim Weihnachtsfest aber nicht nur beim Datum. So legt die orthodoxe Kirche großen Wert auf eine 40 Tage lange Fastenzeit vor dem Weihnachtsfest. Die Gläubigen sollen damit ihre Körper reinigen, um die Menschwerdung Christi angemessen feiern zu können. Der Verzehr von tierischen Produkten ist dabei untersagt und montags, mittwochs und freitags darf erst nach der Abendmesse gegessen werden. Am Heiligen Abend wird gar nichts gegessen, bis der erste Stern am Himmel erstrahlt. Danach zünden die orthodoxen Gläubigen eine Kerze an, stellen sie ins Fenster und bereiten sich mit Liedern und Gebeten auf den abendlichen Weihnachtsgottesdienst vor.

Auch Reinheit spielt beim Weihnachtsfest der orthodoxen Kirche eine große Rolle: „Das Weihnachtsfest wird eingerichtet, um vor dem Tag der Geburt Christi durch Reue, Gebet und Fasten gereinigt zu werden, so dass reine Herzen, Seelen und Körper ehrfurchtgebietend sein können, den Sohn Gottes zu empfangen, der der Welt erschien“, erklärt Erzpriester Marinko Rajak von der serbisch-orthodoxen Gemeinde in Perlach.

Das Weihnachtsfest selbst begehen auch orthodoxe Christen mit einem Festgottesdienst. Die orthodoxe Messe läuft insgesamt ähnlich ab wie bei Katholiken. Die Besucher singen und beten, und am Ende der Messe werden die Gläubigen von drei Priestern mit Weihrauch bestreut. Außerdem wird die für serbische Christen wichtige Weihnachtsbotschaft des serbischen Patriarchen verlesen. In manchen Gemeinden wird zudem vor der Kirche ein Feuer aus gesegneten Palmblättern und Weihrauch entzündet. Der Januar-Termin für Weihnachten gilt aber nicht für alle orthodoxe Gemeinden. Einige, darunter etwa die griechische, haben den neuen, gregorianischen Kalender, der in Europa seit 1582 benutzt wird, übernommen. Sie feiern Weihnachten deshalb zeitgleich mit den katholischen und protestantischen Gläubigen.

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Fakten zur Gemeinde

Die Gründung der serbisch-orthodoxen Kirchengemeinde in München reicht zurück in die Nachkriegszeit. 1946 waren es vor allem frühere serbische Kriegsgefangene, die sich zu der Gemeinde zusammenschlossen. Anfangs wurden die Gottesdienste und andere Aktivitäten in provisorischen Räumen abgehalten. Erst 1994 begann der Bau der Kirche und des Kirchenzentrums an der Putzbrunner Straße 19. Heute betreut die Gemeinde rund 25.000 orthodoxe Serben. Erzpriester der Perlacher Gemeinde ist Marinko Rajak.

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