Die neue „Kathedrale des Edelmetalls“

Nicht nur der „Gasteig des Münchner Ostens“, das Truderinger Bürgerhaus, steht im 15. Stadtbezirk. Nun hat auch die „Kathedrale des Edelmetalls“, das pro-aurum-Goldhaus, eröffnet. An der Josph-Wild-Straße leuchtet der Goldquader-Bau, in dessen Hochsicherheits-Tresors Goldbarren- und Münzen, Silber, Platin und Palladium lagern, unweit des weltweit größten Kunstschaufensters der benachbarten Galerie Ketterer.

Die noch unscheinbare Joseph-Wild-Straße zwischen Trudering und der Messestadt mausert sich zur Meile für Kunst und Edelmetall. Mit Eröffnung des pro-aurum-Goldhauses am vergangenen Freitag stehen dort nur wenige Meter voneinander entfernt zwei Gebäude, von denen das eine millionenschwere Gemälde und das andere Gold, Silber und andere Edelmetalle birgt. Funktionalität und Sicherheit Die Inhaber der noch jungen pro aurum GmbH & Co KG, Mirko Schmidt und Robert Hartmann, haben mit ihrem Handelshaus für physische Edelmetalle ein weltweites Unikat geschaffen. Der Karlsruher Architekt Rainer Freitag von FKS Generalplaner musste eine besondere Herausforderung meistern. Funktionalität, Sicherheit und Logistik haben im Untergrund Priorität, Erd- und Obergeschoss wiederum mussten funktional werden, zugleich aber Seriosität und Gediegenheit ausstrahlen. Rainer Freitag hat die Quadratur des Kreises gemeistert – das neue pro-aurum-Haus beeindruckt von außen und innen. 42 Meter lang, 24 Meter breit und 8 Meter hoch ist der mit Platten aus recycelten Euromünzen verkleidete Bau, dessen Fassade wie aus Goldbarren gemauert erscheint. 26.000 Bierkästen Gold Das Innere würde 163.000 Tonnen Gold fassen, exakt die Menge des begehrten Edelmetalls, die jemals gefördert wurde. Der Hochsicherheits-Lagertresor im Keller hingegen ist für rund 754 Kubikmeter Gold ausgelegt, was 26.000 Kästen Bier entspräche. 60 Zentimeter dick sind Kellerwände, -boden und -decke und mit 80 Prozent mehr Stahl versehen als üblich. Für Tresorknacker also keine Chance, zumal der Stahl verwunden im Beton eingegossen wurde, was jedem noch so starken Bohrgerät den Garaus machen würde. 2000 Tonnen Beton schluckte allein die Bodenplatte. Bewegungs- und Körperschallmelder schützen den Tresor, rund um die Uhr ist der Sicherheitsdienst unterwegs, die Beamten der benachbarten Polizeiinspektion haben das neue Goldhaus mehrfach besichtigt und kennen es ganz genau. Glänzende Schätze Keine Frage, die glänzenden Schätze im Lagertresor könnten so manchen schwach machen. Es ist nicht nur das Bewusstsein des Werts, den die aufgestapelten Goldbarren repräsentieren – auch das sanfte Glänzen des sagenumwobenen Metalls übt einen magischen Zauber aus. Wer im Lagertresor oder im Vortresorbereich arbeitet, muss so absolut gold-resistent sein wie Simon Imre, der das Herz des Hauses, die Zentralkasse, leitet. In Regalen und Schubfächern lagern dort Münzen und Barren zwischen, die Kunden angefordert haben. Wer in diesem Hochsicherheitssektor beschäftigt ist, muss durch zwei Schleusen und seine Alltagskleidung zuvor gegen Arbeitsmontur tauschen. So wird der Versuchung, die wohl jeden beschleichen könnte, von vornherein ein Riegel vorgeschoben. Das Kellergeschoss beherbergt auch Kundenschließfächer, die angemietet werden können. Ausstellung So funktional und nüchtern die Kellerräume gestrickt sind, so atmosphärisch angenehm und interessant präsentiert sich das Erdgeschoss. In einer permanenten Ausstellung im Foyer werden Fragen rund ums Thema physische Edelmetalle visuell anschaulich beantwortet. Vis-a-vis des Eingangsportals glänzt die größte Goldmünze Europas, eine interaktive Led-Wand formiert aus elektronischen Goldflittern grafische Antworten auf die Fragen nach Herkunftsländern, Handelsplätzen und anderen Themen zum sagenhaften Edelmetall. An einer weiteren Wand sind Informationen zu den gängigen Handelsformen, -gewichten und Preisen der Edelmetalle zu finden. Ein Gestaltungsmix aus Sichtbeton, Glas- und Holzelementen, Basalt und Lichteffekten gibt dem Goldhausinneren ein ganz eigenes Flair. Pro aurum Das Handelshaus pro aurum ist seit 2003 auf dem Markt aktiv und sehr erfolgreich. Innovative Produkte und Dienstleistungen, wie beispielsweise Deutschlands ersten Onlineshop für Gold, haben Mirko Schmidt und Robert Hartmann zu ihrem Erfolgsrezept gemacht. Der Umzug aus der Grillparzerstraße nach Riem war aus Platzgründen nötig. 70 Mitarbeiter hat das Unternehmen derzeit, in Riem kommen nicht nur sie, sondern auch die Edelmetallbestände locker unter. Pro aurum versteht sich als Großhändler, direkten Verkäufer, Berater und Raritätenbeschaffer für Sammler und Dienstleiter für Banken. Mirko Schmidt und Robert Hartmann glaubt man, dass ihnen das Geschäft riesigen Spaß macht und ihr Ziel, bis 2011 Marktführer zu werden, durchaus erreichbar ist. Gabriele Mühlthaler

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