Kein Halteverbotsschild auf Truderinger Spielstraße

Bürokratie contra Sicherheit

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Auch wenn’s für Rettungskräfte und Müllmänner eng wird: Die Stadt lehnte Halteverbotsschilder in Spielstraße ab.

Ein Halteverbotsschild an der Einmündung Bistritzer Weg/Leschkircherstraße wünschen sich die Anwohner, denn parkende Autos behindern Rettungsdienste und Müllabfuhr. Doch Schilder werden in Spielstraßen nicht angebracht.

Dramatische Szenen spielten sich kurz vor Weihnachten im Bistritzer Weg ab, denn aus dem Dach einer Doppelhaushälfte schlugen meterhohe Flammen. Wie berichtet, hatte die Eigentümerin des damals unbewohnten Hauses einen neu gesetzten Kachelofen im Erdgeschoss beheizt, von dort breitete sich das Feuer bis ins Dachgeschoss aus. Die Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun, um den Brand zu löschen.

Zum Glück war die Einmündung zur Leschkircher Straße zu diesem Zeitpunkt nicht zugeparkt, denn sonst hätten die Feuerwehrautos über Moosfeld und Thomas-Hauser-Straße auf den Bistritzer Weg einfahren müssen. Der Hydrant allerdings, dessen Kennzeichnung hinter einem ausgewiesenen Parkplatz am Zaun befestigt ist, mussten die Floriansjünger erst suchen. „Kürzlich mussten wir den Notarzt rufen, er kam nicht in den Bistritzer Weg rein. Auch die Müllabfuhr muss häufig von der Thomas-Hauser-Straße zufahren, wenn ein Auto im Einmündungsbereich parkt“, berichtete ein Anwohner dem Truderinger Bezirksausschuss und beantragte die Ausweisung eines absoluten Halteverbots.

Der Bistritzer Weg ist eine Spielstraße und deshalb mit Pflanz-Inseln und unterschiedlichen Pflasterungen versehen, die Flächen ausweisen, auf denen das Parken erlaubt ist. Doch offenbar wissen dies nicht alle Autofahrer oder ignorieren es einfach. Wenn das im Einmündungsbereich zur Leschkircher Straße geschieht, wird es eng – dort befindet sich nämlich auch eine Pflanz-Insel. Einsatzwagen und Laster kommen nicht mehr in die Spielstraße.

Doch Halteverbotsschilder wird die Stadt laut BA-Chefin Stephanie Hentschel (FW) wohl trotzdem nicht aufstellen. „Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) sagt, im verkehrsberuhigten Bereich werden grundsätzlich keine Halteverbotsschilder aufgestellt. Man darf nur im durch Aufpflasterung ausgewiesenen Bereich parken“, so Hentschel. Möglich sei ein Austausch des Belags, das sei aber mit Kosten für die Anlieger verbunden. Der Bezirksausschuss fragt jetzt beim KVR an, ob zumindest beim Hydranten ein Halteverbotsschild aufgestellt werden kann.

Auch die HALLO-Redaktion hat beim Kreisverwaltungsreferat nachgefragt, ob es sachlich fundierte Gründe fürs Schild-Veto in Spielstraßen gibt oder ob hier Bürokratie vor Sicherheit geht. Die Antwort lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor. Gabriele Mühlthaler

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