Immer auf dem Kronleuchter

In Zusammenarbeit mit dem Konzertbüro Augsburg präsentiert der HALLO-Verlag am Donnerstag, 10. September, in der Mehrzweckhalle Sauerlach den beliebten Kabarettisten und Komiker Günter Grünwald. Jenseits von „experimenteller Tanzperformance und Schleuderbrettakrobatik“ darf man im aktuellen Programm Grünwalds „Gestern war heute morgen“ wieder einen weitgehend respektlosen Rundumschlag auf die Befindlichkeiten des Alltags erwarten. Wir wollten allerdings etwas genauer wissen, was uns erwartet und haben uns deshalb mit Herrn Grünwald unterhalten. Auch wenn er dabei nicht allzu sehr ins Detail geht, wollen wir unseren Lesern das Ergebnis dieses Gesprächs doch nicht vorenthalten.

Grüß Sie, Herr Grünwald, schön dass Sie sich ein wenig Zeit nehmen, um sich mit uns zu unterhalten. Am 10. September, wenige Tage vor dem Ende der großen Ferien, sind Sie ja bei uns in der Gegend. Sie treten in der Mehrzweckhalle in Sauerlach auf. Warum eigentlich in Sauerlach? Lieben Sie den ländlichen Charme, den „das Tor zum Oberland“ versprüht,? Einer der Hauptgründe warum ich in Sauerlach auftrete ist, dass ich engagiert wurde. Deshalb spiele ich auch in Orten wie Rattenberg, Titting und München. Was machen Sie eigentlich bis zum Auftritt in Sauerlach, müssen Sie die ganze Zeit proben oder fahren Sie vielleicht doch in Urlaub? Das stimmt – ich probe pro Tag 14 bis 18 Stunden für meinen Auftritt in Sauerlach, weil es soll ja eine runde Geschichte werden. Für Urlaub habe ich keine Zeit. Wie hat man sich das eigentlich vorzustellen, herrscht bei Familie Grünwald den ganzen Tag über gute Laune, sind Sie immer lustig und spielen bereitwillig den Kasper? Richtig – ich habe kaum eine Familie erlebt bei der eine ähnlich gute Laune herrschen würde. Ich komme eigentlich bloß zum Essen und Schlafen vom Kronleuchter runter. Wie setzt sich Papa Grünwald eigentlich durch? Der Nachwuchs nimmt sich ja wahrscheinlich ein Beispiel, und die Mutti vermutlich auch. Fällt Ihnen da noch etwas ein, wenn Sie mit den eigenen rhetorischen Fähigkeiten konfrontiert werden. Ich versprühe offensichtlich eine natürliche Autorität, so dass sich die Frage des Durchsetzens so nicht stellt. Und lassen Sie meine Mutti aus dem Spiel. Wo ordnen Sie sich selbst ein? Zwischen herzerfrischend hirnloser Blödelei und triefendem Sarkasmus kann man so ziemlich alles von Kabarett über Comedy und Satire bis zu Poesie und Drama bei Ihnen finden? Und genau diese Bandbreite finde ich sehr apart. Aber ein klassisch politischer Kabarettist, wie ihn Dieter Hildebrand als Prototyp verkörpert, sind Sie ja nicht. Es sind doch eher soziologisch-menschliche Untiefen, die Sie ausloten. Darf man da in ihrem neuen Programm „Gestern war heute morgen“ neue Entwicklungen erwarten? Das ist eine der großen Menschheitsfragen überhaupt: „Was darf man erwarten“ Ich finde, man darf alles erwarten. Was man dann bekommt ist die Frage. Haben Sie vielleicht einen besonderen Draht zu unserem Ministerpräsidenten? Sie kommen ja aus der gleichen Gegend, aus Ingolstadt. Verbindet das eher oder eröffnet es einem als Kabarettisten besondere Perspektiven? Ich kenne ihn nicht persönlich, aber eine meiner Töchter war mit einer seiner Töchter in der Schule, was immer das heißen mag. Der Name Ihres neuen Programms ist ja ein Wortspiel und Sie spielen auch sonst ganz gern mit Worten. Dabei schöpfen Sie auch aus jenem reichhaltigen Fundus, der Ihnen als eingeborenem Bayern zur Verfügung steht. Sind Sie ein Freund der bayrischen Sprache, oder sehen Sie sich eher als Opfer des Dialekts? Wenn ich wüsste wem, würde ich ihm jeden Tag auf Knien danken, dass ich in Bayern geboren wurde und diesen wunderbaren Dialekt sprechen darf. Beantwortet das in etwa ihre Frage? Und wie halten Sie es mit der Traditionspflege, bzw. mit der Volkstümelei? Es soll tümeln wer tümeln will, ich tümle nicht. Versteht Ihr Publikum ihre Anspielungen auch immer als Spaß oder bekommen Sie auch schon mal Prügel angedroht? Gibt es konkrete Beispiele (wo es nicht so gut ankam)? Ach ja, gerade in rechtsradikalen Kreisen gibt es schon den einen oder anderen, der sich intelligenzmäßig auf der Stufe kurz vor den Einzellern befindet, die mir dann auch aufgrund meiner Fernsehsendung Drohbriefe schickten, aber da sollte man locker und geschmeidig bleiben. Und was passiert wenn Sie im deutschen Ausland auftreten oder vermeiden Sie es die bayrischen Grenzen zu übertreten? Ich spiele auch in Berlin, Hamburg, Köln und Bremen, natürlich auch in Österreich und in der Schweiz, aber mein oberbayerischer Dialekt wird überall verstanden. Bei den Sauerlachern und ihren Nachbarn wird das ohnehin ein Heimspiel. Und nachdem sie schon seit Jahren mit HALLO verwöhnt werden sind sie auch für Neues sehr aufgeschlossen. Da können Sie dann also ordentlich vom Leder ziehen. Wir freuen uns jedenfalls schon. Vielen Dank für das Interview. Karten für den Auftritt von Günter Grünwald am 10. September in der Mehrzweckhalle Sauerlach sind zum Preis von 26,60 Euro bei München Ticket, im HALLO-Verlag, Hans-Pinsel-Straße 9 a in 85604 Haar sowie bei zahlreichen anderen Vorverkaufsstellen erhältlich.

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