Mannschaft und Coach wollen oben mitspielen

Am kommenden Samstag ist die Findungsphase und Neuausrichtung beim Handball-Bayernligaabsteiger TSV Trudering endgültig abgeschlossen. Dann folgt unter dem neuen Trainer Uwe Conrad die erste echte Nagelprobe mit dem Landesligaauftakt und Derby gegen den TSV Allach (18 Uhr, Sportpark Haar).

Glaubt man den Bekundungen aus der Mannschaft und dem Umfeld, dann sollen nach zwei Abstiegen in den letzten Jahren für den Truderinger Handball mit dieser Spielzeit wieder bessere Zeiten anbrechen. Die erste Aufgabe gegen die Wurfartisten aus dem Münchner Nordwesten dürfte dabei gleich einen ersten echten Gradmesser bieten. Denn wie beim TSV Trudering trägt man sich auch in Allach mit ernsten Absichten, in dieser Spielzeit vorne dabei zu sein. Ein Auftakt deshalb, den beide Teams heiß herbeisehnen – und wohl auch ein Handballschmankerl für die Fans in der ansonsten eher notleidenden Münchner Handball-Diaspora. Der Neue macht Hoffnung Uwe Conrad ist das, was man umgangssprachlich ein Handballurgestein nennt. Der 49-Jährige, hauptberuflich als Vertriebsmanager werkelnde Handballfachmann, verbreitet im zuletzt doch sportlich darbenden Trudering neue Hoffnung. Der gebürtige Sachse durchlief selbst als hochtalentierter Spieler die Karriereleitern des damaligen DDR-Sports. Nach dem Start seiner Laufbahn 1967 bei der damaligen BSG Motor Rosswein wurde er an der legendären Kinder- und Jugendsportschule Leipzig ausgebildet. Als flinker und trickreicher Linksaußsen machte er im Anschluss von 1979 bis 1982 in der obersten DDR-Spielklasse, der Oberliga, bei Wismut Aue Karriere. Im November 1983 endete diese im Osten jäh. Conrad wurde als sogenannter „Republik-Abtrünniger“ in den Westen ausgewiesen. Seine Handballkarriere aber blühte weiter – beim württembergischen Traditionsverein Frisch auf Göppingen agierte Conrad drei Jahre lang, bisweilen im Spitzenfeld der Bundesliga. Weitere Stationen in Stuttgart-Scharnhausen (Zweite Liga) und bei Union St. Pölten in der Ersten Liga Österreichs folgten. Bei seiner letzten Station in Altenau musste er Anfang der 90er Jahre einer Arthrose im Sprunggelenk Tribut zollen und seine Karriere beenden. Doch vom Handballsport ist Uwe Conrad infiziert. Viele erfolgreiche Trainerstationen folgten bei dem Mann, der mittlerweile an der Schwanthaler Höhe in München lebt. Er trainierte die Damen der TSG Ludwigsfeld in der Regionalliga ebenso wie die Herren des TSV Ottobeuren oder des TSV Bad Saulgau. Letztgenannte waren alte Konkurrenten des TSV Trudering in besserer Zeit. „Da sind die Kontakte zum Verein entstanden“, so Conrad über seine Motivation, in Trudering zu agieren. Besonders mit Truderings Handball-Legende und Rückraumtorpedo Toni Schilcher verbindet ihn neben dem Handball auch eine freundschaftliche Beziehung. Doch es sollte noch dauern, bis Conrad in diesem Sommer den TSV übernahm. Zunächst wirkte der Handballbesessene noch in Kornwestheim, Langenau und zuletzt Bad Neustadt erfolgreich. Doch den enormen Zeit- und Fahrtaufwand wollte sich der arrivierte Fachmann nicht mehr antun – und stattdessen in Trudering „wieder etwas aufbauen“. Die Anfangszeit war nicht leicht. „Die Vorbereitung verlief zunächst sehr durchwachsen“, räumt der Neue mit Blick auf sein Team ein. Bei seinen vielen neuen Ideen, Trainingskonzepten und Strategien aus vier Jahrzehnten gelebten Handballsports traf er zunächst nach eigener Aussage auch auf viele fragende Blicke und auch Unverständnis im Kader. „Es ist ja auch nicht leicht, ein Team zu übernehmen, das gerade abgestiegen ist“, so Conrad. Doch die anfänglichen Schwierigkeiten mündeten mittlerweile in ein immer homogeneres Zusammenwirken. „Zudem haben auch die neuen Kräfte dem Kader gut getan, der noch zu 80 Prozent aus der letzten Abstiegssaison stammt“, so der Coach. Hoffnungsvolle Verstärkung Hoffnungsvollste Neuverpflichtung ist dabei nach Ansicht des Übungsleiters der vom Bayernligisten Waldbüttelbrunn an die Isar gewechselte Rückraumakteur Bernhard Zuber. „Der Junge ist eine enorme Verstärkung für uns!“, lobt Conrad. Zudem will er weitere Neue wie den Taufkirchner Tobias Beckmann, den Kehlheimer Florian Anzinger oder Florian Nortz und Korbinian Lex aus der eigenen Truderinger A-Jugend in den Kader der ersten Mannschaft integrieren. Die aktuellen Eindrücke vom neuen Team sind dabei vielversprechend. So konnte im letzten Test der frühere Bundesligist MTSV Schwabing, derzeit aufstiegsambitionierter Bezirksoberligist, mit deutlichen 38.14 Toren in die Schranken gewiesen werden. Auch ein Turnier in Freising bestrittten die Conrad-Schützlinge bei nur einer Niederlage gegen den Gastgeber sehr erfolgreich. „Doch erst am Samstag zählt es so richtig“, weiß der erfahrene Coach. Wir dürfen gespannt sein auf den „neuen“ TSV Trudering – der endlich wieder bessere Handballzeiten im Münchner Osten einläuten möchte. Harald Hettich

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