Planungswettbewerb für neuen Vaterstettener Schulstandort

Satte Schuldebatte

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Cordula Koch (SPD) wurde in der ersten Sitzung des Vaterstettener Gemeinderats nach der Sommerpause als Nachfolgerin von Jakob Schneegans in der SPD-Fraktion vereidigt. Bürgermeister Robert Niedergesäß begrüßte sie mit einem Strauß Blumen.

Diskussion um die Schulstandorte in Vaterstetten erledigt? Von wegen: Zwar bleibt die Schule an der Wendelsteinstraße zunächst erhalten. Aber die zukünftigen Aussichten bergen noch immer Zündstoff.

Die erste Sitzung des Gemeinderats nach der Sommerpause hatte eine ordentliche Tagesordnung im Schilde. Darin das Thema Schulstandorte eines der wichtigsten. CSU-Fraktionschef Michael Niebler stellte in seiner Ausführung zunächst einmal positiv fest, dass es aus der Bevölkerung bis dato keinen Widerspruch zur aktuellen Lösung gegeben habe. Gemeint ist die „kleine Lösung“. Die sieht vorerst den Erhalt der Wendelsteinschule an (HALLO berichtete). Der Konsens mit den Betroffenen stehe im Vordergrund, so  Niebler. Daher könne von einem Einknicken gegenüber der Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt der Wendelsteinschule stark gemacht hatte, keine Rede sein. Ihm und der CSU-Mehrheit gehe es vor allem um die Meinung der betroffeen Eltern; eben jene, die ihre Kinder an dem sanierungsbedürftigen Gebäude weiterhin unterrichten lassen wollen. Jetzt und in der Zukunft. Denn bis das neue Schulgebäude östlich des Sportzentrums einzugsbereit sein wird, könnten mindestens vier Jahre vergehen. Wenn dann aber eine zeitgemäße Neuanlage in Betrieb wäre, sollten die betroffenen Eltern befragt werden, ob sie weiter auf die Einrichtung in der Wendelsteinstraße pochen würden, oder aber einen „Umzug“ akzeptieren würden. Dann muss allerdings der Schulneubau auf dem Areal, auf dem heute noch die Baseballer ihre Bälle schlagen, erneut erweitert werden. Eine interessante, aber nicht ganz unumstrittene Idee. 

Wer soll entscheiden?

Denn: Welche Eltern soll man denn befragen? Die heute ihre Kinder auf der Schule haben, die aber in spätestens vier Jahren ausscheiden? Oder, jene, die gerade froh sind, die Kleinen in einer Kinderkrippe untergebracht zu haben, die also erst in einigen Jahren mit der Schultüte in der Hand ihrem ersten Schultag entgegenfiebern? Oder jene, die in vier Jahren vielleicht nach Vaterstetten ziehen, dann aber schon Erstklässler mitbringen? Darüber wurde in der Sitzung wenig spekuliert. Vielmehr darüber, warum nur „Betroffene“ über den Verbleib der Einrichtung bestimmen sollten, nicht aber die Parsdorfer oder Baldhamer, die von diesn Schulsprengeln zwar nicht betroffen sind, über ihre Steuern und Abgaben aber ihren Teil zur Fianzierung beitragen (müssen). Die Opposition war einhellig gegen so eine einseitige Befragung/Bestimmung. Sie hatte auch ein Problem mit der Vorgehensweise im Rathaus. So befand Grünen-Chef Axel Weingärtner es doch sehr befremdlich, dass Ende Juli eine Entscheidung zu den Standorten im Gemeinderat vertagt wurde, wenige Tage später dann aber Verwaltungsintern pro Wendelsteinschule entschieden und das entsprechend verkündet wurde. Immerhin freut er sich über den Erhalt der dortigen Schule. Er gibt aber ebenso wie etwa die SPD zu bedenken, dass es nicht sein könne, dass nur schulbetroffene Eltern über den Standorterhalt bestimmen sollten. Was ist mit der Vhs, den Anliegern, den Geschäftsleuten? Darauf hatte die Rathausmehrheit nicht wirklich eine plausible Antwort. Was soll's, man wusste um die Mehrheiten im Gemeinderat, daher wurde beschlossen: Die Verwaltung wird beauftragt, einen Planungswettbewerb zum Bau eines neuen Schulgeländes am Sportpark vorzubereiten. 

Und nur am Rande: ein neues Schwimmbad wird es deshalb - eben am Rande – nicht geben. Dafür ist kein Geld da, jetzt zumindest nicht. Und auch das dürfte einges an Zündstoff bieten ... Oliver Oswald

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