Neue Vibro-Seismik-Messungen der Stadtwerke im Münchner Osten

Öko-Wärme für München

+
Ab kommenden Montag sind die speziellen Vibro-Seismik-Fahrzeuge wieder unterwegs.

Die Stadtwerke München führen ab Montag im gesamten Münchner Osten neue Vibro-Seismik-Messungen durch. Dafür werden Kabel verlegt, anschließend rücken Spezialfahrzeuge an. Die Arbeiten dauern bis März. Mit der Aktion wollen die Stadtwerke passende Geothermiestandorte festlegen.

Die Stadtwerke München (SWM) haben eine Fernwärme-Vision: Bis 2040 soll München die erste deutsche Großstadt werden, in der Fernwärme zu 100 Prozent aus regenerativen Energien gewonnen wird. Den wesentlichen Beitrag hierzu soll die Geothermie liefern. Die Realisierung dieser Vision haben die SWM kürzlich mit dem Start der Bohrarbeiten für die Geothermieanlage in Freiham begonnen. Nun folgt der zweite Schritt: Um geeignete Standorte für weitere Geothermieanlagen zu finden, führen die SWM in den nächsten Wochen umfangreiche seismische Messungen durch.

Unter München befindet sich ein gewaltiges Heißwasservorkommen, dessen Wärme sich hervorragend zum umweltfreundlichen Heizen nutzen lässt. Im südlichen Bereich der Stadt München werden für die Thermalwasservorkommen im Malm Temperaturen um 100 Grad Celsius erwartet. Mittels einzelner Messlinien (2D-Seismik) haben die SWM bereits erkundet, dass die Thermalwasservorkommen in Tiefen ab 2200 Metern (im Westen) und ab 3200 Metern (im Osten) liegen.

Auf der Suche nach den besten Standorten für den weiteren Geothermieausbau wollen die SWM mit einem umfangreichen Raster aus mehreren Messlinien nun die genaue Lage der Thermalwasserschichten erkunden. Die Messungen starten am Montag, 9. November, und enden im März 2016. Ziel ist ein zusammenhängendes Bild des Untergrundes in den bergrechtlichen Erlaubnisfeldern der SWM. Die Untersuchungen werden hauptsächlich im Süden des Münchner Stadtgebietes (und in Teilen der Gemeinden Putzbrunn, Ottobrunn und Neubiberg) erfolgen. Aus messtechnischen Gründen werden auch folgende Gemeinden am Rande berührt: Gräfelfing, Planegg, Neuried, Unterhaching, Hohenbrunn, Grasbrunn, Haar, Feldkirchen und Aschheim sowie die gemeindefreien Gebiete Forstenrieder Park und Perlacher Forst.

Das Messfeld wird kontinuierlich von Osten nach Westen abgearbeitet. Dabei wird jede Messstraße von den Vibro-Fahrzeugen nur einmal befahren und an jedem Punkt nur einmal vibriert. Mit dem Messfortschritt werden die Geophonkabel ebenfalls kontinuierlich verlegt, indem jeweils im Osten zwei Linien abgebaut und im Westen wieder angebaut werden. So wandert auch das Kablenetz über die Messfläche.

Auch interessant:

Meistgelesen

Drei Abenteurer auf großer Reise
Drei Abenteurer auf großer Reise
Interview mit dem Haarer Bürgermeister und dem Fraktionsvorsitzenden der CSU 
Interview mit dem Haarer Bürgermeister und dem Fraktionsvorsitzenden der CSU 
Haarer Hauptausschuss diskutiert über Balkonsolaranlagen für Mieter
Haarer Hauptausschuss diskutiert über Balkonsolaranlagen für Mieter

Kommentare