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Fernseh-Aufzeichnung von „Deifi Sparifankerl“ des Autors Ralph Wallner in Haar

"Auf Bairisch lässt's sich charmanter granteln"

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„Ich mag die bairische Sprache einfach gern“, sagt der Münchner Stückeschreiber Ralph Wallner.

Ob Musical, Schauspiel oder Volkstheater, der Münchner Theaterautor Ralph Wallner ist der Überzeugung, dass grundlegende Theatergesetze gleich bleiben. Seit mehr als zehn Jahren schreibt Wallner Theaterstücke in Mundart, die sich in Süddeutschland, so auch in München und im Münchner Landkreis, großer Beliebtheit erfreuen. „Ich möchte ja, dass meine Stücke gespielt werden. Ich schreibe sie für die Schauspieler und das Publikum“, sagt der Stückeschreiber.

Wenn hernach ein gutes Essen für ihn rausspringt, dann übernimmt der Lucki gerne einen Auftrag seiner Großmutter. Doch es kommt anders: Lucki, dessen vollständiger Name Luziferius Sparifankerl lautet und der eigentlich der Teufel ist, landet ausgerechnet in einem Haushalt, in dem so gar nicht gern und nicht gut gekocht wird. Und dem Schnaps sollte der Lucki auch entsagen, denn da schwinden seinen diabolischen Kräfte. „Deifi Sparifankerl“ heißt die Komödie des Münchner Autors Ralph Wallner, die am Donnerstag und Freitag, 27. und 28. Juni, im Kleinen Theater Haar vom Bayerischen Fernsehen aufgezeichnet wird und in der Reihe „Komödienstadel“ im Herbst gesendet wird. 2016 hat Theaterautor Ralph Wallner sein Stück über den bayerischen Teufel geschrieben. Es spielt in einer unbestimmten, früheren Zeit. Der Teufel in menschlicher Gestalt hat Stärken und Schwächen und spricht Bairisch. In Mundart sind auch Wallners „QuadratRatschnSchlamassl“, „Gspenstermacher“ oder „Breznknödl-Deschawü“, die derzeit auf den Volks- theater-Bühnen im süddeutschen Raum viel gespielt werden. „Ich mag die bairische Sprache einfach gern“, sagt Wallner, 1968 in München geboren. Dabei habe der Dialekt bei ihm als Kind zuhause gar nicht so eine große Rolle gespielt. Sein Vater stammt aus Schlesien, die Mutter ist in Berlin geboren, aber am Schliersee aufgewachsen. Das habe sie dann schon sprachlich geprägt — und ihren Sohn ebenso. „Das Bairische hat zum Beispiel einen ganz anderen Satzbau“, so der Autor. „Im Dialekt kann ich Emotionen besser ausdrücken oder anders gesagt: Auf Bairisch lässt‘s sich charmanter granteln.“ Mehr als zwölf Jahre ist es her, dass er in einer Schub- lade einen Stückentwurf fand, den er bereits mit Anfang 20 geschrieben hatte. Diesen überarbeitete er und bot es einem Verlag an. Neue Stücke könne man immer brauchen, so ließ ihn der Truderinger Wilhelm Köhler Verlag wissen und Ralph Wallner schrieb weiter. Fremd war ihm das Theater keineswegs. Nach dem Besuch des musischen Gymnasiums in München war es zunächst vor allem die Musik, die ihn begeisterte. „Ich war Musical-Darsteller, arbeitete unter anderem als Spielleiter an der bayerischen Staatsoper und als Choreograf am Schauspielhaus Bochum“, erzählt Wallner.

Die Theatergesetze sind dieselben Sein Bruder war es, der bei einer bayerischen Amateurbühne, die Volkstheaterstücke spielte, mitwirkte. Dort soufflierte Ralph Wallner dann mal, später übernahm er Rollen und irgendwann wurde er gefragt, ob er auch Regie führen würde. Das tut er dort bis heute, wenn er Zeit hat. Die Theatergesetze seien ohnehin dieselben, ob man einen sich abmühenden Diener Truffaldino in der Commedia dell‘arte auftreten lässt, ob sich liebende Paare bei William Shakespare erst nach Irrungen und Wirrungen finden oder ob der Teufel in Wallners „Deifi Sparifankerl“ einen diabolischer Plan hat, der fast aufzugehen scheint, bis sich die Ereignisse in einer dramatischen Nacht überschlagen. Wallner schätzt das Theater so, weil er da gewisse Freiheiten habe. „Ich zeige auf der Bühne nicht nur das, was ich vom richtigen Leben her kenne. Ich lass eben auch gerne Fantasiefiguren auftreten, sei es einen Vampir oder eine Hexe.“ Freiheit empfinde er als Theaterautor vor allem dann, wenn er sich von den Fakten loslöse — „wenn es so richtig meins wird“. So spielen in seinem Stück „Bodschamperlspuk“ zum Beispiel die Rauhnächte eine Rolle. Bei Wallner auf der Bühne ist es dann aber so, dass nur Wünsche, die in den Rauhnächten in einem magischen Gefäß, genauer gesagt im Bodschamperl, platziert werden, in Erfüllung gehen. Und das Bodschamperl ist nichts anderes als ein Nachttopf. Was der Theaterautor aber immer wieder festgestellt, sei, dass es sein Publikum schon ganz gern habe, wenn eine Geschichte ein gutes Ende hat. „Das Publikum hat da eine gewisse Erwartungshaltung, und so schaue ich, dass es zumindest in irgendeiner Form ein Happy End gibt, auch wenn es nicht für alle Figuren ideal enden muss.“ Und natürlich freut‘s den Autor, seine Zuschauer überraschen zu können, indem ein Stück dann ganz anders ausgeht, als sie dachten. Hauptsache jedoch, es geht ans Herz, ist spannend und unterhält. „Ich möchte ja, dass meine Stücke gespielt werden. Ich schreibe sie für die Schauspieler und fürs Publikum.“ Volkstheater heißt für Wallner indes nicht, dass es eine Komödie sein muss. Mit „Nebelreißn“ gewann Wallner vergangenes Jahr beim Dramenwettbewerb im Rahmen der Niederbayerischen Volkstheatertage am Landestheater Niederbayern. Das Stück handelt von einer Frau, die nach einem Seitensprung ihren Mann und ihr Kind verlässt und seither auf einer Alm lebt. Überhaupt reizt es Wallner, wieder ein Drama zu schreiben: „Da kann man sich nicht auf den Humor und Situationskomik verlassen, im Drama kommt es noch mehr auf den Inhalt an.“ Bei der „Deifi Sparifankerl“- Inszenierung in Haar führt der Stückeschreiber selbst Regie. „Wir spielen das Stück flüssig, die Kamera ordnet sich der Inszenierung unter“, so der Theaterregisseur, der das Stück mit seiner Gruppe bereits vor zwei Jahren gespielt hat. „Ein paar Schauspieler von damals sind dabei, neue kamen hinzu“, so Wallner. Eines bleibt aber gleich: Der Teufel darf ja keinen Schluck vom süffigen Schnaps nehmen.
Verena Rudolf

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