Neue Leitung pünktlich zur „Neueröffnung“

In der Gemeindebücherei Haar stehen Veränderungen an

Am kommenden Montag öffnet die Haarer Bücherei an der Leibstraße wieder – dann unter neuer Leitung.
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Am kommenden Montag öffnet die Haarer Bücherei an der Leibstraße wieder – dann unter neuer Leitung.
  • vonThomas Fischer
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Gute Nachricht für alle Bücherfreunde: Die Gemeindebücherei Haar öffnet am kommenden Montag wieder ihre Pforten – dann unter neuer Leitung.

Johanna Zeber heißt die neue oberste Bibliothekarin in der Haarer Gemeindebücherei an der Leibstraße 25. Sie übernimmt ab kommenden Montag die Leitung von Désirée Bitzer, die in den Mutterschutz geht. Die 39-Jährige hat vielfache Erfahrungen im Bibliothekswesen. In einer kleinen Bücherei in Baden-Württemberg wurde sie zur Fachangestellten ausgebildet. Nach verschiedenen beruflichen Stationen war sie zuletzt als stellvertretende Bibliotheksleiterin in der Gemeindebücherei Unterhaching tätig. Seit Februar hat sie sich nun in Haar sechs Wochen lang eingearbeitet. „Ich freue mich auf meine neu Aufgabe und natürlich darüber, dass gleichzeitig die Bücherei wieder öffnen kann“, erklärt sie im Rahmen einer Online-Presskonferenz.

Zu den ersten Aufgaben, denen sich Zeber stellen muss, gehört die Einführung der RFID-Ausleihe. Für die Büchereien hat dieses Selbstverbuchungs-System viele Vorteile. Durch das automatische Einlesen des Kundenausweises sehen die Büchereien, wie viele Kunden sie haben und wann die Bücherei besonders gut besucht wird. Wichtiger ist es aber, einen kompletten Überblick zu bekommen, welche Medien im Angebot sind.

Dann gilt es natürlich, den Übergang von der coronabedingten Schließung in einen „normalen“ Betrieb zu organisieren. Das bedeutet für die Haarer Bücherei zunächst eingeschränkte Öffnungszeiten. Sie wird erst einmal am Montag von 15 bis 17 Uhr, am Dienstag von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr, am Donnerstag von 10 bis 12 Uhr und von 17 bis 19 Uhr, an Freitag von 15 bis 17 Uhr sowie an jedem zweiten und vierten Samstag im Monat von 10 bis 12 Uhr ihre Pforten für alle Bücherwürmer öffnen. Daneben ist auch weiterhin „click & collect“ per Telefon oder Internet möglich. Das weitere Vorgehen hängt dann von der weiteren Entwicklung der Pandemie ab.

Die macht es für Zeber auch schwer, langfristige Planungen und neue Projekte anzugehen. Ideen dafür hat sie freilich schon einige. Sobald es möglich ist, will sie die Arbeit mit den Schulen und Kindergärten wiederbeleben. Das gilt vor allem auch für die Kinderbücherei, die in der Grundschule am Jagdfeldring zuhause ist, wegen Corona derzeit allerdings geschlossen hat. Wenn der Umbau der Jagdfeldschule abgeschlossen ist, werden sich dort allerdings mehr Möglichkeiten ergeben. Die neue Kinderbücherei wird nicht nur mehr Platz bieten, sondern auch von außer zugänglich sein, so dass auch Publikumsverkehr angeboten werden kann.

Die Kinder liegen der neuen Bibliotheksleiterin sehr am Herzen – ebenso die Senioren. Für sie will sie eigene Angebote entwickeln und die beiden Gruppen auch zusammen bringen. „Senioren könnten den Kindern etwa vorlesen“, erklärt Zeber. Und auch die Kinder könnten ältere Menschen besuchen und mit ihnen gemeinsam literarisch etwas unternehmen.

Und dann gibt es ja noch das Großprojekt „Bücherparadies“, das von der Gemeinde auf Grund der finanziellen Situation zwar „aufgeschoben, aber nicht begraben worden ist“, wie Ute Dechent, persönliche Referentin des Bürgermeisters, betont. Geplant war dabei, am Bahnhof in Haar eine neue Gemeindebücherei mit Café und einer Buchhandlung zu errichten. Dann hätte die Bibliothek endlich mehr Platz und könnte ihren Besuchern auch Möglichkeiten zum Aufenthalt bieten. Etwas, das in den derzeitigen Räumen an der Leibstraße fehlt, wie die neue Bibliotheksleiterin bedauert.

Vielleicht wird aus dem Projekt ja 2023 etwas, wenn Désirée Bitzer aus dem Mutterschutz zurückkommt – allerdings nicht als Bibliotheksleiterin, die sie seit 1. Januar 2011 war. Als dann zweifache Mutter hält sie die zeitliche Belastung für zu groß, erklärt Bitzer. Eine Mitarbeit in der Haarer Gemeindebücherei kann sie sich freilich schon vorstellen. Schließlich ist die Einrichtung bei den Haarer beliebt, wie etwa die Ausleihzahlen zeigen. 120.000 Ausleihen konnte die Bibliothek im Jahr 2019 verzeichnen. 2020 waren es zwar „nur“ 80.000, doch das ist der Corona-Pandemie, die auch zeitweilige Schließungen erforderlich gemacht hat, geschuldet, betont Zeber. Zusammen mit derzeit sieben Mitarbeitern betreut sie die rund 25.000 Medien der Bücherei. Hinzu kommen dann noch die Online-Angebote. Auf die ehrenamtlichen Mitarbeiter muss Zeber derzeit noch verzichten. „Wegen Corona geht das im Moment nicht“, bedauert sie. Doch sie hofft, dass die Pandemie bald beendet ist und die Ehrenamtlichen zurückkehren können. Schließlich hat sie viel vor mit der Haarer Bibliothek und da ist jeder aus dem, so Zeber, „tollen Team“ wichtig für den Erfolg.

Die Regeln für die Büchereien

Bei der Bund-Länder-Besprechung vom 3. März wurde ein gestufter Öffnungsplan beschlossen. Laut Beschluss des Bayerischen Kabinetts dürfen demnach seit dem 8. März auch Büchereien, Archive und Bibliotheken wieder öffnen. Als Voraussetzung sind nach jetzigem Stand analog zum Buchhandel, der dem Einzelhandel des täglichen Bedarfs zugeordnet wurde, ein entsprechendes Hygienekonzept und die Begrenzung auf einen Kunden je 10 Quadratmeter für die ersten 800 Quadratmeter Fläche und darüber hinaus einen Kunden je 20 Quadratmeter genannt. Es gilt ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Besucher, der eingehalten werden muss.

In den Büchereiräumen und im Wartebereich davor gilt für das Personal Maskenpflicht und für die Besucher und ihre Begleitpersonen FFP2-Maskenpflicht. Hinter Schutzwänden entfällt die Maskenpflicht für das Personal. Für Kinder zwischen dem 6. und 15. Lebensjahr gilt nur die einfache Maskenpflicht. Es muss zudem ein Schutz- und Hygienekonzept erstellt werden. Welche Bereiche sie öffnen und welchen Service sie anbieten, obliegt den jeweiligen Bibliotheken. Es empfiehlt sich daher, sich auf den Webseiten der jeweiligen Büchereien beziehungsweise Gemeinden über die individuellen Regelungen und Öffnungszeiten zu informieren.

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