Franziska Bischoff gewinnt Schülerliteraturpreis

Auch Ballerinas im Rollstuhl sind möglich

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Beim diesjährigen Schülerliteraturwettbewerb im KWA Perlach gab es zwei Gewinnerinnen. Franziska Bischoff ist eine von ihnen. HALLO erzählt sie von den 120 Geschichten in ihrem Kopf.

Ein Mädchen im Rollstuhl möchte Ballerina werden. Klingt unmöglich. Aber warum eigentlich? Darum geht es in der Geschichte „Tanz des Möglichen“, geschrieben von der 15-jährigen Franziska Bischoff. Das Mädchen in der Geschichte erfüllt sich ihren Traum. Erzählt werden die Minuten kurz vor ihrem ersten Auftritt. Das Interessante: Der Leser denkt zunächst, es handle sich um ein „normales“ Mädchen. Erst im letzten Satz wird klar, dass sie nicht laufen kann.

Ein reales Vorbild für diese Geschichte hatte die Schülerin des Sophie-Scholl-Gymnasiums nicht. „Mir geht es nicht darum, ob etwas im realen Leben möglich wäre“, sagt sie. „Ich will vielmehr Möglichkeiten aufzeigen.“ Das ist vielleicht auch einer der Gründe, warum Franziska mit ihrem Text den ersten Platz beim Schülerliteraturwettbewerb unter dem Motto „und dein Herz schlägt schneller!“ gewann. Im KWA Georg-Brauchle-Haus Perlach nahm sie zusammen mit einer weiteren Gewinnerin, Sophia Lachmann, ihren Preis entgegen. Die Jurybegründung: Die Geschichte sei unprätentiös und lebensnah erzählt, zu einem ungewöhnlichen Thema, mit Aha-Effekt am Schluss! „Dabei habe ich die Geschichte in zwei Stunden geschrieben“, gibt Franziska zu. „Andere stecken da wer weiß was für Arbeit rein. Das hat mir schon Leid getan für einige.“ Die Geschichten seien eben einfach in ihrem Kopf. „Ich kann selbst nicht erklären, woher sie kommen“, sagt sie. Es fühle sich einfach natürlich an, sie niederzuschreiben.

An das „Kreativ-Sein“ haben ihre Eltern sie schon früh herangeführt. Die Mutter ist Künstlerin und hat der Tochter beigebracht, sich in Bildern auszudrücken. „Das Schreiben hingegen liegt nicht in meiner Familie. Das war einfach immer da. Bevor ich schreiben konnte, habe ich Bilder gemalt und meiner Mutter die Texte dazu diktiert.“ Da lag es nahe, dass Franziska anfing, Geschichten zu schreiben, sobald sie die ersten Sätze zu Papier bringen konnte. „Interessant ist auch, dass ich eigentlich keine Leseratte bin. Ich habe in meinem Leben gerade mal 25 Bücher gelesen. In der Zeit, in der andere lesen, schreibe ich eben lieber selbst.“ Und was sind ihre nächsten Projekte? „Im Moment habe ich 120 Geschichten im Kopf. Damit ich sie nicht vergesse, male ich oft Bilder dazu. Das ist wie eine Ablage für mich. Ich sehe das Bild und erinnere mich an die Geschichte, die ich dazu schreiben will.“ Um dieses Pensum neben der Schule zu schaffen, malt Franziska fast jeden Nachmittag zwei Stunden. Von 20 bis 21 Uhr ist das Schreiben dran. Ganz schön diszipliniert für eine 15-Jährige. Aber das sieht Franziska anders. „Für mich ist das ein Hobby und keine Anstrengung.“

Lesen kann man die Geschichten unter www.kwa.de/standorte/bayern/ottobrunn/kwa-stift-brunneck/aktuelles/schuelerliteraturwettbewerb.

Lydia Wünsch

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