Leichter lernen durch Fitness

Fitnesstraining im Unterricht, das ist an der Feldberg-Grundschule Normalität. Zusätzlich zum regulären Sportunterricht trainieren alle Kinder während der Unterrichtszeit zweimal 20 Minuten extra im eigens eingerichteten Fitnessraum. Das gefällt den Buben und Mädchen und nützt nicht nur der Gesundheit, sondern auch dem Lernerfolg

. Vergnügen an der Bewegung, Spaß am Fortschritt, den man macht – die Kinder der Feldbergschule sind ausnahmslos begeistert vom Fitnesstraining im Unterricht. Zwei mal wöchentlich enden Deutsch, Rechnen oder andere Fächer 20 Minuten früher, die Kinder schlüpfen in ihre Sportschuhe und gehen zum Fitnessraum. Bei fetziger Musik wärmen sie sich erst mal auf, geballter Bewegungsdrang wird freigesetzt und in rhythmischer Gymnastik ausgelebt. Dann läuft das Übungsprogramm ab. Gruppenweise Gruppenweise geht es an die Bolder- oder Sprossenwand, Klimmzüge werden ausgeführt, es wird balanciert, Seil gesprungen, den Ball geprellt. Je nach Übung werden bestimmte Muskelstränge gedehnt und gekräftigt, das Gleichgewicht wird geschult. Nach maximal einer Minute ist die nächste Übung dran, jede soll nach dem Grundsatz „langsam und richtig, nicht schnell und falsch“ ausgeführt werden. Mit Leidenschaft Daran arbeiten die Kinder mit Leidenschaft, denn sie spüren den Erfolg. Florian aus der 4 c konnte nicht Seilspringen, als das Fitnessprogramm anlief. „Jetzt kann ich mehrere Arten!“ berichtet er stolz. Bei Diana und Jaqueline sind es die Liegestütze, die jetzt viel leichter gelingen, Katharina und Stefanie schaffen mehr Klimmzüge und Annkathrin hat sich zum Geburtstag sogar eine Klimmzugstange gewünscht, damit sie daheim trainieren kann. „Nach dem Training kann man im Unterricht alles besser kapieren“, meint sie. Das haben auch andere bemerkt. „Nach dem Auspowern kann man sich besser konzentrieren“, sagen Florian, Nadja, Niklas, Viktoria und Jeffrey. Simon meint, das Training helfe, Kraft zum Lernen und Schreiben zu tanken und Marco hat bemerkt, dass man bei den Übungen auch Wut rauslassen kann. Sandro und Klara freuen sich über mehr Sport in der Schule und Leonhard findet das gut, weil man auch daheim weniger vor dem Fernseher „rumhänge“ oder Gameboy spiele. Jedes Kind hat seine Lieblingsübungen, für Sofia und Lukas ist es das Training an der Kletterwand, denn beide sind in einem Kletterverein. Auch viele der Mitschülerinnen und Mitschüler sind in ihrer Freizeit in einem Sportverein aktiv. Die Idee Entwickelt und umgesetzt haben das Fitness-Training an der Feldbergschule die beiden Lehrerinnen Myriam Lösch und Kersten Alberola. „Die Kinder haben immer größere motorische Defizite, beispielsweise beim Ball fangen oder Seilspringen. Sie sitzen zu viel, deshalb sollen sie sich an sportfreien Tagen zwei mal 20 Minuten im Unterricht bewegen“, sagt Myriam Lösch. Im ehemaligen Gymnastik-raum der Hauptschule ist jetzt das „Fitnesscenter“ der Grundschule untergebracht. Die erste Klasse, die den Raum morgens benutzt, räumt die Geräte her, die letzte räumt alles wieder weg. Das Training ist schnell an die verkürzten Schulstunden angehängt, denn umziehen müssen die Kinder sich nicht, sie schlüpfen lediglich in ihre Sportschuhe und sind bereit. Drei verschiedene Fitnessprogramme machen die 13 Klassen der Grundschule in diesem Schuljahr durch. Alle absolvierten Trainingseinheiten für jeden Schüler werden in einem Fitnesskalender als bunte Klebepunkte markiert, am Schuljahresende gibt es ein Zertifikat. Auch Grundschulleiterin Lorenz steht voll hinter dem Projekt. „Es ist sehr wichtig, sich täglich zu bewegen. Viele Kinder leiden heute unter Bewegungsmangel, es ist ein Problem der Medien, der Stadt. Wer sich ausgepowert hat, kann sich besser konzentrieren“, betont Lorenz. Mit dem Fitnessraum allein sind die Pläne von Myriam Lösch aber noch längst nicht alle umgesetzt. Sie wünscht sich Trainingsgeräte im Außenbereich nach dem Vorbild des Fitnessparcours im Bajuwarenpark, rund 22.000 Euro würde das kosten. Mit Sportamt und Baureferat ist Lösch schon im Gespräch, gegen ein paar Sponsoren hätte die rührige Lehrkraft aber auch nichts einzuwenden. Myriam Lösch hofft, dass die Weichen für einen Fitnessbereich im Schulhof bald gestellt werden können. Gabriele Mühlthaler

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