Interessante „Bahnreise“ zu Neujahr

Ehrung für die Aktiven der Initiative Energiewende Vaterstetten (v.li.): Willi Frisch, Klaus Wimmer, Josef Mittermeier, Jürgen Harttmann, Peter Fleckner, Karl Müller, Peter von Kutzschenbach und Bürgermeister Robert Niedergesäß. Foto: privat

Ja, das Vaterstettener Rathaus hat viele Jahre auf seinem Buckel und so manch schwere Last zu tragen, aber wenn es darum geht, kann es durchaus in Glanz erstrahlen. So auch beim diesjährigen Neujahrsempfang, der irgendwie ein attraktiveres Flair ausstrahlte als im letzten Jahr.

Hat sich das Rathaus nochmals extra rausgeputzt, weil es weiß, dass womöglich bald sein letztes Stündlein geschlagen hat? Der Neujahrsempfang mit geladenen Gästen war bestens besucht; um die 350 Leute dürften es gewesen sein – auch sie in adäquatem Outfit und festlicher Stimmung. Am Empfang standen fesche Gemeindevertreterinnen in ansprechenden Dirndln, die den Geladenen Namensschildchen übergaben – damit man später beim Smalltalk weiß, mit wem man es zu tun hat. Als die bestuhlten Plätze eingenommen waren – viele mussten im Stehen lauschen – trat Bürgermeister Robert Niedergesäß ans Rednerpult, um Resümee zu ziehen und Ausblick zu verschaffen. Der Rathauschef wählte als roten Faden die Bahn, mit Anspielung auf „Stuttgart 21“. Zwischendrin meinte er: „Ganz nebenbei bemerkt habe ich mich beim Verfassen dieser Zeilen auch gefragt, ob gerade die Eisenbahn als roter Faden durch die Rede angesichts der aktuell eher kritischen Situation der Deutschen Bahn so imagefördernd ist? Aber mal ganz unabhängig davon, ist die Eisenbahn auch ein Symbol unseres Lebens: man sitzt ruhig und bewegt sich doch schnell vorwärts – meistens zumindest. Naja, und dann gäbe es ja noch ein paar andere Parallelen zur Gemeinde: Die Bahn ist – wie wir gerade auch aktuell erfahren – unterfinanziert, so wie auch wir. Und die Bahn leidet – gelegentlich – an Unpünktlichkeit, so wie auch ich.“ Das zumindest erzeugte dann doch ein wenig Schmunzelei bei den aufmerksamen Zuhörern. Vier beispielhafte Geschichten aus dem Gemeindeleben Im Übrigen spickte Niedergesäß seine Ansprache mit vier Geschichten: Eine handelte von der schwerstbehinderten Justine (12) aus Allauch. Der Partnerstadtverein konnte für ihre Behandlung in einer Münchner Spezialklinik 2000 Euro beisteuern – wahrlich gelebte Städtepartnerschaft! Geschichte zwei drehte sich um die Energiewende, respektive den gleichnamigen Arbeitskreis, der seit 2007 tätig ist und mit seinem Engagement das Wissen und die Umsetzung dieses wichtigen Themas beispielhaft in der Gemeinde fördert. Als Anerkennung für diese Arbeit wurden Vertretern 1000 Euro zur Unterstützung von der Gemeinde gespendet. Die nächste Geschichte handelte von der engagierte Jugend im Ort, speziell jene, die sich um die Erweiterung der Skateranlage mit Erfolg bemühten. Sie wurden mit einem eigenen Straßenschild und ebenfalls 1000 Euro (aus dem Segmüller-Sportfonds) für kommende Wünsche geehrt. Letzter Geschichtspunkt dann ein wörtlicher – nämlich die Arbeit der Kulturhistorischen Sammlung. Hier wurde über Jahre hinweg alles Wissenswerte und auch Kurioses aus dem Gemeindeleben gesammelt und archiviert – für die erste große Ausstellung in der ehemaligen Aussegnungshalle. Zum Dank überreichte der Bürgermeister erneut 1000 Euro, diesmal aus dem Segmüller-Kulturfonds. So endete die Reise durch die Gemeinde, allerdings nicht ohne die Ehrungen an alle ehrenamtlichen Helfer, die zwischendrin eingestreut wurden. Das war unterhaltsam und kurzweiliger als sonst. Und dann konnte entspannt bei Sekt-Cocktails, einem süffigen Bier und exotisch anmutenden, aber bestens schmeckenden Snacks geplaudert und diskutiert werden – irgendwie auf elegante Weise … Oliver Oswald

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