Ein Bild und tausend Worte

Ein Blick ins alte Trudering: Menschen, Schicksale, Ereignisse

Noch gar nicht so lange her - und doch wie aus einer anderen Welt. Das sind die Geschichten aus dem alten Trudering.
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Noch gar nicht so lange her - und doch wie aus einer anderen Welt. Das sind die Geschichten aus dem alten Trudering.
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Jede Woche öffnen Georg Kronawitter und Peter Wagner vom Truderinger Kulturkreis in HALLO ihr umfangreiches Foto-Archiv und erzählen Anekdoten aus der Vergangenheit...

25. September: Zweites Leben Jesu

Trudering – Der eilige Fußgänger ist überrascht, an der Ecke Friedenspromenade/Gartenstadtstraße ein kleines Parkidyll vorzufinden. Noch mehr erstaunt ist er, dort ein Feldkreuz zu erblicken, das dem Ort eine zusätzliche religiöse Weihe verleiht. Feldkreuze stehen wie Marterl und Wegkapellen als „Flurdenkmäler“ an exponierten Stellen. 

Sie wurden als Wegmarkierungen von den Klöstern oder auch aus pietätvoller Dankbarkeit von Privatpersonen gestiftet, ohne jedoch den teilweise sehr deutlichen Texten wie bei den Marterln: „Hier fiel Emmanuel Zimmerreit – vom Hausdach in die Ewigkeit“. 

In den Jahren 1984 bis 1987 haben Mitglieder der Bezirksvereinigung Gartenstadt-Trudering e.V. diesen schönen Platz in Eigenleistung geschaffen, wo einst ein Schuttablageplatz die Gegend verunstaltete. Interessant ist die Geschichte der Christusfigur, die offensichtlich aus der Barockzeit stammt. Ein Mitglied des Vereins entdeckte sie im niederbayerischen Raum, lädiert und stark verwittert. Sie wurde auf Kosten der Bezirksvereinigung aufwändig restauriert. Auch Holzkreuz und Sockel wurden in Eigenarbeit erstellt. 

Nach 20-jährigem Bestand war eine erneute Restaurierung erforderlich. Sie wurde durch einen Zuschuss der Stadt München gefördert. Nun prangt seit 2001 das Feldkreuz wieder in voller künstlerischer Schönheit am Rande des idyllischen Parks.

18. September: Wo der Blick in die Ferne schweifte

Trudering – Genau 50 Jahre stand das Wahrzeichen von Waldtrudering an der Wasserburger Landstraße 202, an der Stelle, wo heute das Feuerwehrhaus steht. Nicht weit davon entfernt erinnert noch die Wasserturmstraße an das Bauwerk, das immerhin 37 Meter hoch war. 

Unser Bild zeigt, dass man über den Dachfirst westwärts einen Blick auf die Stadt München werfen konnte, während man über die Brüstung einen guten Ausblick in alle anderen Himmelsrichtungen genießen konnte. Aber dafür wurde der Turm im Jahre 1922 nicht gebaut. Auf der Höhe, in der die Dachschräge begann, waren zwei Wassertanks, die insgesamt 45 Kubikmeter Wasser bunkerten. Damit war die Versorgung von ganz Trudering sichergestellt. 

Das Wasser für die Tanks kam von dem Pumpwerk, das neben der Kirche Christi Himmelfahrt stand. Die große Wasserleitung verlief unter der Waldschul- und Waldtruderinger Straße bis zur Wasserburger Landstraße zum Turm. Nicht nur das Wasserreservoir und einen Ausblick enthielt der Wasserturm; hier war auch die Sirene für die Feuerwehr angebracht. 

Die Brandmeldungen gingen bei der Polizeistation am Birkhahnweg ein, wo dann ein Polizist erst zum Wasserturm radeln musste, um die Sirene einzuschalten. Und er hing einen Zettel an die Tür, wohin die Feuerwehrmänner zu fahren hätten.

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