80igster Geburtstag

Ein Waldtruderinger Urgestein – Zum Geburtstag von Peter Wagner

Herzlichen Glückwunsch! Peter Wagner mit seiner Ehefrau Hildegard.
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Herzlichen Glückwunsch! Peter Wagner mit seiner Ehefrau Hildegard.

Waldtrudering – Man kann Peter Wagner eigentlich nicht auskommen, zumindest, wenn man in Trudering-Riem lebt. Ist er doch sowohl beim Bürgerzentrum Trudering als auch beim Truderinger Kulturkreis „seit Menschengedenken“ (also gut zwei Jahrzehnte) aktiv und leibhaftig tätig. Wenn es nicht so abgedroschen klänge, könnte man Peter Wagner als Musterbeispiel für „Kreativität im Alter“ bezeichnen.

Alter? Ja, er darf seinen 80. Geburtstag feiern. Und kreativ? Hier nur ein Beispiel: Als Oberbürgermeister Dieter Reiter im März 2015 in seiner Festrede zum zehnjährigen Jubiläum launig auf gewisse Bewirtungsmängel im „Gasteig des Ostens“ hinwies, unter denen er selber kurz zuvor beim Truderinger Ventil etwas hatte „leiden“ müssen, dauerte es keine Minute, bis ihm – bei voll besetztem Saal – ein frisch gezapftes kleines Bier ans Rednerpult gereicht wurde. Von wem? Natürlich von Peter Wagner. Der Waldtruderinger hat Humor, ziemlich trockenen. Italophilen Weinliebhabern ist Bierernst fremd.

Besonders populär wurde Wagner durch die stadtteilhistorischen Fotos und Texte aus dem Truderinger Stadtteilarchiv, die er auf Anregung der scheidenden Kulturzentrums-Geschäftsführerin Christina Hesse seit zwei Jahren regelmäßig inHALLO veröffentlicht.

Wagner kann nicht nur auf fast zwei Dekaden äußerst erfüllter ehrenamtlicher Arbeit für das Kulturzentrum Trudering zurückblicken – was ihm und seinen gleichermaßen engagierten Vorstandskollegen schon 2012 die Auszeichnung „München dankt“ eingebracht hat. Er kann auch zufrieden auf seine Nach-Berufsperiode seit 1997 schauen. Damals begann seine „Karriere“ als Stadtteilhistoriker.

Das war ihm natürlich nicht in die Wiege gelegt, als er am 17. April 1940 das Licht der Welt erblickte. Da war Krieg, sein Vater an der Front. Gleichwohl scheint seine frühe Sozialisation so verlaufen zu sein, dass sich in ihm die unverbrüchliche Überzeugung festsetzte, dass WALDtrudering der Nabel der Welt ist, ja sein muss. Verständlich, wenn man wie Peter Wagner – seit er stehen kann – in einem wunderschönen Anwesen am Birkhahnweg lebt und damit WALDtrudering acht Jahrzehnte von der Sonnenseite her erlebt. Nein, auch seine fußballerische Sozialisation im örtlichen TSV wurde wesentlich geprägt durch die sportliche Auseinandersetzung mit den Truderingern in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Dass „Sport verbindet“, war noch nicht so verbreitet.

Die zweite Sozialisation fand als langjähriger Ministrant in der römisch-katholischen (rk) Pfarrgemeinde von Christi Himmelfahrt statt. Und zwar so erfolgreich, dass es auch heute kaum eine E-Mail-Signatur von PW gibt, die ohne den Zusatz „- r.k. -“ auskommt. Da lässt er schon lieber – je nach Stimmung – seinen Namen weg und signiert mit „*** -r.k. -“.

Kein Problem mit seinem Humor hat seine Frau Hildegard, die seit über fünf Jahrzehnten seine – nun ja, es muss mal raus – bessere Hälfte ist. Schade nur, dass Wagner seinen beiden Kindern Markus und Jänny schulisch nicht als Vorbild diente: Während er vom humanistischen Wilhelmsgymnasium so begeistert war, dass er es gleich elf Jahre besuchte, begnügten sich seine Nachkommen mit einem neunjährien Normaufenthalt am profanen Haarer Gymnasium. Was sich hier so lustig schreibt, hat einen ernsten Hintergrund: Peter Wagner und sein älterer Bruder Fritz wuchsen als Kriegshalbwaisen ohne Vater auf.

Nichtsdestotrotz ging PW beruflich seinen Weg. Eine Setzerlehre schuf den soliden fachlichen Grundstock für eine Karriere im Münchner Verlagswesen, die er in der eigenen GmbH erfolgreich Ende der 90er Jahre beendete.

Georg Kronawitter

Mehr über Trudering und den Münchner Osten gibt es in der Übersicht.

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