Jahresbilanz der Wasserwacht

In ihrer Abschlussbilanz für das Jahr 2009 appelliert die Münchner Wasserwacht aus gegebenem Anlass an alle Schwimm- und Badebegeisterten, dringend die Baderegeln zu beachten. Signifikant war in diesem Jahr zu beobachten, das einfachste Baderegeln nicht eingehalten wurden und sich daraus dramatische Rettungsaktionen, letztlich auch unter Gefährdung der Wasserretter, ereignet hatten.

Insbesondere in der Zeit bis Ende Juli wagten sich viele mit einfachen Schlauchbooten auf die Isar und lösten durch Stürze ins kalte Wasser etliche Einsätze aus. Als es Anfang August dann spürbar wärmer wurde und die Gefahrenlage an der Isar sich nur langsam spürbar entspannte, unterschätzten leider wieder etliche dieses fließende Gewässer. Die Isar hat ihre Tücken und stellt ganz besonders für einen Menschen im Wasser eine lebensbedrohliche Gefahr dar, sehr schnell zu unterkühlen und damit handlungsunfähig zu werden. Lebensrettungen 2009 Die 740 aktiven Mitglieder der neun Ortsgruppen der Kreiswasserwacht München leisteten im Jahr 2009 bislang 52.400 Einsatzstunden und 750 Mal Erste Hilfe. Bei sieben Lebensrettungen an der Isar, der Ruderregattastrecke, dem Lerchenauer- und Heimstettner See wurde den Rettern all ihr Können abverlangt: Ende Juni gerieten drei Jugendliche auf der Isar in eine Wasserwalze an der Marienklausenbrücke. Durch die Aufmerksamkeit der Wachmannschaft von der Wasserwacht OG-Mitte konnten sie ca. 500 Meter flussabwärts aus der Isar geborgen, versorgt und dem Rettungsdienst übergeben werden. Am Lerchenauer See wurde ein Kind im Alter von acht Jahren beobachtet, wie es hilflos auf einer Luftmatratze im See trieb, nicht schwimmen konnte und auch keine Schwimmhilfen an den Armen trug. Es wurde von den Wasserrettern an Land gebracht und den Eltern übergeben. Beim Bafana Cup an der Ruderregattastrecke überschätzte ein Nichtschwimmer seine Kräfte und sprang vom Steg aus ins Wasser. Durch das schnelle, beherzte Eingreifen der Rettungsbootbesatzung wurde der Junge (13 Jahre) ins Boot gezogen und vor dem Ertrinken gerettet. Anfang August waren drei von der Wasserwachtjugend der OG Heimstetten am dortigen See auf einer Badeinsel und bemerkten eine junge Frau, die mehrmals untertauchte, Wasser schluckte und sich gerade noch mit Hilfe ihres Freundes über Wasser halten konnte. Die drei Wasserretter halfen ihr auf die Insel, einer versorgte sie, die anderen beiden fuhren mit ihren Rettungsbrettern zur Station und organisierten den Einsatz mit dem Rettungsboot und die Alarmierung des Rettungs-Hubschraubers Christoph 1. Die junge Frau kam ins Krankenhaus, musste eine Nacht zur Überwachung bleiben und konnte am nächsten Tag das Krankenhaus wieder verlassen. Mitte August wurden zwei Kameraden der Ortsgruppe Heimstetten bei einer ihrer Motorboot-Streifen in der Mitte des Sees auf eine junge Frau aufmerksam, die am Ende ihrer Kräfte war und sich nur noch nach Luft schnappend über Wasser halten konnte. Die sofort durchgeführte Rettung verhinderte das unweigerliche Ertrinken. Schnell wurde sie mit dem Boot zur Wasserwachtstation gebracht, von einer anwesenden Ärztin versorgt und nach kurzer Behandlung entlassen. Die beiden Schnelleinsatz-gruppen der Münchner Wasserwacht rückten nach Alarmierung durch die Rettungsleitstelle der Berufsfeuerwehr München zu elf Einsätzen aus. Die Münchner Wasserretter betreuten in diesem Jahr zahlreiche Veranstaltungen, wie z.B. Straßenfeste, Aktionstag am Marienplatz, Tag der offenen Tür beim Bayerischen Staatsministerium des Inneren, Aktion in der Therme Erding mit zwei SOS-Kinderdörfern; Einweihungsfeiern bei den Ortsgruppen Lohhof und Heimstetten. Dazu kamen First-Responder-Einsätze, viele Sanitätsdienste, zwei größere Eisrettungsübungen, wöchentliche Trainings- und Weiterbildungseinheiten, Schwimmkurse, Ausbildung für Rettungsschwimmer und pro See zwei Seereinigungen.

Auch interessant:

Meistgelesen

Was passiert bei einem neuen Lockdown?
Was passiert bei einem neuen Lockdown?
Freud und Leid des Truderinger Filmemachers Thomas Schwendemann
Freud und Leid des Truderinger Filmemachers Thomas Schwendemann
Pressekonferenz zum neuen Sommerprogramm
Pressekonferenz zum neuen Sommerprogramm

Kommentare