Kein Verbindungsgang zwischen Tiefgarage und Bürgerhaus Haar

Nein im Bauauschuss 

Der Vorschlag, einen Verbindungsgang zwischen der gerade im Entstehen begriffenen Tiefgarage des neuen Poststadls und dem Bürgerhaus einzurichten, sorgte im vergangenen Bauausschuss für Diskussionen.

Die einen bezweifeln das Kosten-Nutzen-Verhältnis, die anderen monieren Planungsversäumnisse und Kostenberechnung.Die Mehrheit lehnte die unterirdische Anbindung schließlich ab. 

Dass es wünscheswert wäre, künftig trockenen Fußes von der neuen Tiefgarage in das Bürgerhaus zu kommen, bezweifelt im Haarer Gemeinderat niemand. Hinsichtlich der Umsetzung gehen die Meinungen jedoch auseinander. Eine behindertengerechte Anbindung setzen die Planer auf rund 310.000 Euro brutto an. Gebaut werden müsste ein rund zwanzig Meter langer Tunnel, der um das Bürgerhaus herum führt. Das ist nötig, weil entlang der Gebäudekante der neuen Tiefgarage die Versorgungsleitungen und Technikanlagen des Bürgerhauses untergebracht sind. Das stünde in keinem Verhältnis, betonte Bürgermeister Helmut Dworzak, da die Alternative zu dem unterirdischen Gang gerade einmal zehn Meter Fußweg im Freien seien. Zudem würden die sechzig Tiefgaragenstellplätze ja nicht nur von den Bürgerhausbesuchern, sondern auch von den Kursteilnehmern der Musik- und Volkshochschule genutzt. Zur gesamten Bedarfsdeckung des Bürgersaals reichen die Tiefgaragenplätze ohnehin nicht aus, dieser bietet 576 Personen Platz. 

Selbst Bürgerhaus-Geschäftsführerin Veronika Gerstacker lehnt die „Tunnellösung“ ab; sie sieht die Funktionalität des Hauses gestört. Der Gang würde nämlich in den einzigen Musikübungsraum im Untergeschoss münden, in dem sich größere Ensembles auf ihren Auftritt vorbereiten, und diesen zerschneiden. „Auf solche Aufführungen müsste man dann im Bürgerhaus künftig verzichten“, sagt Gerstacker. Zudem würden die Besucher durch den Rückzugsraum der Künstler geleitet. Das sei eigentlich nicht zumutbar. 

Zweifel an der

Kostenrechnung

Baureferent Hans Stießberger sieht das anders: Er hält den Durchgang nicht nur weiterhin für nützlich und von der Bevölkerung gewünscht, sondern zweifelt auch die Kostenrechnung an. Sie sei laut seiner Aussage überspitzt. Nachdem eine frühere Planung als nicht realisierbar fallengelassen wurde, hätte man die Idee nicht begraben, sondern nach Alternativen suchen müssen. „Da ärgere ich mich auch über mich selbst.“ Angesichts des Baufortschritts sei jetzt nur noch eine Notlösung möglich. Unterstützung erfuhr Stießberger von seinen CSU-Fraktionsmitgliedern, die auch die Beeinträchtigungen für das Bürgerhaus nicht sehen: Der Raum sei bislang kaum genutzt und es würde sich sicher eine Ausweichmöglichkeit für große Orchester finden.  

Die SPD-Bauausschussmitglieder hingegen wollen die Beeinträchtigungen am bestehenden und gut funktionierenden Bürgerhaus nicht in Kauf nehmen. Die Fraktion der Grünen war bei dieser Sitzung verhindert, sie hatte ihre Ablehnung im Vorfeld bereits schriftlich festgelegt. 

Es wurde schließlich laut darüber nachgedacht, als Alternative zum Tunnel eine Überdachung für den oberirdischen Fußweg zu installieren. Das soll nun auch geprüft werden. Der Verbindungsgang jedenfalls wurde mehrheitlich abgelehnt. 

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