HALLO-Gespräch mit Jörg Göller, der die Idee hatte und das Projekt musikalisch auf die Beine stellen wird.

Trudering singt Carmina Burana

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Jörg Göller ist der Macher hinter dem Carmina Burana-Musikprojekt in Trudering.

HALLO im Gespräch mit Jörg Göller, dem Macher hinter dem Truderinger Carmina-Burana-Projekt.

Hallo: Herr Göller, wie sind sie darauf gekommen, die Truderinger Carl Orffs Carmina Burana singen zu lassen?

Göller: Die Idee hatte ich schon länger. Ich komme aus Freising, wo ich den Uni-Chor Weihenstephan geleitet habe. Ich machte damals schon mal die Carmina Burana mit Studenten. Das Casting an der Uni funktionierte,  das wird auch in Trudering klappen. Wir wissen ja nicht, wer kommt. Sind es viele erfahrene Sänger, sind es viele unerfahrene? Je nachdem werden wir Gruppen bilden.

Reicht die Bühne des Truderinger Kulturzentrums für dieses Monumentalwerk überhaupt aus, ist sie nicht zu klein?

Göller: Die Bühne kann verlängert werden, die Größe macht mir aber immense Probleme. Wir brauchen zwei Klaviere, das Schlagwerk. Ein Kinderchor muss untergebracht werden, dazu die vielen Chorsänger. Die Ursprungsidee war, ein Open Air zu machen. So ein Wagnis finanziert aber keiner. Das wäre wegen der technischen Ausrüstung sehr teuer. Es ist aber eine Supersache, dass das Kulturzentrum sofort Feuer fing für die Idee. Wir haben zwei Aufführungen, wahrscheinlich werden da fast so viele Mitwirkende wie Zuschauer sein!

Wie viele Leute können mitmachen? Wie viele müssen mindestens mitmachen?

Göller: Unter siebzig/achtzig brauchen wir nicht anzufangen. Das dürfte aber kein Problem sein, denn der Chor Chormäleon macht mit. Wie viele dabei sein können, weiß ich nicht. Ich kann nicht sagen, ob ich hundert auf die Bühne bringe.

 Werden sie die Vollversion der Carmina Burana aufführen oder die reduzierte Version des Orff-Schülers Wilhelm Killmayer?

Göller: Wir werden die Killmayer-Version nehmen, die dauert maximal 75 Minuten.

Beim offenen Singen kann jeder mitmachen. Können Sie da schon feststellen, ob jemand überhaupt die Töne halten kann und für die Mitwirkung geeignet ist?

Göller: Das zeigt sich schnell. Man fängt unbedarft an und steigert den Schwierigkeitsgrad nach und nach. Dann sieht man, wer mithalten kann. Ich nehme an, dass einige selbst merken, wenn es nicht geht, anderen muss man es sagen. Da ist Fingerspitzengefühl gefragt! Es wäre kein Problem, wenn wir mehr Platz hätten. Dann könnten wir alle einsetzen, die Schwächeren beispielsweise im „O Fortuna“.

Sie brauchen auch Instrumente, wer wird die spielen?

Göller: Zwei Schüler des Kreativ Musikforum werden die Klaviere spielen. Für das Schlagzeug muss ich einen Studenten der Musikhochschule nehmen, es gibt sonst niemanden.

Und was ist mit den Solo-Partien, wer wird die singen?

Göller: Es sind erfahrene Sänger, aber keine Vollprofis. Wir werden, so weit möglich, keine Berufsmusiker einsetzen. Das würde wenig bringen, der Übergang zwischen Profis und Laien wäre zu groß. Das muss man selbst schaffen. Ich glaube, Carl Orff wollte mit der Carmina Burana die Massen ansprechen. Es sind ganz wenige wirklich schwierige Sachen dabei. Es ist wie Volksmusik, die Orff in moderne Form gefasst hat. Die Höhen beispielsweise sind Wahnsinn, die Leute können da an ihre Extreme geführt werden.

Was ist mit Noten? Erhält die jeder Mitwirkende? Und was ist mit den Leuten, die nicht nach Noten singen können?

Göller: Wir bekommen fürs offene Singen Noten von der Edition Schott und können zurückgeben, was wir nicht brauchen. Für Leute, die nicht nach Noten singen können, gibt es heute viele Möglichkeiten: Man kann sich die Carmina besorgen auf CD, aus dem Internet. Die Leute sollten sich auf das offen Singen über Hören vorbereiten, auch damit sie erkennen, ob sie mit dieser Musik etwas anfangen können.

Wir danken für das Gespräch und wünschen viel Erfolg.

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