1. hallo-muenchen-de
  2. München
  3. München Ost

Klopfen statt klatschen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

VHS Haar startet ab Herbst mit der „Kinder-Uni“

Was macht der Bürgermeister den ganzen Tag? Warum starben die Dinosaurier aus und wie groß ist eigentlich das Weltall? Diese und viele weiteren Fragen werden kindgerecht, kompetent und ausführlich in der ab Herbst startenden „Kinder-Uni“ beantwortet. Kinder haben einen unbändigen Wissensdurst, sind neugierig auf ihre Umwelt und stellen manchmal Fragen, deren Beantwortung Erwachsene, die keine Experten auf dem Gebiet sind, überfordern. Ab dem Herbst-/Wintersemester 2008/2009 können 8- bis 12-jährige Kinder mit Spaß und Freude am Entdecken mehr über die Welt erfahren, erste Uni-Luft schnuppern, Eigenverantwortlichkeit lernen und alle ihre Fragen beantwortet finden. Wie die Großen Seit 2002 wird in vielen deutschen Städten das Projekt „Kinder-Uni“ erfolgreich praktiziert, erste „Universitäten“ halten nun auch in den Gemeinden Einzug. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule soll jetzt auch in Haar eine Uni für die Kleinen eröffnen. Alle Mini-Studenten erhalten mit der Einschreibung ein eigenes Studienbuch, in das sie ihre Vorlesungen eintragen sowie einen eigenen Hörerausweis mit Foto. Sie lernen, dass man am Ende einer Vorlesung nicht klatscht, sondern klopft, dass die Lehrer Professoren heißen und dass man ruhig eine Viertelstunde zu spät kommen darf, wenn „c.t.“ hinter der Uhrzeit steht. „Ganz wie bei den Großen“, betont Bettina Endriss, die das Projekt „Kinder-Uni“ in Haar konzipiert hat und organisiert. Auch Alfred Pfeuffer, der Leiter der VHS, ist von der Idee begeistert: „Lernen muss man lernen. Wenn es Spaß macht, ist das die halbe Miete.“ Und je eher Kinder mit dem Lernen anfangen, desto leichter tun sie sich im späteren Leben. Die ersten Termine Wie in der richtigen Uni dauert ein Semester sechs Monate; pro Monat soll jeweils eine Vorlesung zu einem bestimmten Thema stattfinden. Den Anfang machen am Freitag, 26. September, 17 bis 17.45 Uhr, Helmut Dworzak (Erster Bürgermeister der Gemeinde Haar) und Gabriele Müller (Zweite Bürgermeisterin der Gemeinde Haar) zum Thema: „Herr und Frau Bürgermeister: Was macht ihr denn so den ganzen Tag?“ Die zweite Vorlesung am Freitag, 24. Oktober, 17 bis 17.45 Uhr entführt die Zuhörer in die unendlichen Weiten unseres Universums. Hans-Georg Schmidt von der Volkssternwarte München stürzt sich in das „Abenteuer Weltall: Gibt’s da auch eine Tür nach draußen?“ Wieder auf die Erde zurückgekehrt, begeben sich die kleinen Forscher am Freitag, 21. November, 17 bis 17.45 Uhr, gemeinsam mit Dr. Rieber auf Expedition in die Vergangenheit: „Damals bei den Dinos! Warum sind die Dinosaurier ausgestorben?“ Einschreibung ab September Die Semester-Studiengebühr beträgt 10 Euro. Dafür erhält jeder Student sein persönliches Studienbuch sowie seinen Studentenausweis, welche zum vergünstigten Besuch der einzelnen Vorlesungen berechtigen. Erstsemester benötigen für ihren Studentenausweis zusätzlich ein Passfoto. Mit Ausweis beträgt die Vorlesungsgebühr nur noch 2 Euro, die jeweils am Vorlesungsort unter Vorlage des Studentenausweises zu bezahlen ist. Gasthörer zahlen für jede Vorlesung 5 Euro; Erwachsene dürfen nur als Gasthörer teilnehmen und auch nur dann, wenn noch genügend Platz im Vorlesungsraum vorhanden ist. Jedes Kind kann sich persönlich ab September an der VHS einschreiben. Anmeldungen für die einzelnen Vorlesungen sind sowohl telefonisch als auch online möglich, die Einschreibung für ein ganzes Semester erfolgt direkt in der Volkshochschule: vhs Haar, Jagdfeldring 80; Telefon 45 69 85 20 oder Friedrich-Ebert-Straße 12, Telefon 45 69 85 10. Die jeweiligen Vorlesungen finden zentral in der Konradschule oder im Gesundheitszentrum in Haar statt. Antrag auf Stipendium Wer sich die Kinder-Uni finanziell nicht leisten kann, kann sich an die Gemeinde Haar und das Projekt „Kindern Chancen geben“ wenden und ein Stipendium beantragen. „Das Projekt ist so ausgelegt, dass es sich vor allem an die Familien richtet, die knapp über dem Satz liegen“, betont Bürgermeister Helmut Dworzak. Jeder Antrag wird individuell geprüft und soll damit „Chancengleichheit auf breiter Ebene“ gewährleisten. Denn wissenshungrige und lernbereite Kinder sollen Lernen dürfen – unabhängig vom Geldbeutel ihrer Eltern. (KF)

Auch interessant

Kommentare