Nockherstraße und Viertel

Eine Liebeserklärung an die Au

+
Peter Klimesch kennt die Nockherstraße wie kaum ein anderer. Er hat nun eine Neuauflage seines Buchs über die Au herausgegeben – mit jahrzehnte alten Fotos, die ihm Anwohner geschickt haben.

Eine Reise in die Vergangenheit: Peter Klimesch veröffentlicht Buch über Nockherstraße und Viertel.

Wenn Peter Klimesch von der Nockherstraße spricht, dann ist das wie eine Reise. Eine Reise zurück in die Vergangenheit, als Pferdekutschen hier noch über die Pflastersteine schepperten, als die Gegend noch als Glasscherbenviertel verschrieen war, in der arme Menschen wohnten.

Die Geschichte wird lebendig auf den Fotografien und in den Texten seines Buchs „Bilder aus der alten Au“, das jetzt mit einer Neuauflage erschienen ist. In der ersten Auflage hatte Klimesch einen Aufruf gestartet, wer alte Fotografien besitze, möge sich melden. Und siehe da: Die Urenkelin eines Kutschers, der seine Herberge in der Nockherstraße hatte, meldete sich. Die Nachfahrin lebt heute noch in dem selben Haus, das immer noch steht, aber freilich modernisiert ist.

Dass einige der alten flachen Häuschen dort noch stehen, gibt der Straße ihren Charakter – wenngleich viele Eigentümer lieber aufstocken und sanieren würden, wie Klimesch berichtet. Er selbst wohnt seit 30 Jahren in der Nockherstraße.

Als er in Rente ging, beschloss der heute 76-Jährige, die Geschichte seiner Straße und der Au zu erforschen. Tagelang verbrachte er in den Archiven der Stadt, in denen er wahre Schätze entdeckte: staubige Adressbücher, in denen bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts alle Bürger der Stadt mit Name und Beruf verzeichnet waren. „Daraus lässt sich ganz viel ableiten“, erzählt der ehemalige Lehrer. Etwa, welche Menschen, wo lebten. In der Au waren das vor allem Arbeiter und Tagelöhner, Kutscherunternehmen waren dort ansässig, ebenso wie eine Sauerkrautfabrik, eine Bettfedernfabrik und natürlich eine Brauerei.

„Das Neubaugebiet am Paulanergelände wird unser ganzes Viertel verändern“, fürchtet Klimesch. Denn noch heute ist die Au, oder zumindest die Nockherstraße wie ein Dorf, findet Klimesch: „Jeder kennt hier jeden.“ Dass demnächst tausende Menschen dorthin ziehen, die keinen Bezug zum Viertel haben, ist für ihn nur schwer vollstellbar. Hanni Kinadeter

Wir verlosen drei Exemplare von „Bilder aus der alten Au“. Wenn Sie gewinnen möchten, schicken Sie eine Karte mit ihrer Nummer an Hallo München, Dessauerstraße 10, 80992 München, oder eine e-Mail an aktion@hallo-muenchen.de. Stichwort: Au

Weitere Artikel

Bau dauerte vier Jahre und kostete 20 Millionen Euro

Hier wird München schlauer: Im neuen Einstein 28 in Haidhausen

Hier wird München schlauer: Im neuen Einstein 28 in Haidhausen

Nonnenkostüm? Find ich blöd!

Schwester M. Christine Heider (47) von A bis Z

Schwester M. Christine Heider (47) von A bis Z

Kommentare