Bauprojekte an der Ottobrunner Straße machen der Stadt Kummer

Genehmigen trotz Wertverlusts?

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Die Stadt steckt in der Klemme: Sie will an der Ottobrunner Straße Wohnungen bauen, hat aber keinen Platz für die Erschließung der Gebäude. 

Die Genehmigung der Bauprojekte an der Ottobrunner Straße 12 und 14-16 würde zu einer Entwertung der städtischen Grundstücke dahinter führen. Würde aber die Stadt ihre Areale den beiden Bauherren zuschlagen, könnte eventuell Wohnraum statt Boardinghäuser oder Hotels entstehen.

Das Planungsreferat steckt in einem Dilemma. Genehmigt es die beiden Bauvorhaben an der Ottobrunner Straße 12 und 14-16, dann verschlechtert es massiv die Situation für zwei städtische Grundstücke. Denn für die Flächen, die eingeklemmt zwischen der Salzburger Autobahn und den privaten Grundstücken an der Ottobrunner Straße liegen, gäbe es nach Umsetzung der Bauvorhaben keine Erschließung mehr. „Nur noch das Wegerl, das hinter zu Utopia führt“, erläutert Wolfgang Thalmeir (CSU), Planungssprecher des Bezirksausschusses Ramersdorf-Perlach. Damit würden die Grundstücke in seinen Augen relativ wertlos.

Thalmeirs Idee: Die Stadt könnte aktiv auf die beiden Eigentümer zugehen und die beiden Areale für eine Wohnbebauung in die geplanten Bauvorhaben einbringen. Zusammen könnte es dann zu einer vernünftigen Projektplanung für alle Grundstücke an dieser Adresse kommen. Statt eines Boardinghauses mit 89 Wohneinheiten (Ottobrunner Straße 14-16) und eines Aparthotels (Ottobrunner Straße 12) könnten hier dann auch ganz normale Wohnungen entstehen. „Wir sehen die beiden Grundstücke nach wie vor als bestens geeignet für die Entwicklung von hochwertigem und qualitätsvollem Wohnraum.“ An der Ottobrunner Straße 14-16 wären dies rund 150 Wohneinheiten, an der Ottobrunner Straße rechnet Thalmeir mit etwa 80.

Derzeit scheitern die Wohnungsbaupläne vor allem an den laut Stadt vorgeschriebenen Stellplätzen. „Auch hier versucht der Bauträger durch die gewerblich orientierte Wohnnutzung die Stellplatzvorschriften zu umgehen“, so Thalmeir. Bei den beantragten Projekten sowie dem Studenten-Wohnheim ist nämlich der Schlüssel für die notwendigen Garagenplätze nicht so hoch. Sie sind auf dem Areal unterzubringen, für mehr ist kein Platz vorhanden. Und eine zweigeschossige Tiefgarage ist sehr teuer. Mit den beiden Stadt-Arealen wäre die Stellplatzproblematik jedoch lösbar, findet man im Bezirksausschuss. So könnten beispielsweise die Garagen im hinteren Grundstücksteil direkt an der Autobahn Platz finden.

Laut Wolfgang Thalmeir ständen die Investoren dieser Idee aufgeschlossen gegenüber. Allerdings ist man offenbar sehr kritisch. „Ich kann mir das kaum vorstellen“, meinte einer der Eigentümer der Ottobrunner Straße 12 in der jüngsten BA-Sitzung. Sein Großvater habe jahrzehntelang versucht, das rückwärtige Grundstück dazuzukaufen. Zudem würden die Planungen nun bereits drei Jahre dauern. Er kündigte an, einen neuen Antrag für sein Bauprojekt zu stellen. Nach dem sollen auf dem Grundstück ein Aparthotel mit 27 Zimmern sowie acht Wohnungen und ein Studentenheim entstehen. Carmen Ick-Dietl

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