Weniger Einzelhandel für ParsdorfVaterstettener Nachbarn weiterhin „not amused“

Weniger Einzelhandel für Parsdorf

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So sieht der Flächennutzungsplan für das geplante Gewerbegebiet in Parsdorf nach der 22. Änderung aus. Statt des Fachhandlszentrums wird es in Sachen Einzelhandel nur mehr maximal vier kleinteilige Märkte mit bis 800 Quadratmeter geben.

Auch (zwangsweise) abgespeckt findet das Gewerbegebiet Parsdorf außerhalb Vaterstettens nach wie vor nur wenig Freunde. Auch der neue, mittlerweile zum 22. Mal geänderte  Flächennutzungsplan konnte daran nichts ändern.

Hoffentlich überträgt sich die momentane Abneigung gegen das Gewerbegebiet nicht auf die Kauflaune in der Nachbarschaft Vaterstettens, wenn dereinst die Geschäfte eröffnet haben. Dennin der letzten Gemeinderatssitzung in Vaterstetten war es unübersehbar, dass sich viele Nachbargemeinden immer noch gegen die gewerblichen Großplanung sträuben, obwohl das ursprünglich geplante Einkaufszentrum im neuen Flächennutzungsplan gar nicht mehr auftaucht (HALLO berichtete). Die Überarbeitung war erforderlich geworden, weil die Regierung von Oberbayern gegen das Fachhandelszentrum votiert hatte. Von dort heißt es: „Ein Einkaufszentrum ist anzunehmen, wenn eine räumliche Konzentration von Einzelhandelsbetrieben verschiedener Art und Größe vorliegt,“.

Die Gemeinde hielt daraufhin Rücksprache mit den Zuständigen und weiß nun, dass das Problem umgangen werden kann, wenn es sich dabei umdrei bis vier Märkte mit jeweils bis 800 Quadratmetern handelt, die nur der Nahversorgung dienen. Das könnte so klappen, immerhin wohnen im Einzugsgebiet in und um Parsdorf rund 3000 Menschen, die heute außer Feinkost, Möbel und diversen Modegeschäften keine Einkaufsmöglichkeit haben. Das soll sich ändern. 

Nichtsdestotrotz hat etwa die Gemeinde Grasbrunn in ihrer Stellungnahme vom 17. Dezember 2012 klar gemacht, dass sie die Ausweisung von vier Einzelhandelsmärkten ablehnt. Dort wird bezweifelt, dass die Geschäfte rein zur Nahversorgung der Parsdorfer gedacht ist. Man befürchtet daher einen Kaufkraftverlust nicht nur für Grasbrunner Geschäfte, sondern auch für Vaterstettener und Baldhamer Einzelhandelsmärkte, in denen viele Neukeferloher einkaufen.

Wohnortnahe Versorgung wird bezweifelt

Das Rathaus Grasbrunn war nur einer von vielen, die um Stellungnahmen gebeten wurden. Zahlreiche andere hatten Stellungnahmen, Anregungen und Bedenken gesendet: vom Kreisheimatpfleger über Kabel Deutschland, die Landeshauptstadt München oder auch Nachbargemeinden die Haar und Aschheim. Anzing befürchtet „erhebliche Nachteile für die traditionellen örtlichen Einzelhandelsbetriebe und zusätzliche Verkehrsbelastungen vor Ort“. Aus Zorneding ist zu hören, dass die Vorhaben in Parsdorf die Belange der Zornedinger Gemeinde bei der Wohnort nahen Versorgung der Bürger beeinträchtigen würden. 

In der Vaterstettener Gemeinderatssitzung wurde über 17 Stellungnahmen mit Anregungen und Kritik abgestimmt. Die Mehrheit war dafür, sie zur Kenntnis zu nehmen – mehr aber auch nicht! Und beschlossen wurde ebenso mehrheitlich: „Nach Abwägung aller öffentlichen und privaten Interessen untereinander und gegeneinander sind Änderungen (am Flächennutzungsplan; Anm. der Red.) nicht veranlasst“. Somit wurde dem 22. (!) Änderung des Flächennutzungsplans für das Gewerbegebiet östlich und westlich der Gruber Straße zugestimmt. Spatenstiche sind im Anmarsch, hofft Bürgermeister Robert Niedergesäß, wenn die Regierung von Oberbayern diesen Plan absegnet. Ansonsten: Erstmal winke, winke Gewerbegebiet! Oliver Oswald

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