Erstes Kamingespräch des BDS Haar-Trudering im Bürgerhaus Haar: Themen zu allgemein

Premiere mit (Anfangs)Schwächen

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Die „Gästecouch“ beim Kamingespräch des „BDS-Netzwerks für Selbständige Haar-Trudering” im Haarer Bürgersaal war prominent besetzt (v.li.): Ernst Weidenbusch (CSU), Tobias Thalhammer (FDP), Moderator BDS-Präsident Ingolf F. Brauner, Prof. Dr. Peter Paul Gantzer (SPD) und Markus Blume (CSU). Für das Kaminfeuer sorgte ein Monitor im Vordergrund.

Die „Gästecouch“ beim ersten Kamingespräch des  „BDS-Netzwerks für Selbständige Haar-Trudering” im Haarer Bürgersaal war prominent mit Landtagsabgeordneten aus dem Münchner Osten besetzt. Im Publikum saßen örtliche Unternehmer, denen die Möglichkeit gegeben werden sollte, 

„Ihre“ Abgeordnete einmal ganz anders kennenzulernen. 

Die Resonanz hätte sicher größer sein können, nur rund 50 Personen füllten die Stuhlreihen etwa zur Hälfte aus. Extra angereist war als Moderator Ingolf Brauner, der BDS-Vorsitzende in Bayern. Er begrüßte die Landtagsabgeordneten Prof. Dr. Peter Paul Ganzer (SPD), Markus Blume (CSU), dessen Parteifreund Ernst Weidenbusch sowie Tobias Thalhammer von der FDP. Die vier Herren stellten sich dem Publikum vor, alle vier Politiker sind selber Selbständige und wissen, was Unternehmern auf den Nägeln brennt. 

Nachdem der Moderator in einem ausführlichen Vortrag den BDS und seine Aufgabe, erläutert hatte, kam es zu einer 20-minütigen Pause, in der die Fragen gesammelt und sortiert wurden. Die Fragen wurden zu Themenblöcke sortiert,   zu denen die Brauner seine Gesprächspartner um Stellungnahmen bat. Eine Antwort galt der Nachfolgeregelung von Unternehmen. Dass hier das Hauptproblem die Erbschaftssteuer sei, darüber war man sich auf dem Podium einig. MdL Thalhammer sprach sich kalr für deren Abschaffung aus. Als der zweite Fragenblock kam, direkt an die FDP (welche Ziele in Bayern, warum pro Studiengebühren? etc,) wendete sich das Blatt. Der FDP-Mann sprach sich nämlich gegen die Abschaffung von Studiengebühren aus – und stand damit allein auf weiter Flur. Es gebe keinen Geldbeutel, der kostenlose Bildung finanziere, argumentierte er. Es gehe um bestmögliche Ausbildung, ein hohes Gut in Deutschland, das koste eben Geld. 

Bayern ist gut aufgestellt

Dann wurde in die Runde gefagt, ob es denn unmoralisch sei, dass wir in Bayern so gut aufgestellt sind. MdL Blume verneinte, doch er beobachte die alarmierende demografische Entwicklung. Daher müsse sicher gestellt werden, dass es keine weiteren Abwanderungen mehr geben sollte, viel mehr die Infrastruktur in ganz Bayern gleich gute Bedingungen stelle. Prof. Ganzer ergänzte, dass auf eine Frau nur noch 1,3 Kinder kämen. „Das merken wir“. Er sei dafür, im beruflichen Bereich die Altersgrenze aufzuheben, so wie das auch die EU und das Bundesverfassungsgericht befürworten. Doch scheinbar reagiere die Wirtschaft nicht darauf. Ein Besucher beschwerte sich über zu viel Bürokratie, die ihm viel Extrarbeit beschere und seine eigentliche Tätigkeit beeinträchtige. MdL Weidenbusch sah dies ein, meinte aber, wenn etwa „Fleischgesetze“ abgeschafft würden, dann gäbe es vielleicht einen neuen Gammelfleisch-Skandal, die Bevölkerung würde wieder Regelungen fordern. Ein Teufelskreis? Er ließ auch nicht unerwähnt, dass Eduard Stoiber in seiner Funktion als Ent-Bürokratiesierungsbeauftragter der Wirtschaft immerhin einige Milliarden Euro an Bürokratiekosten eingespart habe. Auch Themen wie Energiewende oder Mini-Jobs waren angesagt. 

Es zeigte sich, dass der Zeitrahmen für die große Zahl an Fragen an diesem Abend nicht ausreichen konnte. Um so besser, dass Monika Reichler, Vorsitzende des BDS Haar-Trudering, ankündigte, das dieses so genannte Kamingespräch zwischen BDS und Kommunalpolitikern zukünftig halbjährlich stattfindet soll. 

Dann allerdings müsste einfach weniger Allgemeines, sondern, deutlich mehr Konkretes auf der Agenda stehen – so die Meinung unter den Besuchern des Abends.  Oliver Oswald

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