Drei Kommunen + eine Privatinvestorgruppe = GVZ

Aus fünf Aspiranten werden drei Partner

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Die mögliche Struktur für die GVZ-Geothermie präsentierte Thomas Reif (kleines Bild).

Grünes Licht gaben die Ratsgremien aus Grasbrunn, Vaterstetten und Zorneding jetzt in einer gemeinsamen Sitzung  für die Aufnahme von Vertragsverhandlungen mit der Firmengruppe Exorka/Geysir/Daldrup zur Nutzung der Geothermie. 

Das Projekt soll in zwei Gesellschaften – Produktion und Vertrieb – durchgeführt werden, zwischen denen ein langfristiger Wärmelieferungsvertrag abgeschlossen werden soll. Wenn alles nach Plan läuft könnte bereits ab 2015 die erste Wärmelieferung erfolgen.

„Wir haben einen langen, steinigen Weg hinter uns“, so Vaterstettens Bürgermeister Robert Niedergesäß. Zunächst hatte sich Grasbrunn 2006 um die Sicherung des Claims gekümmert und dann Vaterstetten mit ins Boot genommen. Im Februar 2009 ergab eine  Machbarkeitsstudie, dass man mit rund 100 Grad warmen Thermalwasser rechnen könne, und rund 75 Liter/Sekunde gepumpt werden könnten. Ein paar Wochen später zeigte Haar vorsichtig Interesse an die erneuerbaren Energie, was Vaterstetten und Grasbrunn damals nur recht war. Doch das geschätze Investitionsvolumen von rund 240 Mio. Euro, wenn auch im Endausbau, wäre von den drei Kommunen nicht zu stemmen gewesen. Mitte 2010 erfolgt die Absage von Haar und etwa zeitgleich sprachen Vaterstettens und Zornedings Bürgermeister Robert Niedergesäß und Piet Mayr bei einem gemeinsamen Mittagessen über die Geothermie. Zorneding überlegte sich damals ebenfalls eine Claimsicherung, hatte aber zudem Zeitpunkt noch den Markt Kirchseeon als Partner mit im Boot. Da es mit Kirchseeon nicht richtig vorwärts ging und das Thermalwasser durch den Gasspeicher bei Wolfersing nicht die gewünschte Temperatur hatte, entschloss sich Zorneding mit Grasbrunn und Vaterstten zusammen zu arbeiten.

Über zwei Jahre lang sprach man mit möglichen Investoren, von denen die meisten – wie es jetzt heißt – nur auf schnelle und möglichst hohe Renditen aus waren. Dies stand im Widerspruch zur Absicht der Gemeinden, den Bürgern langfristig bezahlbare Wärme zu liefern. Seit März 2012 verhandelte man mit der Geysir-Gruppe Investoren und schrumpfte das Projekt auf eine praktikable Anfanglösung: Bohrung, Energiezentrale und sechs Bauabschnitte zu 60 Mio. Euro. 

Eigentlich wäre für Grasbrunn und Vaterstetten die Erlaubnis zur Aufsuchung von Erdwärme nach Verlängerung Mitte 2012 erloschen. In Absprache der drei Kommunen und um den westlichen Teil des Zornedinger Claims erweitert sichert man sich erneut die Erlaubnis zur großräumigen Aufsuchung von Erdwärme im Bereich Grasbrunn-Vaterstetten-Zorneding. Das bayerische Wirtschaftsministerium erteilte im Oktober 2012 die Genehmigung; die Grundlage für die GVZ gelegt.

Seit März 2012 finden Gesprächen mit der Geysir-Gruppe und ihrem Geschäftsführer Curd Bems statt. Nach Aussage der Bürgermeister ist Bems der erste Investor der nicht in kurzer Zeit hohe Renditen erwartet. Für Bems, ein Seiteneinsteiger in Sachen Geothermie, ist es erklärtes Ziel, die Erdwärme zu nutzen und die Gewinnung der Geothermie zu optimieren. Dass dabei die Wirtschaftlichkeit im Focus steht, ist für ihn zwangsläufig, wenn die Bürger eine bezahlbare Wärme bekommen sollen. Bei der jetzt angedachten Projektstruktur behält er mit seinen Partnern das Heft des Handelns in der Hand. Vor Vertragsabschluss werden die Ratsgremien erneut informiert. – A.R. – 

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