Die Dorfkerne bleiben geschützt

Eine gute Nachricht für Perlach und Ramersdorf

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Maria Ramersdorf als Mittelpunkt des Ramersdorfer Dorfkernensembles. Am 15. August 2018 wird die generalsanierte Wallfahrtskirche feierlich wiedereröffnet.

Der sorgsame Umgang mit den Dorfkernen von Perlach und Ramersdorf hat sich gelohnt: Die Ensembles bleiben weiterhin unter Denkmalschutz. Gerade Ramersdorf hatte zuletzt arg gewackelt.

18 alte Dorfkerne existieren noch in München. Dazu gehören auch Perlach und Ramersdorf. Doch ihr denkmalschützerischer Status stand seit 2012 auf der Kippe. Perlach wurde damals verkleinert, Ramersdorf drohte gar der Komplettverlust des Ensembleschutzes. Es dürfe sich nichts weiter verschlechtern, so die Warnung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege bei der letzten Prüfung.

Nun kam Entwarnung. Die Dorfkerne bleiben gesichert und werden auch nicht erneut verkleinert. „Die Sensibilität für den Erhalt der Münchner Dorfkernensembles ist sowohl im öffentlichen Bewusstsein als auch in der örtlichen Politik deutlich gestiegen“, erklärt Thomas Goppel, Vorsitzender des Bayerischen Landesdenkmalrats. Die Stadt habe sich sehr bemüht, historische Elemente in den Ensembles zu erhalten. „Dadurch konnten weitere Beeinträchtigungen und Verluste an historischer Bausubstanz vermieden werden.“ Bei der Stadt ist man entsprechend erleichtert. Man werde sich auch nach dieser guten Botschaft weiterhin sensibel um alle noch vorhandenen Dorfkerne kümmern und aufpassen, dass dort keine wesentliche Bausubstanz verloren gehe, erklärt Ingo Trömer, Pressesprecher des Planungsreferats.

Aktueller Antrag 

Auch im 16. Stadtbezirk gibt man auf seine Dorfkerne besonders acht. Ganz aktuell liegt dem Bezirksausschuss der Antrag auf sechs neue Reihenhäuser auf dem Grundstück Sebastian-Bauer-Straße 10a vor. Sowohl das in Variante eins vorgestellte Flachdach der Reihenhauskette wie auch das in der zweiten Variante vorgeschlagene Tonnendach füge sich nicht ein in die umgebende Bebauung, die ausschließlich Satteldächer aufweise, urteilte der BA-Planungsausschuss. „Eine Genehmigung anderer Dachformen würde eine komplette Zerstörung der Optik des denkmalgeschützten Ensembles ,Dorfkern Perlach‘ bewirken.“ Daher lehnen die Stadtteilpolitiker beide Varianten ab.

Ausschuss-Vorsitzender Wolfgang Thalmeir (CSU) ist froh über die Nachricht des Landesdenkmalrates. Damit könne eine weitere Zersplitterung des Ortsbildes verhindert werden. Würden die Ensembles nicht geschützt, nähme „der Zug der Zerstörung richtig Fahrt auf“, glaubt Thalmeir. Und: „Was weg ist, hinterlässt eine Wunde, die nicht mehr zu heilen ist.“

Allerdings hofft man für den Ortskern von Ramersdorf noch auf „bahnbrechende Dinge“. Denn es gibt zwar viele Pläne, doch deren Umsetzung lässt weiterhin auf sich warten. Aktuell wurde der Ortskern jetzt erst mal als eigenes Sanierungsgebiet festgelegt. Laut Trömer soll der Stadtrat im neuen Jahr die Weichen für Umbau und Neuordnung des alten Dorfkerns stellen. 

Carmen Ick-Dietl

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