Neue Planungen am Schneiderhof

Noch wird der Gronsdorfer Schneiderhof für den baldigen Abriss vorbereitet, da beschäftigt den Haarer Bauausschuss schon das nächste Bauvorhaben in dieser Ecke: Am Feld südlich der Herzogstandstraße – zwischen Schneiderhofgelände und Rappenweg – könnten schon bald Gebäude für Gewerbe und Wohnbebauung entstehen. Doch dieses Grundstück hat ein gravierendes Problem: Es liegt direkt an der Bahnlinie. Die Eigentümerfirma Vivico Real Estate GmbH reichte nun erste Pläne ein, die Architekt Gert Goergens dem Gremium erläuterte, das sich durchaus angetan zeigte.

Ein Handwerkerhof, eine Ansammlung von Fachmärkten: Es gab schon eine Reihe von Ideen für das 14.600 Quadratmeter große Areal zwischen Herzogstandstraße und Bahngleisen, das der Bahn gehört. Alle Pläne sind bisher gescheitert – doch nun wird ein neuer Anlauf gewagt: 38 Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau, zwölf Reihenhäuser und etwa 1840 Quadratmeter Gewerbefläche, 146 oberirdische Stellplätze bzw. Carports, dafür keine Tiefgaragen, ein Spielplatz und eine neue Straße – so sieht in groben Zügen die Planung auf dem Feld aus (näheres siehe Extrakasten). Und mit dieser Planung konnte sich der Bauausschuss auch prinzipiell einverstanden erklären. Bedenken, Anregungen, Forderungen Bedenken, Anregungen und Forderungen gab es allerdings genügend: So fehlt derzeit noch ein Schallschutz- und Verkehrsgutachten, das vom Bauausschuss gefordert wird. Und das wird von einigen Bauausschussmitgliedern mit Spannung erwartet. Paul Wieser (CSU) befürchtet beispielsweise, dass die Anbindung an die Schneiderhofstraße eine Schwachstelle darstellen könnte. Solange die „Spange Nord“ (siehe Extrakasten) nicht realisiert ist, muss der Hauptverkehr über die derzeitige Stichstraße zum Schneiderhof abgewickelt werden. Die Einmündung zur Schneiderhofstraße müsse auf jeden Fall ausgebaut werden, erklärte dazu Bauamtsleiter Rainer Wöhrl. Und selbst dann ist nicht klar, ob diese Kreuzung der Belastung standhält, denn lediglich die Reihenhäuser sollen über die Herzogstandstraße erschlossen werden. Doch auch der ruhende Verkehr macht Kummer. Enttäuscht zeigten sich einige Bauausschuss-Mitglieder, dass für dieses Gebiet keine Tiefgaragen geplant werden und stattdessen Stellplätze im Erdgeschoss des Gebäudes vorgesehen sind. Als Grund hierfür nennt Vivico das niedrige Preisniveau, das aufgrund der ungünstigen Lage des Grundstücks zu erzielen sei. Abschied vom Handwerkerhof Alfons Meindl (SPD) fühlt sich diesbezüglich in einem politischen Dilemma, da mit diesem Bauvorhaben ein Grundsatzentschluss der Gemeinde Haar aufgeweicht ist. Dieser lautet, möglichst viele Stellplätze in Tiefgaragen zu realisieren. Allerdings sei aufgrund von Straße und Bahnlinie das Erdgeschoss für andere Nutzungen nicht besonders attraktiv. – „Es gibt von uns keinen aktiven Widerstand gegen die Planung“, so Bürgermeister Helmut Dworzak (SPD) – doch müsse die Nutzung der Gebäude noch genauer definiert werden. „Es gibt nichts Schlimmeres, als dass das Ding dann leer steht“, sagt der Rathauschef. Wohnen würde hier in dieser Lage immer zweite Wahl bleiben, betont er. Allerdings habe man seit 1992 auch keinen Betrieb für diesen Standort finden können. Denkbar wäre hier laut Dworzak durchaus Nischenhandwerk oder Künstlerateliers. Paul Wieser hält stattdessen immer noch an dem „alten Traum“ für das Gebiet fest: Er würde hier am liebsten einen Handwerkerhof realisieren. Davon rät Architekt Gert Goergens ab. Das sei zu lärmintensiv. Und Lärm hatten die Anwohner bislang genug. Die Bebauung des Feldes verspricht für die Herzogstandstraße hingegen eine satte Lärmminderung: Fünf bis zehn Dezibel weniger kommen dann von der Bahn an den bestehenden Häusern an. – CE –

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