Neues Gestaltungskonzept für die Unterführung am S-Bahnhof Haar

Warme Farbtöne

Das Gestaltungskonzept sieht eine „helle Freiheit“ vor, beschreibt Gabriele von Ende-Pichler. „Warme, lebensfrohe Farben erzeugen eine heitere, wohltuende Atmosphäre“, sagt sie weiter. Daher soll die Unterführung hauptsächlich in Gelbtönen erstrahlen, die fließend ineinander übergehen. Dazu werden leichte Akzente in Weiß und Rot gesetzt. „Helligkeit ist eine wohltuende Chance, die wir den Menschen mitgeben können.“ Glas und Geschichten 2,15 Meter hohe und einen Meter breite Glasplatten sollen die Wände bedecken. Keramische Farben sorgen dafür, dass die Malerei auch nach Jahren strahlt und nicht verblasst. Sinnsprüche, Gedichte, Zitate, die als 3D-Schrift in die Glasplatten eingearbeitet werden, unterbrechen die Spiegelung, monochrome Farbflächen an der Decke sollen wieder als leichter Spiegel dienen. Gabriele von Ende-Pichler möchte damit eine „Entschleunigung“ der Menschen bewirken. Nicht mehr durch den Tunnel hetzen, auf dem Weg von einem Termin zum nächsten, sondern auch einmal stehen bleiben, die Inschriften lesen, zu Ruhe kommen und eben zu entschleunigen. Lichtspiele „Glas braucht immer Licht, aber nicht immer von hinten“, beschreibt Helge Pöhler von der Mayer’schen Hofkunstanstalt die Lichtgestaltung. Dementsprechend sollen die Glasflächen jeweils oben und unten von Beleuchtungselementen erhellt werden. „Bei diesem Licht verweilen die Leute eher und widmen sich den Texten“, nimmt Pöhler das Thema von Ende-Pichlers auf. Pöhler steht zurzeit der Gemeinde und von Ende-Pichler als Berater zur Verfügung. Verlockung für Vandalen? Glatte Flächen locken Sprayer an, Glas ist zerbrechlich. Für Vandalismus scheint die neue Unterführung also prädestiniert zu sein. Diese Bedenken kann Pöhler aber zerstreuen: Graffiti sei mit einem handelsüblichen Abbeizer leicht zu entfernen und das Glas sei zudem so bearbeitet, dass es für Vandalen schwer zu beschädigen ist. Mit der neuen gläsernen Bahnhofsunterführung befindet sich die Gemeinde in guter Gesellschaft. New York setzt ebenfalls auf die Vielseitigkeit des Glases. Wer den Ausgang der Bahn auf Coney Island benutzt, sieht Erinnerungen an den Vergnügungspark der 20er Jahre auf dem Eiland im Glas verewigt. Seit Kurzem glänzt auch der Jungfernsteg in Hamburg durch diese Glasbauweise. Helle Begeisterung Im Bauausschuss waren sich alle Fraktionen einig: Das Gestaltungskonzept gefällt und soll verwirklicht werden. Auch wenn sich die finanzielle Situation der Gemeinde besser darstellt als die New Yorks, so soll die Umgestaltung nicht um jeden Preis in dieser Form realisiert werden. Bürgermeister Helmut Dworzak bat daher um eine zweite, reduzierte Variante, sollte das Ursprungskonzept zu teuer werden. (KF)

Auch interessant:

Meistgelesen

Kiss and ride – was ist das eigentlich?
Kiss and ride – was ist das eigentlich?
Ein Fest für den tapferen Felix
München West
Ein Fest für den tapferen Felix
Ein Fest für den tapferen Felix
Ankerzentrum-Dependence Am Moosfeld in Trudering
München Ost
Ankerzentrum-Dependence Am Moosfeld in Trudering
Ankerzentrum-Dependence Am Moosfeld in Trudering
Nachverdichtung in Trudering: „Wo soll das alles denn aufhören?“
München Ost
Nachverdichtung in Trudering: „Wo soll das alles denn aufhören?“
Nachverdichtung in Trudering: „Wo soll das alles denn aufhören?“

Kommentare