Neuplanung macht Parsdorfer Umfahrung billiger

Naturschutz erspart Millionen

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Eine Umplanung, die Millionen spart: Die jetzt favorisierte Variante (gelb) der nördlichen Ortsumfahrung von Parsdorf macht im wahrsten Sinne des Wortes einen Bogen um das Kieswerk mit Grundwassersee.

Neues – und Überraschendes in Sachen Parsdorf Ortsumgehung gab es in der letzten Sitzung des Gemeinderats Vaterstetten im alten Jahr. Naturschutz und Kostenersparnis lassen sich mit der neuen Variante trefflich verbinden.

In der letzten Sitzung des Vaterstettener Gemeinderats stand der Dauerbrenner Ortsumfahrung für Parsdorf und Weißenfeld erneut auf der Agenda. Bis dahin waren über die Jahre bereits zahlreiche Lösungen vorgeschlagen, diskutiert und wieder verworfen worden. Zuletzt wurde im Juli 2012 eine umfassende Machbarkeitsstudie vorgestellt. 

Dann aber haben Natur- und Vogelschutzbund immer lauter ihre Bedenken gegen die Eingriffe in schützenswerte Biotope geäußert – vor allem in einen Grundwassersee neben dem bestehenden Kieswerk nördlich der Autobahn. Für den Fall, dass dieses Areal beim Bau einer Umfahrungsvariante durchschnitten würde, drohten die Umweltschützer mit einer Klage. Zwischenzeitlich war dann eine Lösung angedacht, die zwar nicht mehr durch das Biotop geführt hätte, ganz ungeschoren wäre es aber auch dabei nicht davongekommen. 

Und nun scheint das alles Geschichte. Denn in einem Gespräch mit Bürgermeister Robert Niedergesäß hatte ein Vertreter des Vogelschutzbundes vorgeschlagen, den Landschaftsee komplett zu umfahren. Klingt zunächst nicht überraschend dieser Wunsch, doch er änderte vieles. Denn auch Gemeinderat Josef Mittermeier (SPD) hatte eine neue Variante (die Nummer 6) ausgearbeitet. Er meinte, dass man einerseits schon wirklich viel Landschaft bei diesen Vorhaben zerschneiden würde, jedoch müsse man andererseits die Bürger in Parsdorf vom Verkehr entlasten. 

„Arche Noah“ 

des Landkreises?

Die jetzt favorisierte Version macht im wahrsten Sinne des Wortes einen Bogen um das Biotop, in dem es rund 50 Vogelarten geben soll – auch wenn der Rathausschef in seinem Vortrag Augen zwinkernd behauptet, die wären ja nicht alle heimisch; manche würden nur dort Rast und Brotzeit machen. Seine Meinung nach handele sich hier nicht wirklich um die Arche Noah des Landkreises. 

Die weiträumige Umfahrung des Biotops hat aber auch ganz handfeste Vorteile, denn damit führt die Straße im rechten Winkel über die Autobahn, wodurch die benötigte Brücke kürzer wird. Auch die bei einer früheren Version angedachte Stützmauer am Landschaftssee fällt dabei weg. Alles zusammen kommt diese Variante – obwohl länger – um rund 3,3 Millionen Euro billiger. Nun muss noch mit betroffenen Grundstückseigentümern über das weitere mögliche Vorgehen gesprochen werden. Mit positiver, aber auch negativer Resonanz wird gerechnet. Außerdem muss eine Ausschreibung nach VOF (Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen) erfolgen. Dafür und für die Zusammenstellung aller für die Planfeststellung erforderlichen Unterlagen rechnet die Verwaltung mit einem Zeitaufwand von acht Monaten. Der Antrag zur Planfeststellung könnte demnach im letzten Quartal 2013 bei der Regierung eingereicht werden. Wenn bis dahin nicht neue Ideen auftauchen ... Oli Oswald   

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