„Nicht gebietsverträglich“

BA diskutiert umstrittenes Bauvorhaben in Waldperlach

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Streitobjekt Ufilastraße 31: Pläne für eine Bebauung mit sieben Häusern und 36 Wohneinheiten wurden jetzt im BA Ramersdorf-Perlach vorgestellt.

Mit Nachverdichtungs- plänen ohne Rücksicht auf die bestehende Gartenstadt-Umgebung von Waldperlach musste sich der Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach befassen.

Zwei ältere Häuser stehen derzeit noch an der Ulfilastraße 31. Nun soll das Grundstück in Waldperlach deutlich höher bebaut werden. Zunächst waren vier Doppelhäuser vorgesehen, in der jüngsten Sitzung des BA-Planungsausschusses stellte der beauftragte Architekt neue Pläne vor: Sieben Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 36 Wohneinheiten! „Eine gravierende Nachverdichtungsmaßnahme“, urteilte der Ausschuss-Vorsitzende Wolfgang Thalmeir (CSU). Aufgrund der zu erwartenden Auswirkungen für die gesamte Infrastruktur des Gebietes sei es fraglich, ob man diese Baumaßnahme überhaupt noch nach Paragraph 34 des Bayerischen Baugesetzbuches beurteilen könne oder ob hier nicht eine Bauleitplanung notwendig wäre.

Jedenfalls erachten die Stadtteilpolitiker das Bauvorhaben „nicht als gebietsverträglich“. Das fängt schon bei den Wohnungsgrößen an. Wenn schon Mehrfamilienhäuser errichtet werden sollen, dann bitte mit Wohnungsgrößen für familiengerechten Wohnraum, was zwangsläufig zu einer deutlichen Reduzierung der Anzahl der Wohneinheiten führen dürfte.

Die Zahl der Wohneinheiten hat auch Auswirkungen auf den Verkehr. „Wenn nur die Hälfte der Bewohner der 36 Wohnungen zwei Autos haben, stehen auf den 20 bis 25 Metern Grundstückslänge 18 neue Fahrzeuge in der Straße.“ An diesem Beispiel werde eindrucksvoll belegt, dass der Schlüssel der Stellplatzsatzung je nach Baugebiet und Bauvorhaben im Einzelfall festgelegt werden müsse. Ein Stellplatz pro Wohneinheit reiche hier nicht, der BA fordert eine Erhöhung auf mindestens 1,3.

Aber auch die Optik der geplanten Bauten passe nicht ins Viertel. Die Lokalpolitiker kritisierten speziell die französischen Mansardendächer als Fremdkörper in der Umgebung. „Sie wurden offensichtlich nur deshalb gewählt, um möglichst viel Wohnraum in den Dachgeschossen zu erhalten“, so Thalmeir.

Die versetzt angeordneten Gebäude würden stark in die vorhandene Grünstruktur des Grundstücks eingreifen und den vorhandenen durchgängigen Grünzug, der auch noch bei anderen Grundstücken in der Umgebung vorhanden ist, zerstören.

Nach so viel Kritik war die Abstimmung eigentlich klar. Das Neubau-Vorhaben in Waldperlach wurde einstimmig abgelehnt. 

Carmen Ick-Dietl

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