Streit um Parkkonzept

Parkkonzept: KVR spricht Machtwort

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Ein Viertel mit wenig Verkehr sollte die Messestadt werden. Doch an diesem Plan scheiden sich noch heute die Geister.

Weitere Halteverbote in der Messestadt wünschen sich Anlieger der Lehrer-Wirth-Straße, kein Zonenhalteverbot hingegen Bewohner der Heinrich-Böll-Straße. Beide Empfehlungen der Bürgerversammlung lehnte die Stadt jetzt aber ab.

Es ist nicht so einfach, in den Wohnstraßen der Messestadt einen Parkplatz zu finden. Das Viertel wurde unter der Prämisse geplant, die Autos möglichst in Tiefgaragen und Parkhäusern zu verbannen. Die Tiefgaragen im Wohnbereich allerdings sind Anwohnern vorbehalten, die Parkhäuser liegen alle in Norden des Viertels. Fußwege sind angesagt, wenn Besucher ihr Fahrzeug dort abstellen. Gerade in schmalen Straßen wie der Lehrer-Wirth-, Georg-Kerschensteiner- und Oslostraße, beherrschen Autos das Straßenbild, und Fußgänger leben gefährlich, wenn sie die Fahrbahn queren: Selbst bei Schrittgeschwindigkeit sieht der Lenker sie erst im letzten Moment.

Die städtischen Verkehrsplaner hatten restriktive Parkregeln für das junge Viertel vorgesehen, um den Parksuchverkehr der Messe aus dem Wohnbereich herauszuhalten. Das funktioniert aber nur teilweise. Beschwerden über abgestellte Laster und Fahrzeuge von Messebesuchern laufen regelmäßig beim Bezirksausschuss auf. Der Glaubensstreit treibt teils kuriose Blüten: Bewohner der Messestadt forderten sogar einmal Schranken an den nördlichen Enden der Zufahrtsstraßen mit Zugangs-Code für Berechtigte.

Ärger durch Fremdparker

Wie sehr sich die Geister am Parkkonzept der Messestadt scheiden, zeigten zwei Anträge aus der Bürgerversammlung im Oktober (HALLO berichtete). Aus dem Bereich der Lehrer-Wirth-Straße kam der Wunsch nach Einrichtung eines uneingeschränkten Halteverbots gegenüber der Schrägparkbuchten im Westen der Straße. Anwohner der Böll-Straße wiederum beantragten, aufs dort geplante Zonenhalteverbot zu verzichten. Beidem stimmte die Bürgerversammlung zu, beides lehnte das Kreisverwaltungsreferat (KVR) jetzt ab. „Mit der Zonenregelung in Form eines eingeschränkten Halteverbots im Gebiet der Messestadt Ost, in der sich auch die Heinrich-Böll-Straße befindet, wird dem ansonsten zu befürchtenden Parksuchverkehr entgegengewirkt“, so das KVR. Dies diene der Sicherheit und Ordnung des Verkehrs. Um ein „qualitätsvolles Umfeld“ für die Bewohner zu schaffen, lege der Bebauungsplan unter anderem die Vermeidung von Durchgangsverkehr und das Fernhalten von Fremdparkern und Suchverkehr fest.

Halteverbote gegenüber den Schrägparkbuchten in der Lehrer-Wirth-Straße hält das KVR für überflüssig. Dort gelte das Zonenhalteverbot, im Fahrbahnbereich bestehe somit bereits ein eingeschränktes Halteverbot, so die Behörde. Auf der Fahrbahn sei Halten bis zu drei Minuten nur zum Ein- und Aussteigen sowie Be- und Entladen erlaubt. Ein Ausfahren aus der Schrägparkbucht sei selbst bei gegenüber abgestellten Fahrzeugen mit zumutbarem Rangieren möglich.

G. Mühlthaler

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