Vaterstettens 1. Bürgermeister zum Jahreswechsel

Ein Schaltjahr mit vielen Weichenstellungen

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Robert Niedergesäß, Bürgermeister der Gemeinde Vaterstetten.

Grußwort von Robert Niedergesäß, Erster Bürgermeister der Gemeinde Vaterstetten, der sich auf ein ereignisreiches Jahr 2013 vorbereitet.

2012 war ein Schaltjahr, ein Jahr mit einem Tag mehr als ein normales Jahr hat. Viel mehr zusätzliche Tage bräuchte man eigentlich, um all das bewältigen zu können, was man privat und beruflich alles erledigen wollte und sollte. Am Ende fehlt immer die Zeit und das obwohl die Entwicklung der Technik und der elektronischen Medien so vieles ermöglicht und beschleunigt hat, die Zeit damit effektiver genutzt werden könnte - so meint man es zumindest. Doch wird es nicht weniger und einfacher, sondern eigentlich mehr und komplizierter. So viel Beschleunigung im Leben benötigt auf der anderen Seite auch ein Stück Entschleunigung, Innehalten und auch Zurückblicken, damit man sich das Geleistete auch wieder einmal vor Augen führt und nicht vergisst.

Das Vaterstettener Schaltjahr war wieder einmal ein sehr ereignisreiches Jahr, ob politisch oder gesellschaftlich, es war vieles geboten. So haben zahlreiche Vereine innegehalten und zurückgeblickt: die Vaterstettener Autoteiler auf 20 und der TSV Vaterstetten sogar auf 50 erfolgreiche Jahre. Die Partnerschaft der katholischen Kirche Vaterstetten mit Peru wurde 40. Diese drei Institutionen stehen stellvertretend für das so bedeutende ehrenamtliche Engagement in unserer Gemeinde, das Fundament unseres lebendigen Vaterstetten. Unsere lebendige Partnerschaft mit Allauch feierte das ganze Jahr ihr 30-jähriges Bestehen, ein gelebtes Stück Völkerverständigung und Europa der Bürger! Die Bücherei feierte den 40. Geburtstag, die Pfarrbücherei konnte sogar auf 60 Jahre zurückblicken.

Wichtige Entscheidung auf den Weg gebracht

Für die Zukunft unserer Gemeinde konnten wir 2012 wichtige Entscheidungen voranbringen, sie alle lückenlos aufzuzählen, wäre an dieser Stelle weder möglich noch angebracht. Der Gemeinderat hat aber auch 2012 wieder sehr konstruktiv zum Wohle der Gemeinde zusammengearbeitet. Im März konnten wir nach einem gut zweijährigen Prozess fast einstimmig unser Gemeindeentwicklungsprogramm (GEP) verabschieden, ein Fahrplan für die Zukunft, ein Kompromiss und Schlussstrich unter eine siebenjährige und teils sehr kontroverse Debatte über die bauliche Entwicklung unserer Gemeinde. Auch die Flächen der Gemeinde können nun entwickelt werden, sie dienen auch zur Schaffung von vergünstigtem Wohnraum und ebenso zur Finanzierung wichtiger Infrastrukturprojekte. 

Platz für Kinder

Im Mai konnten wir mit dem Bau unseres Krippenhauses in Vaterstetten beginnen. 60 neue Krippenplätze stehen ab Herbst 2013 unseren jungen Familien in einem ökologisch geplanten Passivhaus zur Verfügung. Die nächste Einrichtung in der alten Brennerei in Weißenfeld ist schon auf dem Weg, auch hier sollen erneut 60 neue Krippenplätze geschaffen werden. Im Juli haben wir einstimmig den Neubau der Grund- und Mittelschule neben dem Jugendzentrum beschlossen, ein modernes Schulzentrum für unsere Kinder. Auch die Zukunft der Schule an der Wendelsteinstraße behalten wir im Auge, die betroffenen Eltern sollen hier in Zukunft mitentscheiden, ein friedvolles Ende einer teils sehr hitzigen Sommerdiskussion! Ebenso haben wir noch vor der Sommerpause den Fahrplan für die Ortsumgehungen von Weißenfeld und Parsdorf auf den Weg gebracht. Eine weitestgehend einvernehmliche Trassenführung (die im Dezember noch eine weitere Variante erfahren hat) soll nun im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens der Umsetzung nahegebracht werden.

So ging es nach der Sommerpause mit voller Kraft weiter. Das EU weite Dialogverfahren für unser neues Ortszentrum mit Rathaus, Bürgersaal und Bücherei sowie einem attraktiven Nahversorgungszentrum in Vaterstetten ging in eine entscheidende Phase. Die drei beteiligten Bieter haben ihre städtebaulichen Planungskonzepte der Öffentlichkeit vorgestellt. Bis Mitte 2013 soll dann feststehen, welcher Entwurf umgesetzt werden wird. Eine große Chance für die Gemeinde - endlich ein lebendiges Zentrum, und das Ganze ohne Neuverschuldung! Unser geplantes Gewerbegebiet in Parsdorf sorgte dieses Jahr für Turbulenzen im Umland, über die Hintergründe mag man sich so seine Gedanken machen. Am Ende steht fest - und der Gemeinderat hat dies im Dezember so bestätigt: das Gewerbegebiet kommt, es wird nicht kleiner, sondern in einem Teilbereich nur anders. Die nächsten Planungsschritte sind in vollem Gange. Die Firma Feinkost Kugler kann ca. Ende Mai mit dem Bau ihres neuen Produktionssitzes beginnen.

Auch andere wichtige Projekte sind vorangekommen. In einem Workshopwochenende haben wir im Zuge des demographischen Wandels ein Konzept für unsere Senioren entwickelt. Die Polizeistation hätte ganz geschlossen werden sollen, wir haben dies verhindert: sie bleibt als Polizeiwache mit reduzierten Öffnungszeiten. Für das Mehrgenerationenhaus (MGH) und das Jugendzentrum (JUZ) haben wir einen neuen Weg unter einem Dach bereitet. Der Kletterwald als sympathische Sport- und Familieneinrichtung wird kommen, die naturschutzfachlichen Voraussetzungen sind gegeben. Der Klimaschutzlehrpfad im Parsdorfer Hartholz ist bereits im Bau, ein Modellprojekt des Freistaats Bayern. Beim Thema Windenergie gehen die Planungen zur Schaffung sinnvoller und verträglicher Standorte voran und bei der Geothermie werden wir Anfang 2013 der Öffentlichkeit endlich ein finanziell tragfähiges Konzept vorlegen können. Und zu guter letzt: unsere Gemeindefinanzen sind auf einem guten Weg! 2013 wird nach 2011 und 2012 im dritten Jahr in Folge die Verschuldung effektiv abgebaut werden können, ein wichtiger Beitrag für unsere Zukunftsfähigkeit.

Auf dem Weg in die Zukunft

Alles in allem sind wir gut vorangekommen auf dem Weg in Zukunft, viele wichtige Projekte haben entscheidende Hürden genommen und gehen in die Umsetzung. Bei anderen Themen wie z.B. dem Hallenbad oder Räumlichkeiten für die vhs und Musikschule sind wir gefordert, im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten kreative Zukunftslösungen zu erarbeiten. Ich bin zuversichtlich, dass uns dies gelingen wird und insofern wird uns in Gemeinderat und Verwaltung auch 2013 mit Sicherheit nicht langweilig werden! Auch den HALLO-Lesern wünsche ich ein abwechslungsreiches, gesundes, glückliches und eben nicht langweiliges Jahr 2013!

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