Neues Scheibenkreuz und neue Friedhofsmauer in Keferloh eingeweiht

Geschichte zum (be)greifen

+
Prälat Josef Obermaier weihte das Scheibenkreuz in der Keferloher Kirche St. Aegidius.

Anlässlich des Patroziniums der Kirche St. Aegidius in Keferloh weihte Prälat Domkapitular Josef Obermaier das vergoldete Scheibenkreuz, eine Arbeit der Künstlerin Annette Zey, als weiteres Detail der fortschreitenden Sanierung der altehrwürdigen Kirche.

Nicht wie bei Kelten und Germanen üblich aus einem Stück, sondern vielmehr aus vielen kleinen Teilen ist das Scheibenkreuz zusammengesetzt, betonte Josef Obermaier bei der Weihe. Viele kleine unsymmetrisch angeordnete rechteckige Rähmchen bilden die Scheibe, auf der das Kreuz aufgebracht ist. Scheibenkreuze findet man bereits früh als christliches Symbol als Zeichen des Licht und des Lebens. Anschluss an die Weihe conzelebrierten Domkapitular Obermaier und der päpstl. Prälat Heribert Schmitz den Festgottesdienst in St. Aegidius.

In seiner Predigt ging Domkapitular Obermaier auf eine weitere Besonderheit von St. Aegidius ein: Die neue Kirchenmauer – ein wichtiges Element, das die Kirche und den Friedhof umfasse, und den Gläubigen Schutz gewähre. Im Gegensatz zu anderen Religion gehörten im Christentum Leben und Tod zusammen; Lebenden und Tote werden in der Liturgie gemeinsam genannt, sie sind eine Gemeinschaft vor Gott. Der Kirchgang bedeutete früher nicht nur die Teilnahme an der Messe, sondern auch, dass man „aufs Grab“ der verstorbenen Angehörigen ging, betonte Obermaier. Beispielsweise hätten die Römer – wie viele andere antike Völker – ihre Toten vor der Stadt begraben, um feindliche Truppen durch die Konfrontation mit dem Tod abzuschrecken.

Einen eigenen Friedhof bei der Kirche zu haben, war ein Privileg, erläuterte Obermaier weiter. In der Regel war dies nur Pfarrkirchen oder Klöstern gestattet. Gesellschaftlich hochstellte Persönlichkeiten wie Könige, Fürsten oder Äbte hatten das Privileg in einer Kirche bestattet zu werden. Dass es zwei Familien in Keferloh gestattet wurde, ihre Angehörigen bei der Kirche St. Aegidius zu beerdigen, sei außergewöhnlich und sicher sei hierin auch der Grund zu sehen, dass zu Zeiten der Säkularisierung eben diese Familien die Kirche gekauft hätten.

St. Ägidus hat mittlerweile auch seine achteckige Friedhofsmauer wieder. Zuvor wurde das Erdreich, das sich im Laufe der Jahrhunderte angesammelt hatte, um rund 50 cm abgetragen und die dort Bestatteten behutsam umgebettet. Danach wurde die massive, mit Lärchenschindeln gedeckte Friedhofsmauer errichtet. Wer einen Bezug zu Keferloh hat, könnte hier beerdigt werden. Auf den neuen Gräber, so sind sich die Förderer einig, sollen Metallkreuze stehen. – A.R. – 

Auch interessant:

Meistgelesen

Was passiert bei einem neuen Lockdown?
Was passiert bei einem neuen Lockdown?
Freud und Leid des Truderinger Filmemachers Thomas Schwendemann
Freud und Leid des Truderinger Filmemachers Thomas Schwendemann
Pressekonferenz zum neuen Sommerprogramm
Pressekonferenz zum neuen Sommerprogramm
Christa Gebel, die Gründerin der Ungarnhilfe Haar, ist mit 95 Jahren verstorben
Christa Gebel, die Gründerin der Ungarnhilfe Haar, ist mit 95 Jahren verstorben

Kommentare