Für die nächsten Jahrzehnte bestens gerüstet

Stolz sind sie schon, die insgesamt 52 ehrenamtlichen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Harthausen, die ganz offiziell am St. Florians-Tag (dem Schutzpatron aller Feuerwehrleute), Samstag, 18. April, ihr neues Feuerwehrhaus – gleich neben dem alten viel zu kleinen Gerätehaus am nördlichen Ortseingang – mit einem Tag der offenen Tür eröffnen werden. Die Gemeinde Grasbrunn hat dafür rund 2,5 Millionen Euro locker gemacht. Außerdem wird noch ein neues durch Spenden der Bevölkerung finanziertes First-Responder-Fahrzeug geweiht werden.

„Viel zu eng, viel zu gefährlich“ war laut Markus Mende, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Harthausen, das alte Feuerwehrgerätehaus Harthausen. Die Fahrzeuge standen dort viel zu eng beieinander, die Feuerwehrbekleidung konnte nicht entsprechend aufgehängt werden und beim Einsatz mussten die Mitglieder darauf achten, sich nicht gegenseitig auf die Füße zu treten. Die Branddirektion des Landkreises München hatte diese „unhaltbaren“ Verhältnisse schon seit 20 Jahren moniert. Jetzt endlich wird ganz offiziell am 18. April das neue Feuerwehrhaus eingeweiht. Anzahl der Einsätze gestiegen Nur kurz muss Markus Mende, seit acht Jahren Feuerwehr-Kommandant und seit 20 Jahren Mitglied, überlegen, was ihn an der ehrenamtlichen Feuerwehr-Arbeit reizt: „Ich finde es einfach schön, anderen Menschen in Notlagen helfen zu können!“ Im Lauf der Jahre habe die Anzahl der Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Harthausen zugenommen – zwischen 130 und 150 im Jahr! Die Hälfte davon machen Fahrten mit dem First-Responder-Fahrzeug aus, das z.B. immer bei Notarzteinsätzen gerufen wird und oft als erstes vor Ort ist. „Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute – hier wird Leben gerettet“, so Mende. Auch bei Unfällen auf der Staatsstraße, bei etlichen Waldbränden – wie vor zwei Jahren – oder nach einem Sturm, wenn zahlreiche Dächer abgedeckt werden und Keller volllaufen, ist die Feuerwehr gefragt. Selbstverständlich rücken die Mitglieder auch bei Bränden jeglicher Art aus. Nun mit eigener Einsatzzentrale ausgestattet Gut Ding will Weile haben! 2002 sicherte sich die Gemeinde Grasbrunn das Vorkaufsrecht auf das nördliche Grundstück neben dem alten Feuerwehrhaus, kaufte es im Dezember 2005 und plante 2006 zusammen mit der Feuerwehr das neue Domizil. „Mit dem neuen Feuerwehrhaus können wir den Bedarf der nächsten 50 bis 70 Jahre decken“, freut sich Klaus Korneder, 1. Bürgermeister der Gemeinde Grasbrunn. Das Feuerwehrhaus verfügt über vier Stellplätze – für drei Löschfahrzeuge und ein Mehrzweckfahrzeug (First Responder), eine Waschhalle, eine Einsatzzentrale, eine Werkstatt, eine Umkleide, einen Raum zum Prüfen der Atemschutzgeräte, einen Schulungsraum sowie einen Raum für die Feuerwehr-Jugend. Mehr als gut angelegt „Das Geld ist mehr als gut angelegt“, betont Bürgermeister Korneder. Der Landkreis München wird – so die Prognosen – auch in den nächsten Jahren weiter wachsen, die Bevölkerung Grasbrunns wird pro Jahr um rund 2 Prozent zunehmen. Außerdem verweist der Bürgermeister darauf, dass es nun zwischen den ansässigen Freiwilligen Feuerwehren Grasbrunn, Neukeferloh und Harthausen „Synergien“ gebe, die bares Geld einsparten. Während bei der Freiwilligen Feuerwehr Grasbrunn alle Schläuche gewaschen werden, überprüft die Freiwillige Feuerwehr Harthausen im Spezialraum die Atemschutzgeräte und dort wird die Einsatzkleidung gewaschen. Reparaturen sind zudem in der neuen Fahrzeughalle möglich. Übrigens: Beheizt wird das neue Feuerwehrhaus Harthausen mit einer Holzschnitzel-Heizung, die so ausgelegt ist, dass auch der nahe Kindergarten, ein möglicher Anbau sowie weitere Häuser am nördlichen Ortsrand Harthausens ökologisch sinnvoll beheizt werden können. Bodo-Klaus Eidmann

Auch interessant:

Kommentare