Verleihung fällt aus

Oberbayerischer Kunstförderpreis SeelenART fällt Corona-Pandemie zum Opfer

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Die Verleihung des Kunstförderpreises am Freitag, 8. Mai, muss auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Haar – In der Diskussion um die Auswirkungen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie auf die Menschen ist die Gruppe der psychisch Erkrankten derzeit noch unterrepräsentiert. Viele Maßnahmen zur Tagesstrukturierung und Behandlung wie Tagesstätten, Selbsthilfegruppen, Arbeitstherapien und viele mehr sind derzeit geschlossen und bieten keinen Anlaufpunkt mehr für Betroffene. 

Viele Kontakte werden telefonisch aufrechterhalten, aber persönliche Begegnungen sind stark eingeschränkt. Nun musste auch die Verleihung des Oberbayerischen Kunstförderpreises SeelenART, die am Freitag, 8. Mai, im Kleinen Theater Haar stattfinden sollte, abgesagt werden. 

Der Preis, der seit 2010 alle zwei Jahre vom kbo-Sozialpsychiatrischen Zentrum ausgeschrieben und durchgeführt wird, bietet Künstlern aus Oberbayern, die Psychiatrie- und Psychotherapieerfahrungen haben, ein Forum für ihre Kunst. Die als „Outsider-Kunst“ bezeichnete Form – die meisten der Künstler haben keine akademische Kunstausbildung – erfreut sich wachsender Beliebtheit. Für den Preis, der heuer zum 5. Mal verliehen wird, haben der Bezirkstagspräsident Josef Mederer und Kabarettist Gerhard Polt die Schirmherrschaft übernommen. In der Ausschreibungsrunde 2019/2020 wurden insgesamt 637 Werke von Künstlern aus ganz Oberbayern eingereicht, die von einer profunden Jury in zwei Runden begutachtet und bewertet wurden. 

Insgesamt werden 45 erste, zweite und dritte Preise vergeben. Normalerweise werden die drei Künstler mit der höchsten Bewertungspunktzahl besonders geehrt. Durch Punktegleichstand sind dieses in diesem Jahr sogar vier Künstler: Alexander Kott, Susanne Weyand, Isolden  (Künstlername) und  A.Tanja Stögermair.

Erstmalig in der 10 jährigen Geschichte des Förderpreises wurde 2020 auch ein Sonderpreis für Textilkunst ausgelobt. Diese Kategorie konnte Jerome Rußmann mit den Werken „Matroski“, „Matroski Relativ matt“ und „Spinne“ für sich entscheiden. Die offizielle Preisverleihung wird nachgeholt, sobald dieses die Umstände der Corona-Pandemie zulassen. Anlässlich der Preisverleihung wird ein Katalog mit den eingereichten Bildern aller Preisträger herausgegeben. Daneben finden verschiedene Ausstellungen der preisgekrönten Werken statt, unter anderem. in der Galerie Bezirk Oberbayern (Prinzregentenstraße 14, München) und dem Kleinen Theater in Haar. Um schon im Vorfeld der Öffentlichkeit die ausgewählten Werke zu präsentieren, werden täglich ab dem Freitag, 8. Mai, auf der Facebook-Seite von SeelenART die Preisträger und ihre Werke vorgestellt.

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