Bericht der BA-Vorsitzenden auf der Truderinger Bürgerversammlung

Nachverdichtung und mehr

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BA-Vorsitzende Stephanie Hentschel.

Die Nachverdichtung in Gartenstädten wie Waldtrudering war auch heuer das Thema, das der  Truderinger Bezirksausschuss-Vorsitzenden Stephanie Hentschel (FW) besonders am Herzen lag. Sie forderte kleinteilige Bebauungspläne, welche die „Grünen Lungen“ der Stadt schützten.

„Ist der § 34 BauGB ein taugliches Instrument zur Nachverdichtung Münchens oder Tod der Münchner Gartenstädte?“ stellte Stephanie Hentschel als Frage in den Raum. Für sie ist klar, seit das Verwaltungsgericht im Jahr 2003 die Münchner Gartenstadtsatzung kippte, werden sukzessive die Grünflächen Waldtruderings weniger. Um 22.000 Einwohner ist die Bevölkerung des 15. Stadtbezirks in den letzten zehn Jahren gewachsen und beträgt nun 65.000. Nicht nur in großen Neubaugebieten, deren Bebauungspläne ausreichend Grünfläche vorsehen, haben sich die Menschen angesiedelt, sondern auch im Bestandsgebiet. Bebaut wird dort nach § 34. „Das Vorhaben muss sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen“, heißt es dort. Für Stephanie Hentschel bedeutet das, „Neubauten müssen sich an die bereits bestehende Umgebung anpassen“. Meist aber werde das Baurecht voll ausgeschöpft. „Es heißt, nur ein bisschen mehr. Aber ist immer ein bisschen mehr! Das muss die LBK (Lokalbaukommission) genehmigen!“ so Hentschel. Dem Neubau- und Nachverdichtungs-Wildwuchs könne man nur durch kleinteilige Bebauungspläne Einhalt gebieten und solche fordern Hentschel und der Truderinger Bezirksausschuss. Wenn es weitergehe wie bisher, „verlieren wir unser städtisches Grün“. Das Thema ist brandaktuell, denn die Einwohnerprognose Münchens geht bis zum Jahr 2030 von einem Wachstum um 151.000 Einwohner aus. Rechnet man dazu den gesteigerten Wohnflächenbedarf, dann müssen 116.000 neue Wohnungen gebaut werden, 57.000 davon nach § 34 BauGB.

Verkehr

„Die Nord-Süd-Achsen sind extrem belastet, der Parkdruck in den Wohnstraßen nimmt ständig zu, auch die Belastung der B 304 als tragender Ost-West-Achse steigt“, benannte Stephanie Hentschel die Problembereiche im 15. Stadtbezirk. Parallel zu dieser Entwicklung werde die Überquerung von Straßen immer gefährlicher. Klar habe sich der Truderinger Bezirksausschuss deshalb für die Variante 3 der Umfahrung Kirchtrudering ausgesprochen. Des Weiteren wünsche sich der BA Dialog-Displays an geeigneten Stellen und eine Lösung für das Fahrrad-Abstellchaos vor dem Truderinger Bahnhof.  

Schulversorgung

Kritisch sei die Schulversorgung in der Messestadt, die Astrid-Lindgren-Schule platze aus allen Nähten und der Schulbetrieb funktioniere nur noch, weil man ins benachbarte Förderzentrum ausweichen könne. Auch an den Grundschulen Feldberg- und Turnerstraße herrsche Raumnot, Räume für die Mittagsbetreuung fehlten. Erfreulich sei, dass die Grundschule in Riem nun endlich realisiert werde. Das ganztägige Angebot im Grundschulbereich liege in Trudering-Riem  mit 66 Prozent knapp unter dem Schnitt der Landeshauptstadt (69 Prozent). Leider sei die Mittagsbetreuung in Klassenzimmern teils die Regel, „Wir wünschen uns von der Landeshauptstadt die größtmögliche Hilfe in Form von geeigneten Räumen“, betonte Hentschel. Erfreulich sei, dass Trudering bald ein Gymnasium haben werden. Nun müssten Lösungen für die Schulwegproblematik gefunden werden. Noch fehle dem Stadtteil eine Realschule. Der BA habe einen Standort-Vorschlag gemacht. Nach innovativem Innsbrucker Vorbild solle die Schule auf dem Dach des künftigen Messestadt-Discounters platziert werden, stellte Hentschel die BA-Idee vor.

BA-Erfolge

Auch kleine Verbesserungen helfen. Im vergangenen Jahr konnte der Bezirksausschuss einen Behinderten-Sonderparkplatz am Moosfeld durchsetzen, sowie eine sicherere Regelung an der Kreuzung Schwablhofstraße/Wasserburger Landstraße und Maßnahmen zur Schulwegsicherheit erreichen.   Gabriele Mühlthaler

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