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50 Jahre Förderverein des Haarer Ernst-Mach-Gymnasiums

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Freunde und Förderer des Haarer Ernst-Mach-Gymnasiums (von links): Bürgermeisterin Gabriele Müller, Schulleiterin Gabriele Langner, Fördervereins-Vorsitzender Thomas Reichel, stellvertretende Schulleiterin Betina Mäusel, Beisitzerin Claudia Huwbert (mit Tochter Carla), Kassier Michael Herz, Fördervereins-Gründungsmitglied Traute Fein, Schriftführerin Susanne Adler-Aschauet sowie Gründungsmitglied Horst Wiedemann.
Freunde und Förderer des Haarer Ernst-Mach-Gymnasiums (von links): Bürgermeisterin Gabriele Müller, Schulleiterin Gabriele Langner, Fördervereins-Vorsitzender Thomas Reichel, stellvertretende Schulleiterin Betina Mäusel, Beisitzerin Claudia Huwbert (mit Tochter Carla), Kassier Michael Herz, Fördervereins-Gründungsmitglied Traute Fein, Schriftführerin Susanne Adler-Aschauet sowie Gründungsmitglied Horst Wiedemann. © Wünsch

Der Förderverein des Haarer Ernst-Mach-Gymnasiums hat sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. Beim Festakt im Innenhof des Gymnasiums wurde deutlich: Der Verein ist eine Erfolgsgeschichte — denn ohne ihn hätte Haar vielleicht bis heute noch keine weiterführende Schule!

„Schlägt man Zeitungen aus den Jahren 1967/68 auf, findet man die gleichen Schlagzeilen wie heute“, sagte Vorsitzender Thomas Reichel bei der Eröffnungsrede der 50-Jahr-Feier des Fördervereins des Ernst-Mach-Gymnasiums (EMG) in Haar. Von „Raumnot an bestehenden Gymnasien“, sei damals die Rede gewesen. Und Fragen wie „Ist eventuell Schichtunterricht nötig“, konnte man schon vor fünf Jahrzehnten in der Zeitung lesen.

Dem Problem einer wachsenden Bevölkerung und, damit einhergehend, überfüllten Klassenräumen wollten sich im Februar 1967 einige Haarer Eltern mit einer ganz besonderen Initiative stellen: Sie riefen den „Verein zur Gründung weiterführender Schulen im Osten Münchens“ ins Leben. Das ehrgeizige Ziel: ein eigenes Gymnasium für Haar! Denn bis dato mussten die Haarer Kinder weite Fahrtwege bis nach München oder Grafing auf sich nehmen, um in die Schule zu kommen.

„Ganz reibungslos lief die Gründung allerdings nicht ab“, erinnert sich Horst Wiedemann. Der Haarer war Gründungsmitglied des Fördervereins und schilderte beim Festakt im Innenhof des Haarer Gymnasiums die Schwierigkeiten, die sich den Gymnasiums-Befürwortern in den Weg gestellt hätten. Der Landkreis Ebersberg habe sich damals nämlich mehr oder weniger „dazwischen gedrängelt“ und — nachdem laut wurde, dass in Haar ein Gymnasium entstehen soll — den Anspruch erhoben, zuerst eines für Vaterstetten zu erhalten. Tatsächlich entschied der Nachbarlandkreis das Wettrennen um die Schule für sich: 1970 bekam Vaterstetten ein Gymnasium, Haar folgte erst zwei Jahre später.

Doch Wiedemann sieht die Sache heute mit Humor: „Somit ist der Förderverein eigentlich für die Gründung von zwei Schulen verantwortlich!“ Einige Jahre habe der Förderverein sogar noch das Vaterstettner Gymnasium unterstützt, diese Förderung jedoch bald ruhen lassen und sich in „Verein der Freunde und Förderer des Ernst-Mach-Gymnasiums“ umbenannt. 413 Mitglieder zählt dieser aktuell.

Die Aufgaben des Fördervereins sind Reichel zufolge vielfältig: So gebe es finanzielle Zuschüsse für Fahrten ins Skilager, für Schul-Wettbewerbe, Wahlfächer, für den Schulgarten und den Pausenhof des EMG sowie für Theaterprojekte. Die Förderung des Stücks „Spurensuche — Was für ein Mensch willst du sein?“, das auch im Rahmen des ZAMMA-Festivals am Samstag, 8. Juli, auf dem kbo-Klinik-Gelände aufgeführt wird, hat sich dabei besonders gelohnt: Das Stück erhielt zahlreiche Preise, unter anderem den „Münchner Bürgerpreis für Demokratie – gegen Vergessen“.

„Jede pädagogische Vereinigung, die einen Förderverein hat, kann sich glücklich schätzen“, betonte Bürgermeisterin Gabriele Müller, die übrigens am Vaterstettner Gymnasium 1979 ihr Abitur gemacht und die damaligen Entwicklungen als Schülerin von Anfang an miterlebt hatte. „Ein Förderer, der sein Förderprojekt erst einmal gründen muss, ist außerdem eine große Ausnahme und eine beachtenswerte Leistung“, lobte sie die Jubilare. Der rasante Erfolg der Schule, die mit 145 Schülern angefangen und innerhalb von fünf Jahren auf 1534 Schüler angewachsen war, sei der beste Beweis für die Notwendigkeit der Schule gewesen, rekapitulierte die Bürgermeisterin. Das EMG sei daher nicht nur „ein beliebtes Gymnasium, sondern auch ein sehr volles“.

Auch wenn die Schüler-Spitzenzahlen von damals nicht mehr erreicht würden, gebe es mit derzeit 1166 Schülern und 104 Lehrkräften viel zu tun, fanden die Anwesenden. Um so glücklicher ist Schulleiterin Gabriele Langner über die Treue ihrer Schüler: Viele blieben auch nach dem Abi dem EMG treu, indem sie danach im Förderverein aktiv würden. Bestes Beispiel hierfür seien der derzeitige Vorsitzende Thomas Reichel und Beisitzerin Claudia Hubert. „Vieles hat sich in 50 Jahren geändert“, weiß Langner. Aber Einiges sei eben auch gleich geblieben, nämlich die gute Zusammenarbeit zwischen Förderverein und Gymnasium. Und dies sei wichtig, denn: „Schule kann nur dann funktionieren, wenn sich Menschen konstruktiv und gut begegnen!“

Lydia Wünsch

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