Kein Platz für Quax-Ganztagsschule

Nichts Neues an der Hauptschulfront im Münchner Osten – wie schon im vergangenen Jahr fehlen an der Hauptschule Lehrer-Wirh-Straße Räume für das Angebot der Offenen Ganztagsschule von Quax. Zugesagt war der Ausbau leer stehender Fläche über der Sporthalle, frühestens ab 5. Oktober soll diese nutzbar sein.

Man könnte sich ans „Dinner for one“ erinnert fühlen, man hat ein „Deja-Vu-Erlebnis“. Wie im vergangenen Jahr schlägt Quax, das Zentrum für Freizeit und Kulturelle Bildung in der Messestadt, Alarm. Die Offene Ganztagsschule, die Quax in der Hauptschule Lehrer-Wirth-Straße anbietet, hat keine Räume. Schon 2008 ein Problem 2008 war es ebenso, denn die Hauptschule selbst brauchte die Zimmer, die Quax im Jahr zuvor belegt hatte. Weil aber für viele Kinder das Nachmittagsangebot dringend benötigt wird, ging Quax einen Kompromiss ein und gab sich mit einem Provisorium zufrieden. Die Bedingung von Quax-Leiter Karl-Michael Brand war damals, dass bis zum Schuljahr 2009/2010 eine dauerhafte Lösung verwirklicht sein müsse. Zu früh aufgeatmet Nach einer Ortsbegehung mit Vertretern von Schul- und Baureferat und nachfolgenden brandschutztechnischen und sonstigen Prüfungen konnten Schulleiterin Helma Seibl und Karl-Michael Brand aufatmen. Die Stadt versprach, seit Jahren leer stehende Räume über der Sporthalle brandschutztechnisch so nachzurüsten, dass sie für Quax nutzbar würden. Notwendig war eine zusätzliche Fluchttreppe, die zudem den urheberrechtlichen Ansprüchen der Architekten genügen musste. Treppe fehlt Bis heute fehlt dieses Bauwerk jedoch. Schulreferats-Sprecherin Eva-Maria Volland erklärte dazu, man habe die Ausschreibung für Stahltreppe und Brandschutztür wiederholen müssen. Baureferats-Sprecherin Dagmar Lezuo betonte, die Lösung sei unter Beachtung sicherheitstechnischer und gestalterischer Vorgaben, die auch noch wirtschaftlich realisiert werden müssten, sehr schwierig zu finden gewesen. Das Baugenehmigungsverfahren sei positiv beschieden worden, allerdings habe das darauf folgende Ausschreibungsverfahren kein Ergebnis gebracht. „Ein Gewerk blieb ohne Angebot. Das Verfahren musste wiederholt werden, so konnte die Maßnahme leider nicht in den Ferien durchgeführt werden“. „Quax-Wunschliste“ nie zugesagt Karl-Michael Brand bemängelt auch, dass weder die zugesagte Teeküche eingebaut noch die Herrentoilette auf Bubenmaße gebracht worden sei. Ebenso fehle die Umwidmung der ehemaligen Umkleide in einen Mädchenaufenthaltsraum. „Den brauchen wir dringend als Rückzugsort und Hausaufgabenraum. 20 sehr schwierige Kids sind angemeldet, eine Separierungsmöglichkeit ist notwendig! Auch die Teeküche war im Juni noch zugesagt, man muss sich ja wenigstens mal ein Glas Wasser holen können“, so Karl-Michael Brand. Eva-Maria Volland allerdings bestreitet, dass die „Quax-Wunschliste“ zugesagt war. „Der Küchenumbau ist nicht sinnvoll. Im Endausbau hat die Schule am Mittag 250 Esser. Deshalb wird in den nächsten Jahren die Hortküche ausgebaut. Die Quax-Kinder essen unten und gehen zur Betreuung nach oben. Bei den Toiletten ist baulich nichts vorgesehen“. Ausdrücklich habe der zuständige Mitarbeiter des Referats betont, dass es keinerlei Zusagen für Teeküche, Toilettenumbau oder Umkleide-Umwidmung gebe, so Volland. Das lässt Brand aber nicht so stehen und verweist auf ein Protokoll vom Oktober 2008. „Es geht um eine Basisausstattung. Im Jungen-WC müssen beispielsweise die Pissoirs runtergesetzt werden“. Staatliche Ganztagsschule Laut Karl-Michael Brand ist das Hauptproblem, dass sich seit vergangenem Jahr die Zuständigkeiten für die Einrichtung des Offenen Halbtagsangebots geändert haben. „Bisher war es ein städtisches Projekt, jetzt ist es eines des Staatlichen Schulamts. Es ist ein Hohn, was da passiert. Wir haben das alles bei der Stadt beantragt, nur gelten diese Anträge jetzt nichts mehr. Woher aber sollen wir das wissen? Das haben wir jetzt mehr oder weniger zufällig erfahren!“ Laut Eva-Maria Volland ist die Landeshauptstadt nach wie vor Sachaufwandsträger und somit für die räumliche Situation zuständig. Auch Teeküche, Umwidmung der Umkleide und Umrüstung der Toilette gehe auf städtische Kappe. „Uns ging es um kurz- und mittelfristige Lösungen. Kurzfristig war der Fluchtweg wichtig, damit die Räume ab diesem Schuljahr genutzt werden können. Leider hat das nicht geklappt, wird aber bis zum 5. Oktober klappen. Mittelfristig ist über die anderen Dinge wie Teeküche, Herrentoilette und Umkleide zu reden“. Im Gegensatz zum vergangenen Schuljahr, wo die Ganztagsschule ein freies Angebot eines freien Trägers gewesen sei, handle es sich dabei nun um einen Teil der staatlichen Ganztagsschule, so Volland. „Jetzt geht es um eine Zwischenlösung bis Anfang Oktober, dafür ist die Schulleitung zuständig. Ab 5. Oktober stehen die Räume dann zur Verfügung“. Eva-Maria Volland erklärte auf Nachfrage der HALLO-Redaktion, man werde im Oktober gerne die Situation bezüglich der „Quax-Wunschliste“ anschauen und prüfen, welche Verbesserungsmaßnahmen möglich seien. „Wir werden sehen was sich kurzfristig machen lässt, damit sich die Buben und Mädchen wohl fühlen!“ Gabriele Mühlthaler

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