Neubau, aber auf historischem Keller

Die Zukunft des Setzerhofes in Haar ist entschieden. Lange wurde überlegt (HALLO berichtete), jetzt steht fest: Das älteste Gebäude Haars wird abgerissen und an gleicher Stelle nach historischem Vorbild neu gebaut. Das entschied der Haarer Bauausschuss jetzt einstimmig. „Wichtig ist, dass das äußere Erscheinungsbild erhalten bleibt“, so Bürgermeister Helmut Dworzak.

Eine Sanierung des Setzerhofes wäre möglich, aber die Umbaumaßnahmen so weitreichend und der Zustand der Bausubstanz so ungewiss, dass ein konkreter Kostenvoranschlag dafür nicht möglich ist. Aktuell gehen die beauftragten Architekten Goergens und Miklautz von 2,4 Millionen Euro aus. Ein Abriss plus Neubau ist bereits in der Planung um 200.000 Euro billiger. „Das Haus steht nicht unter Denkmalschutz. Aus dieser Sicht gibt es also keinen Grund, das Gebäude zu erhalten“, sagt Miklautz vom Architekturbüro Goergens und Miklautz. Außer dem Dachstuhl und dem Keller sei zudem kein Gebäudeteil erhaltenswert. Wobei der Dachstuhl, eine schöne Holzkonstruktion, auch nicht unbedingt erhalten bleiben muss: Ein Meisterwerk der Architektur stellt er nicht dar. Damit bleibt nur der historische Kellerraum als Grundlage für den Neubau. „Grundsätzlich könnte bei einem Neubau das bisher erarbeitete Raumkonzept als Grundlage dienen. Eine Optimierung, wie sie von der Nachbarschaftshilfe erbeten war, wäre jedoch noch durchaus denkbar, da sich die Raumaufteilungen nicht an bestehende Grundrisse richten müssten“, betont Bauamtsleiter Rainer Wöhrl. Möglich sind unter anderem die Herstellung nutzbarer Kellerflächen, ein optimierter Schall- und Wärmeschutz und eine Fußbodenheizung. Der Neubau sieht neben einem zweigeschossigen Hauptgebäude mit ausgebautem Dachgeschoss auch ein angebautes Nebengebäude vor. Nur schweren Herzens, aber nach Abwägung aller Argumente, sprach sich auch Traudl Vater (SPD), die wöchentlich für den Haarer Tisch im Setzerhof tätig ist, für einen Neubau aus: „Dann haben wir auch endlich vernünftig hohe Decken. Manchmal hat man schon das Gefühl, dass man die Decken noch ein bisschen mit abstützen muss.“ Paul Wieser erklärt für die CSU-Fraktion: „Man muss nicht jedes Haus erhalten. Ein Neubau ist durchaus sinnvoll. Und den sollte man dann nach den Nutzern ausrichten. Dann wird das ein optimales Gebäude.“ – KF –

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