25 Jahre für die Messe München

Manfred Wutzlhofer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München (MMG), geht in den Ruhestand. Nach 25 Jahren im Unternehmen scheidet Wutzlhofer zum Ende des Jahres planmäßig aus. Wie berichtet, übernimmt Klaus Ditt-rich ab 1. Januar die Position des Hauptgeschäftsführers.

Wenn Messechef Manfred Wutzlhofer am 31. Dezember in den Ruhestand geht, kann er auf ein abwechslungsreiches, spannendes und erfolgreiches Arbeitsleben zurückblicken. Wutzlhofer, der im August seinen 65. Geburtstag feierte, war ein Vierteljahrhundert lang für die Messe München tätig. An Planung und Konzeption des neuen Messegeländes in Riem wirkte Manfred Wutzlhofer von Anfang an maßgeblich mit. Vom Direktorium zur Messe Im September 1984 wechselte er von der Landeshauptstadt München, wo er zuletzt als Leiter des Direktoriums arbeitete, zur Messe. Als Leiter des Geschäftsbereichs zentrale Dienste war er unter anderem für Bauwesen und Technik zuständig. Nicht zuletzt ist es mit Wutzlhofers Verdienst, dass die Neue Messe München als eine der weltweit modernsten gilt und anderen Ausstellungsgeländen als Vorbild dient. „Form follows funktion“ hatte Manfred Wutzlhofer damals den Architekten vorgegeben. Im Gespräch mit der HALLO-Redaktion zum 10-jährigen Bestehen des Riemer Geländes sagte Wutzlhofer, der im Januar 1996 Vorsitzender der Geschäftsführung der MMG wurde, im vergangenen Jahr: „Den Architekten ist es gelungen, nach diesem Motto ein sehr schönes Messegelände mit guter Atmosphäre zu entwerfen. Die Aussteller loben, es sei schön, funktional und leicht zu beschicken“. Erfolgsgeschichte Tatsache ist, dass die Messe in Riem eine beispiellose Erfolgsgeschichte schreibt. So stieg die Ausstellerzahl in zehn Jahren von 25.000 auf 35.000, die Besucherzahl von 1,8 auf 2,4 Millionen und der Umsatz wurde in dieser Zeit von 120 Millionen auf 270 Millionen mehr als verdoppelt. So sind auch Kritiker der 2,3 Milliarden teuren Verlagerung der Messe von der Theresienhöhe nach Riem inzwischen verstummt. Menschen, Länder, Ereignisse Nicht nur das Messegeschäft prägte Manfred Wutzlhofers Wirken in den zehn Riemer Jahren. Auch Großereignisse, wie die Fußballweltmeisterschaft 2006, das internationale Medienzentrum war in den Messehallen stationiert, und der Gottesdienst mit Papst Benedikt XVI., der im gleichen Jahr auf dem Freigelände neben dem Messeturm stattfand, brachten die Neue Messe in aller Munde. Einer der vielen Gäste war Thomas Gottschalk mit „Wetten das ...“, eine der vielen Veranstaltungen außerhalb des Messegeschäfts der Kaiserball der Österreichisch-Bayerischen Gesellschaft im ICM. Manfred Wutzlhofer durfte Bundespräsidenten, Bundeskanzler, Staats- und Ministerpräsidenten, Minister und Staatssekretäre ebenso willkommen heißen, wie Bill Gates und andere Wirtschaftsmagnaten. Im In- und Ausland zog Wutzlhofer seine Fäden, tat gemeinsam mit Bundeskanzler Schröder 1999 den ersten Spatenstich für das Joint-venture-Messegelände in Shanghai, eröffnete dasselbe mit Wirtschaftsminister Werner Müller im November 2001 und zerschnitt zur Eröffnung der Electronica Asia 1999 neben Oberbürgermeister Christian Ude in Hongkong das Band. Immer in Bewegung, präsent und wach – Manfred Wutzlhofer scheint für den Job des Messechefs geboren. Stets allerdings betonte der Geschäftsführer, der Erfolg des Unternehmens beruhe auf Teamarbeit der vielen, bestens ausgebildeten, motivierten und engagierten Mitarbeiter. Ein großes Abschiedsfest Nun heißt es Abschied nehmen für den langjährigen Messechef. Vergangenen Donnerstag waren rund 1200 Gäste zu Manfred Wutzlhofers Verabschiedung und zur Amteinführung seines Nachfolgers, Klaus Dittrich, in die Halle B0 geladen. Nur Positives wussten die Laudatoren über den langjährigen Geschäftsführer zu berichten. Lediglich Ministerpräsident Horst Seehofer kam nicht zu Wort. Er ließ sich im letzten Moment von Bayerns Wirtschaftsminister Zeil wegen unaufschiebbarer Amtsgeschäfte entschuldigen. Wahrscheinlich kam der Landesvater den Gesprächen um Landesbank- und Hypo-Alpe-Adria-Affäre nicht aus. Der Stimmung des Abschiedsfests tat das keinen Abbruch. Während Oberbürgermeister Christian Ude einen Seitenhieb Richtung Wutzlhofers Vorgänger Werner Marzin losließ, der seinem Nachfolger wohl eher skeptisch gegenüber stand, dankte Manfred Wutzlhofer dem Münchner Alt-OB Georg Kronawitter dafür, dass der die Messeverlagerung unterstützt habe. Messegeschäft auch im Ruhestand Manfred Wutzlhofer wird sein aktives Berufsleben zwar zum Jahreswechsel beenden, das Messegeschäft aber lässt ihn dennoch nicht los. Schon während seiner Geschäftsführerzeit war Wutzlhofer in Gremien rund ums Messewesen aktiv, im vergangenen Jahr wurde er zum Executive Vice President des Weltmesseverbandes UFI gewählt. Ab 2010 wird Manfred Wutzlhofer das Amt des UFI-Präsidenten übernehmen und sich in dieser Funktion um die weltweite Förderung der Messewirtschaft, die Ausbildung qualifizierter Nachwuchskräfte und das Setzen internationaler Standards in Bezug auf Messequalität und Nachhaltigkeit beim Bau und beim Betrieb von Messegeländen kümmern. Gabriele Mühlthaler

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