LKW-Verkehr auf die Bajuwarenstraße

Ein LKW-Führungskonzept, das die Brummis aus Friedenspromenade, Feldbergstraße und Schmuckerweg raus hält und statt dessen gebündelt über die Bajuwarenstraße und den Schatzbogen leitet, schlägt das Kreisverwaltungsreferat (KVR) dem Truderinger Bezirksausschuss vor. Das Gremium fordert nun, den Bereich südlich der Wasserburger Landstraße nochmals zu überdenken.

Ein Lkw-Führungskonzept durch den 15. Stadtbezirk hat der Truderinger Bezirksausschuss im Herbst 2008 gefordert. Nun kam die Antwort vom Kreisverwaltungsreferat und mit der ist das Gremium beileibe nicht glücklich. Das KVR schlägt nämlich vor, sämtliche Laster, die eine Nord-Süd-Route benützen müssten, über Bajuwarenstraße und Schatzbogen zu leiten. Weit über 1000 LKW mehr Zu den im August 2006 gezählten 800 Brummis und Bussen, die in 24 Stunden über die Bajuwarenstraße fahren, kämen dann noch die 600 bis 900 Laster aus der Friedenspromenade und die 300 bis 400 aus der Feldbergstraße hinzu. Verbotsschilder „Dies bedeutet, dass im Zuge der Nord/Süd-Verbindungen im 15. Stadtbezirk Trudering-Riem für den Bereich südlich der Wasserburger Landstraße letztlich die Bajuwarenstraße den Lkw-Durchgangsverkehr über 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht aufnehmen müsste“, schreibt das KVR dem BA. Damit die LKWs auch wirklich über die Bajuwarenstraße fahren, möchte das KVR die übrigen Straßen durch entsprechende Sperrschilder mit dem Zusatz „Anlieger frei“ abhängen. Eine solche Beschilderung würde beispielsweise Ecke Wasserburger Landstraße/Friedenspromenade und Ecke Wasserburger Landstraße/Feldbergstraße aufgestellt. Hauptverkehrstraßen Bajuwarenstraße und Schatzbogen befinden sich nach gültigem Verkehrsentwicklungsplan (VEP 2005, Stand März 2006) im so genannten Sekundärnetz und erfüllen somit die Funktion örtlicher Hauptverkehrsstraßen mit maßgebender Verbindungsfunktion. „Diese Straßenzüge dienen sowohl der Verbindung mit Gemeinden des Umlands, als auch von Stadtteilen innerhalb Münchens. Das Sekundärnetz dient in erster Linie der Aufnahme des Binnenverkehrs und der Verteilung des Ziel- und Quellverkehrs. Damit sind diese Hauptverkehrsstraßen auch für die Aufnahme des übergeordneten Lkw-Verkehrs vorzusehen“, so das KVR. Leistungsfähigkeit Die Behörde schreibt aber auch: „Es ist davon auszugehen, dass die Leistungsfähigkeit der Signalanlagen an der Bajuwarenstraße momentan noch ausreicht, aber bei einem zusätzlichen Verkehr vermehrt mit Stauungen zu rechnen ist“. Die Aufnahmefähigkeit der Strecke stoße schon heute zu Hauptverkehrszeiten an ihre Grenzen, deshalb sei mit einer Verlagerung des Verkehrs auf die westlich liegende St.-Veit-Straße zu rechnen. Zudem werde sich angesichts der weiter entstehenden Wohnhäuser und Geschäftszeilen an der Bajuwarenstraße die Verkehrssituation dort weiter verschärfen. Auch am Schatzbogen sei mit mehr Verkehr zu rechnen, wenn Schwablhofstraße und Truderinger Straße abgehängt würden. BA ist ratlos Der Truderinger Bezirksausschuss, der das Lkw-Führungskonzept beantragt hatte, ist mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Bessere Vorschläge als das KVR haben aber auch die Stadtviertelpolitiker nicht zu bieten. BA-Vorsitzende Stephanie Hentschel (CSU) kritisierte, die Stadtplaner hätten sich nicht drum geschert, dass der künftige Praktiker-Baumarkt 80 zusätzliche Laster am Tag verursache. Schatzbogen statt Mitterfeld sei Okay, südlich der Wasserburger Landstraße müsse das Lkw-Führungskonzept jedoch überdacht werden: „So ist es nicht zu verantworten!“ Michael von Ferrari (Grüne) erklärte, man könne nicht sämtlichen Lkw-Verkehr im Süden der Wabula auf die Bajuwarenstraße konzentrieren und Sebastian Schall (CSU) bedauerte die späte Erkenntnis der Stadt, dass sämtlicher Verkehr nun durch Neubaugebiet an der Bajuwarenstraße geführt werden müsse. Stadtrat Georg Kronawitter (CSU) sah es realistisch. Alle anderen Führungslinien tangierten kleine Anwohnerstraßen: „Wir müssen das hinnehmen, es geht nur über die Bajuwarenstraße!“ Der Truderinger Bezirksausschuss wird nun das KVR bitten, den Landkreisverkehr möglichst aus dem 15. Stadtbezirk herauszuhalten und das Führungskonzept im Süden der Wasserburger Landstraße noch einmal zu überdenken. Gabriele Mühlthaler

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