Visionen für den Nordosten

Dorfcharakter, Grün, gute Verkehrsanbindung: Der Wunschzettel der Bogenhauser für das neue Viertel

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Romedia Keller aus Daglfing: „Der Pferdestandort muss erhalten bleiben!“„Wir müssen den Pferdestandort Nordost retten. Im Bezirk stehen etwa 450 Pferde in verschiedenen Ställen und es gibt sehr viele Reitbetriebe. Die Stadt hat jetzt die einmalige Gelegenheit, den Standort am Leben zu halten. Wir hoffen sehr, dass sie diese ergreift! Pferdesport hat bei uns seit mehr als 120 Jahren Tradition. Auch die Straßen sind nach berühmten Trainern oder Rennstallbesitzern benannt – wie die Krenklstraße. Ich finde sogar, man könnte das neue Viertel Traberstadt oder Gründorf nennen. Den Reitstandort zu erhalten bedeutet nämlich, dass auch die Koppelflächen bestehen bleiben – auf das große Ausreitgebiet können wir nicht verzichten. Wahrscheinlich steigt die Nachfrage mit dem Zuzug und die Ausreitflächen müssten erweitert werden.“
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Roland Krack, Nordost-Kultur: „Wir wollen ein Zentrum!“„Bogenhausen hat mit dem Arabellapark das langweiligste Zentrum in München. Wir brauchen jetzt schon ein Zentrum, und wenn 30 000 Menschen mehr hierher ziehen, brauchen wir es noch viel mehr. Aber bitte kein fantasieloses Standard-Zentrum mit einem Supermarkt und einem Drogeriemarkt! Man sollte einen Verkehrsknotenpunkt mit S-Bahn und U-Bahn nutzen, um dort ein schönes Zentrum zu gestalten. Ich wünsche mir ein Fahrradgeschäft, eine Papeterie, ein nettes Café, in dem man vielleicht mal einen besonderen Cappuccino trinken kann, und zum Beispiel einen netten Italiener nebenan. Wir brauchen eine Angebotsvielfalt und keine weiteren Ketten von Großkonzernen. Der Nordosten soll keine Schlafstadt werden, sondern eine Stadt, in der man leben kann. Außerdem sollten die Grünflächen vernetzt werden, damit man weiterhin etwa von Johanneskirchen bis Riem radeln kann.“
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Angelika Pilz-Strasser, BA-Vorsitzende: „Wir brauchen unsere Grünflächen!“„Unser Bezirk ist ein Kleinod für München, das weiter bestehen soll. Deswegen haben wir einen ambitionierten Anspruch an die Bebauung. Natürlich sollen viele Grünflächen bleiben, auch ein Juwel wie das Beerenfeld hier, wo man im Sommer alle möglichen Beeren pflücken kann. Das ist ein Stück Lebensqualität, das bleiben soll. Ich stelle mir das neue Viertel wie mehrere kleine Dörfer vor, die sich aus dem Bestand, den es jetzt schon gibt, entwickeln und langsam und gut zusammenwachsen. Aus unserem Juwel soll ein tolles Quartier entstehen.“
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Martin Tscheu, BA-Mitglied: „Bessere Verkehrsanbindung!“„Die Straßenbahn 16 darf nicht hier bei Sankt Emmeram enden, sie muss weiterfahren ins neue Viertel, am besten bis zur Studentenstadt. Die Verbindung zwischen Norden und Osten muss verbessert werden. Überhaupt wünschen wir uns, dass eine verkehrliche Anbindung fürs neue Viertel garantiert ist, bevor die Menschen herziehen. Sonst gibt das nur Chaos. Wir fordern auch einen sechsspurigen Ausbau des Föhringer Rings. Vier Spuren, wie die Stadt sie vorsieht, reichen nicht. Absolutes Minimum sind fünf Spuren, damit eine Fahrbahn für den öffentlichen Nahverkehr frei ist, also Busse. Besser sind aber sechs Spuren, um Staus zu vermeiden. Außerdem muss der Nordost-Ring mit einem Ausbau der S-Bahn vervollständigt werden – aber das wollen alle und das wird auch kommen.“

München wächst und wächst! Im Nordosten der Stadt soll ein komplett neues Viertel entstehen – mit Wohnungen für bis zu 30 000 Menschen und 10 000 Arbeitsplätzen. Jetzt werden die Planungen für das Megaprojekt konkret. Im März sind die Einwohner gefragt: Es finden Workshops und eine Ausstellung statt.

Kaum eine Stadt wächst so rasant wie München. Gerade erst entsteht ein neuer Stadtteil im Westen, Freiham. Jetzt wird schon das nächste Großprojekt im Nordosten geplant. Das Viertel, das hier auf 600 Hektar aus dem Boden gestampft wird, bietet voraussichtlich Wohnungen für 30 000 und Arbeitsplätze für 10 000 Menschen – so viele Einwohner hat beispielsweise Germering. Hallo hat sich vorab umgehört, was sich Bürger und Lokalpolitiker dafür wünschen. Hanni Kinadeter

Die Stadt plant das neue Viertel im Nord­osten, im Planungsreferat leitet Ruth Büchele das Projekt. „Das ist ein sehr langfristiges Projekt“, sagt Büchele. In der Öffentlichkeitsphase, die im März beginnt (siehe unten) und in der die Bürger informiert werden sollen, zeigt die Stadt drei verschiedene Varianten. „Wir wollen aber keine Abstimmung, welche die beste ist.“ Stattdessen interessieren die Planer die Schwächen und Stärken der unterschiedlichen Vorschläge. Die Auswertung der Bürgerworkshops will Büchele dann den Stadtpolitikern vorlegen.

Eine Ausstellung und Workshops für die Bürger
Eine Ausstellung zeigt die drei Varianten für den Nordosten von Dienstag, 7. März, bis Donnerstag, 6. April, im früheren Siemens-Mitarbeiter-Restaurant, Richard-Strauss-Straße 76. Dort finden auch Workshops statt, bei denen Bürger mit Planern sprechen können: Samstag 11. März, 10 bis 15 Uhr, sowie Dienstag, 21. März. 17 bis 21 Uhr. Anmeldung unter 24 41 03 31 8.

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