Zum Kinderbuch-Projekt des Messestädters Michael Lapper

Drei Abenteurer auf großer Reise

Drei Tiere gehen auf große Reise in dem Kinderbuch des Messestädter Künstlers Michael Lapper.
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Drei Tiere gehen auf große Reise in dem Kinderbuch des Messestädter Künstlers Michael Lapper.

„Es war still, ich war konzentriert und hatte Zeit.“ Die Zeit der Ausgangsbeschränkung ab Mitte März nutzte der Künstler Michael Lapper aus der Messestadt für ein neues Projekt. Für seine eigenen Kinder, die mittlerweile erwachsen sind, hatte er sich vor ein paar Jahren eine Geschichte ausgedacht. Jetzt fand er die Zeit, diese weiterzuerzählen und zu illustrieren. Mit einer Crowdfunding-Kampagne möchte Lapper „Die große Reise“ nun finanzieren.

Messestadt - Ein Hase, ein Nilpferd und ein Pinguin gehen auf große Reise. Eine spontane Entscheidung, da an der Tankstelle, die von den drei Tieren betrieben wird, gerade nicht viel los ist. Ihr Ziel: Afrika, das Heimatland von Nilpferd Nils. Ihr Gefährt: Zunächst geht‘s im Abschleppwagen voran, später besteigen sie einen alten Hafenschlepper. Und wie es sich für eine Abenteuerreise gehört, lernen sie nicht nur neue Freunde wie den Maulwurf Marcel oder Reinhold, einen Tüftler im Rollstuhl, kennen, sie stoßen auch auf allerlei neue Themen, die sie fortan beschäftigen. Somit geht es Autor und Illustrator Michael Lapper aus der Messestadt in seinem Kinderbuch „Die große Reise“ nicht nur um drei Freunde, die einen fremden Kontinent erkunden. Auch der Klimawandel wird thematisiert. Dass Lapper seine Helden Mütze, Päng und Nils in diesem Sommer auf Reisen schickt, kam so: Sein Kinderbuch-Projekt basiert auf der Geschichte „Die Tankstelle der Tiere“, die sich Lapper vor ein paar Jahren für seine mittlerweile 20 beziehungsweise 23 Jahre alten Söhne ausgedacht hat. „Ich wollte schon sehr lange meine Geschichte fortsetzen. Aber nie war die Zeit dazu“, erzählt der Künstler, der nicht nur mit Bleistift und Aquarellpinsel arbeitet, sondern unterschiedliche Projekte und Kunstwerke, auch gerne in der Messestadt, realisiert. Mitte März stand Lapper bereits in den Startlöchern, um eine Installation beim Bayerischen Landtag zu platzieren. „Zwei Tage vor dem geplanten Aufbau allerdings zog der Landtag coronabedingt die Zugbrücke hoch und so saß ich wie viele anderen auch plötzlich daheim. Es war still, ich war konzentriert und hatte Zeit.“ Ein idealer Zeitpunkt für die drei Tiere von der Tankstelle zu einer Reise nach Afrika übers Meers aufzubrechen. „Während ich zuhause meine Geschichte weitererzählte, kam mir der Gedanke, diese quasi live als Online- Leseprojekt Kindern zur Verfügung zu stellen, die zuhause bleiben müssen und denen vielleicht der Lesestoff ausgegangen ist.“ Gut kann sich der zweifache Vater daran erinnern, wie gerne er seinen eigenen Kindern abends vor dem Schlafengehen vorgelesen hat. „Es war ein Ritual bei uns, vor dem Einschlafen noch gemeinsam zu lesen“, so Lapper. Denn nach dem Vorlesen war klar, dass die Kinder nun schlafen und die Eltern noch den Abend genießen dürfen.

Eine Reise der Vorstellungskraft

Außerdem habe es ihm viel Spaß gemacht, seine drei Abenteurer auf neuen Wegen zu zeigen. „Dabei ist mir wichtig, nicht nur eine lustige, unterhaltsame Geschichte zu erzählen, sondern ganz spielerisch auch auf aktuelle Probleme aufmerksam zu machen, ohne die Kinder zu ängstigen“, sagt Lapper. „,Die große Reise‘ ist auch eine Reise unserer Vorstellungskraft, bei der sich neue und ungewöhnliche Perspektiven auftun. Die Kinder erfahren, dass in Afrika vielleicht die Antwort liegt für eine interessante Zukunft.“ Lappers Geschichte „Die große Reise“ ist vor allem für Kinder geschrieben. Doch ebenso soll die Handlung die Vorleser, also die Erwachsenen, ansprechen. „Mir ist es wichtig, dass Eltern und Kinder beim Lesen auch ins Gespräch kommen. So mag mal ein Wort vorkommen wie ,intuitiv‘, das die Vorlesenden ihren Kindern erklären müssen. Aber ich finde, so soll es sein: Eine Geschichte soll zum Gespräch anregen.“ Ihm ist es daher sehr wichtig, dass die Handlung verschiedene Ebenen hat. Und wie er andere Familien mit Kindern seine Geschichte online mitlesen ließ, merkte Lapper, dass die Nachfrage groß ist: „Woche für Woche musste ich eine neue Folge hinzufügen, damit die Geschichte weiterging.“

Finanzierung über Crowdfunding-Kampagne

 Nun soll „Die große Reise“ als Buch erscheinen. Finanzieren will dies der Messestädter Künstler über eine Crowdfunding-Kampagne. Wenn es ihm gelingt, bis 15. August 6750 Euro zu bekommen, kann eine Erstauf- lage mit 500 Exemplaren gedruckt werden. Kämen bei der Spenden-Kampagne 9500 Euro zusammen, könnte eine Erstauflage von 1000 Exemplaren gedruckt werden. Seine Kampagne ist auf der Plattform StartNext unter www.startnext.com/die-grosse-reise zu finden. Wenn alles mit der Finanzierung klappt, könnte sein Buch, das aus 72 Seiten besteht und 21 Euro kostet, im Oktober als Hardcover erscheinen. „Jetzt gerade haben wir die 25-Prozent- Marke geknackt. Aber wir brauchen dringend noch weiter Unterstützung!“ In den kommenden Wochen muss Lapper seine Geschichte fertigstellen. „Ein paar Illustrationen und Folgen habe ich noch zu machen“, erzählt er. Und die Zeit ist wieder knapper geworden. Den Kopfbau in der Messestadt, der nun saniert werden soll, dürfen Lapper und seine Mitstreiter im Sommer für Ausstellungen, Workshops und weitere Aktionen nutzen. „Die Mühle dreht sich wieder“, sagt Lapper.
Verena Rudolf

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