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Messestädter Kadir Alkan: „Heftige Geldmacherei“

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Kadir Alkan (rechts) und sein Nachbar Osman Öbek vor freien Parkplätzen in der „Blauen Zone“ der Heinrich-Böll-Straße. Wer dort jedoch länger als zwei Stunden parkt, muss zahlen.
Kadir Alkan (rechts) und sein Nachbar Osman Öbek vor freien Parkplätzen in der „Blauen Zone“ der Heinrich-Böll-Straße. Wer dort jedoch länger als zwei Stunden parkt, muss zahlen. © gm

Kadir Alkan wohnt an der Heinrich-Böll-Straße, wo seit Anfang des Monats tagsüber nur noch zwei Stunden lang geparkt werden darf. Das soll den Messeverkehr draußen halten, wie auch in den anderen Wohnstraßen der Messestadt. Kadir Alkan ärgert sich, weil selbst die Anlieger nun nicht mehr vor der Haustür parken können. Er hat der Stadt geschrieben und will jetzt Unterschriften gegen die neue Regelung sammeln.

Seit 1. Februar gilt in der Heinrich-Böll-Straße die Zonenregelung: In blau gekennzeichneten Bereichen ist von 9 bis 18 Uhr das Parken mit Parkscheibe nur für zwei Stunden erlaubt. Nach 18 Uhr und vor 9 Uhr hingegen dürfen Autos ohne Zeitlimit abgestellt werden. Kadir Alkan ist sauer: „Uns Anwohnern fehlt jegliches Verständnis dafür, dass wir vor unseren Wohnungen nur noch eingeschränkt parken dürfen! Wir können nicht mal länger als zwei Stunden Besuch empfangen, unsere Frauen müssen teilweise in der Früh mit kleinen Kindern in der Kälte zum weit weg geparkten Auto gehen, da wir zwei Autos haben, aber nur einen Garagenplatz!“ Der Grund für die Neuerung: In der nun fertig gestellten Heinrich-Böll-Straße wurde das Parkkonzept der Messestadt umgesetzt und blaue „Kurzparkzonen“ eingerichtet, damit Messebesucher ihr Auto nicht in der Wohnstraße abstellen.

Unnötig!

Kadir Alkan und Nachbar Osman Öbek, die beide seit acht Jahren an der Heinrich-Böll-Straße wohnen, finden das völlig unnötig: „Hier hinten parken keine Messeleute! Die Messe hat genug Parkplätze und es kann nicht sein, dass wir Anwohner deshalb leiden müssen! Es ist eine heftige Geldmacherei, bis abends laufen hier Politessen rum und schreiben auf!“ Nur während des Messebetriebs würden keine Strafzettel verteilt. „Angeblich soll die Stadt das angeordnet haben, um vor den Messebesuchern Weltoffenheit zu zeigen“, sagt Kadir Alkan. „Ich finde das alles unverschämt. Wir haben uns hier eine Wohnung gekauft und die Stadt sagt nur, wir sollen die Garage nutzen. Mit zwei Autos im Haushalt fehlt aber ein Platz!“

Alkan: nur Geldmacherei

Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) hat Kadir Alkan geschrieben, dass sämtliche Parkplätze für Wohnungen und Gewerbe grundsätzlich in Tiefgaragen und Parkhäusern untergebracht sind. Autos, die beides nicht nutzen können, sollten im Gewerbegebiet westlich der Olof-Palme-Straße oder auf der Parallelstraße der Willy-Brandt-Allee abgestellt werden. Für Alkan und Öbek keine Alternative, da beides weit entfernt ist. Parklizenzen für Anwohner wiederum würden nur in festgelegten Lizenzgebieten mit ausgewiesener Parkplatznot vergeben, so das KVR.

Neu ist die Diskussion um das Parkkonzept der Messestadt beileibe nicht und im Viertel spalten sich daran seit eh und je die Geister. Je mehr Einschränkungen beim Parken in den Straßen desto besser, finden manche Messestädter, andere wiederum halten die blauen Zonen für komplett überflüssig. Wie berichtet, stimmte auch die jüngste Truderinger Bürgerversammlung im Oktober gegen die Einrichtung des Zonenhalteverbots in der Heinrich-Böll-Straße, die Stadt setzte es dennoch um. Kadir Alkan jedenfalls will nun mit einer Unterschriftensammlung belegen, dass viele Messestädter zumindest in der Heinrich-Böll-Straße gerne wieder ohne Zonenhalteverbot leben möchten.

G. Mühlthaler

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