Die „Neue“ im Kulturzentrum Trudering

Christina Hesse, die neue Geschäftsführerin des Kulturzentrums Trudering.  Foto: privat

Julia Schmitt-Thiel, die das Kulturzentrum Trudering zweieinhalb Jahre geleitet hat, wechselt zum Monatsende in die Mohr-Villa. Neue Geschäftsführerin wird die Diplom-Kulturwirtin und Kulturmanagerin Christina Hesse (34).

Die Begeisterung für ihren Beruf merkt man Christina Hesse an, wenn man mit ihr spricht. Und auch die Freude darüber, dass sie künftig die Geschicke des Truderinger Kulturzentrums leiten kann. Schon ihr erster Kontakt mit der Einrichtung machte ihr Lust auf mehr. „In diesem relativ neuen Haus bieten sich tolle Bedingungen, es hat ein tolles Team und einen sehr engagierten Vorstand. Man kann hier noch neue Akzente setzen“, nennt Christina Hesse einige der Gründe, die sie zur Bewerbung für die Geschäftsführer-Stelle motiviert haben. Das Kulturzentrum sei vor Ort verankert und werde geliebt. „Es ist ein tolles Signal, dass das Haus oft ausverkauft ist. Das Kulturprogramm stößt auf Interesse, das sind großartige Ausgangsbedingungen!“ Kulturarbeit Neun Jahre Berufserfahrung im Kulturbereich bringt Christina Hesse mit. Nach dem Studium zog es die junge Frau nach Ecuador, wo sie in der Hauptstadt Quito die erste „Lange Nacht der Museen“ auf die Beine stellte. „Dieses Format wurde dort noch nie ausprobiert, es war ein sehr großer Erfolg“, berichtet Hesse. Nach diesem Beitrag zur Internationalen Kunstbienale 2004 wechselte die Kulturmanagerin ans Goethezentrum für Kultur der ecuadorianischen Hauptstadt, wo sie für die Abteilung Sprache/Kultur zuständig war. „Ich lud deutsche bildende Künstler und Regisseure ein, die in Quito mit Kunststudenten arbeiteten. Das Haus ähnelte dem Truderinger Kulturzentrum, war Anlaufpunkt für bürgernahe Initiativen und anspruchsvolle Kultur. Das alles entdeckte ich im Truderinger Kulturzentrum wieder“, so Hesse. Kallmann-Museum Nach zweieinhalb Jahren in Ecuador kehrte Christina Hesse nach Deutschland zurück und betreute als kommissarische Leiterin mehrere Monate lang das Kallmann-Museum in Ismaning. Dann wechselte die junge Frau zur Robert-Bosch-Stiftung in Stuttgart, wo sie für internationale, kulturelle Bildungsprogramme mit Schwerpunkt Frankreich, zuständig war. Da kam es Christina Hesse zugute, dass sie einen Teil ihres Studiums im südfranzösischen Arles absolviert hatte. Als nächster Sprung auf der Karriereleiter folgte die Selbstständigkeit. „Ich machte mich in München selbstständig mit kultureller Beratung und nahm auch Lehraufträge an. An der Uni-Freiburg gab ich Kurse zum Kulturmanagement, in München solche zur Öffentlichkeitsarbeit“, sagt Hesse. Als sie die Anzeige des Truderinger Kulturzentrums las, das eine Geschäftsführerin suchte, bewarb sie sich gleich. „Ich hatte Lust, wieder in die Praxis zu gehen und das Kulturzentrum bietet tolle Bedingungen“, berichtet Christina Hesse. Ein Geschäftsführerwechsel bringt stets Veränderungen mit sich und auch Christina Hesse hat drei Herzensthemen, mit denen sie neue Akzente im bewährten Programm des Truderinger Kulturzentrums setzen möchte. Eines davon ist die Kombination unterschiedlicher Kultursparten. Literatur und Tanz beispielsweise könnten eine spannende Symbiose eingehen, auch eine Krimilesung, verknüpft mit argentinischem Tango, kann sich Hesse gut vorstellen. Kulinarisches Kino ist ein weiterer Akzent, den Christina Hesse setzen möchte. „Ein passender Film und ein tolles, mehrgängiges Menü“, ist Hesses Vision. Maler und Bildhauer Immer wieder mal möchte Hesse Maler und Bildhauer gemeinsam präsentieren, auch das findet sie spannend. Ansonsten liegt ihr die Förderung junger Künstler am Herzen. „Man könnte eine offene Plattform für jungte Künstler bieten, vielleicht eine Kooperation mit der Akademie der bildenden Künste eingehen oder Improvisationstheater veranstalten,“ sagt Hesse. Interkulturalität und bürgerschaftliches Engagement vereint, ist Christina Hesse wichtig. „Es wäre schön, andere Länder zeigen zu können. Es wäre schön, wenn sich das bei Publikum und Künstlern widerspiegelt“. Auch Christina Hesse möchte das Truderinger Kulturzentrum als offenes Haus für Vereine, Initiativen und andere Gruppen weiterführen. Ab 1. April ist die neue Geschäftführerin offiziell im Amt, schon zuvor wird sie stundenweise vor Ort sein, um die Übergabe mit Julia Schmitt-Thiel zu regeln. Gabriele Mühlthaler

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