Schäden durch Sturm

So hat das Unwetter am Wochenende über München gewütet

Engel auf Abflug: In Haidhausen drohte eine Himmelsfigur abzustürzen.
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Engel auf Abflug: In Haidhausen drohte eine Himmelsfigur abzustürzen.

München - Bäume auf den Straßen und Gehwegen, vollgelaufene Keller, Unfälle und ein Engel kurz vor dem Abflug: Ein schweres Unwetter hat am Wochenende in München für Chaos gesorgt.

Feuerwehr und Polizei waren in der Nacht von Freitag auf Sonntag im Dauereinsatz: Eine heftige Gewitterwalze mit Starkregen und Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 135 Stundenkilometern ist über München gezogen. Zu 136 zusätzlichen Einsätzen wurde die Feuerwehr alarmiert und auch die Polizei rückte über 130 Mal aus. Dazu kamen bei der Polizei über 40 Einsätze, die von Fehlalarmen von Alarmanlagen ausgelöst wurden.

Engel vor dem Abflug

Besonders ungewöhnlich war ein Einsatz der Feuerwehr in Haidhausen: Dort stand ein goldener Engel kurz vor dem Abflug. Der Himmelsbote war in der Versailler Straße in etwa 45 Meter Höhe auf einem Kirchturm in Schieflage geraten. Die etwa 2,20 Meter hohe Kupferfigur knickte mittig ab und drohte auf den Boden zu stürzen. Die Feuerwehr versuchte zunächst, die Statue mit der Hubrettungsbühne und der Drehleiter zu stabilisieren war - was aber nicht gelang. Schließlich beschloss der Einsatzleiter den abgeknickten Teil des Engels entfernen zu lassen. Die Höhenrettungsgruppe rückte an. Die Spezialisten für schwierige Arbeiten in der Höhe entfernten das zu fallen drohende Stück des Engels und seilten es mit einem Seilzug auf den Boden ab. So konnte der Höhenflug des Engels gestoppt werden - vom Kirchturm geht keine Gefahr mehr aus. Bei diesem Einsatz gab es - außer dem Engel - keine Verletzten.

In Aubing hatte der Sturm den Maibaum in Schieflage gebracht. Er war in seiner Verankerung verrutscht. Gemeinsam richteten Burschenverein und Feuerwehr den Baum wieder gerade aus, so dass keine Gefahr mehr bestand. Lange wird der Maibaum aber nicht mehr stehen. Am 28. Oktober legne die Burschen den Baum um und versteigern ihn. 

Unfälle wegen Ampelausfall

Auch die anderen Einsätze gingen zumindest was die Verletzungen angeht meist glimpflich aus. Die Feuerwehr meldet keinen einzigen Personenschaden, die Polizei berichtet von zwei Unfällen mit Verletzten. Gegen 22 Uhr fiel die Ampelanlage an der Kreuzung Humboldtstraße und Pilgersheimer Straße aus. Ein 39-jähriger Münchner fuhr mit seinem Mini auf der Pilgersheimer Straße und musste wegen der nun geltenden Verkehrszeichen die Vorfahrt gewähren. Zur gleichen Zeit war eine 31-jährige Münchnerin mit ihrem Opel auf der Humboldtstraße unterwegs. Im Kreuzungsbereich stoßen beide Fahrzeuge zusammen. Dadurch verletzte sich der 39-Jährige leicht. Die 31-Jährige und ihr 46-jähriger Beifahrer blieben unverletzt. Beide Autos waren nicht mehr verkehrstüchtig und mussten abgeschleppt werden. 

Nur wenig später gegen 23.20 Uhr kam es an der Kreuzung erneut aufgrund des Ampelausfalls zu einem Verkehrsunfall. Wieder übersah ein 38-jähriger Toyota-Fahrer aus Dachau die Vorfahrt einer 30-jährigen Münchnerin, die mit ihrem Audi auf der Humboldtstraße fuhr. Dieses Mal wurden sowohl der Unfallverursacher als auch die Audi-Fahrerin und deren 32-jährige Beifahrerin verletzt. Der Rettungsdienst brachte alle in ein Münchner Krankenhaus. Die beiden stark beschädigten Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden. Die Feuerwehr reinigte die Straße von ausgelaufenen Stoffen. 

Viele Bäume und ein Kran stürzen um

Viele Verkehrsbehinderungen entstanden außerdem durch umgestürzte Bäume, heruntergefallene Äste und andere Gegenstände, die auf Straßen, Gehwege und geparkte Autos fielen.

Gegen 22 Uhr stürzte in der Neuherbergstraße außerdem wegen der starken Sturmböen ein Lastenaufzugs um. Dieser reichte bis zum achten Stockwerk eines Mehrfamilienhauses. Durch das Umkippen entstanden an der Fassade des Hauses an drei Stellen Schäden. Der Aufzug fiel durch den Sturz direkt vor den Hauseingang vor eine Rollstuhlrampe. Zum Glück wurde dabei niemand verletzt. Die Feuerwehr konnte den Lastenaufzug teilweise zerlegen und den Hauseingang frei räumen.

In Putzbrunn stürzte zudem ein Baum auf ein Hausdach. Er wurde mit Hilfe eines Krans beseitigt. Auch im Häherweg in Trudering-Riem hat der Strum einen Baum entwurzelt. Die rund 25 Meter hohe Birke verlor den Halt und drückte ebenfalls gegen ein Hausdach. Auch hier rückte die Feuerwehr mit Kran und Drehleiter an, um den Baum abzuschneiden und sicher auf den Boden zu bringen. Es gab ebenfalls keine Verletzte.

Bahnverkehr komplett gesperrt

Umgestürzte Bäume auf den Gleisen waren unter anderem auch der Grund, warum der Bahnverkehr in Ost- und Südbayern komplett gesperrt werden musste. Für 20 Minuten ging nichts mehr. Einige Reisende mussten danach noch stundenlang in der S-Bahn ausharren: Der Zug war mit einem umgefallenen Baum zusammengestoßen, die Bergung zog sich hin.

Autos in Überführungen und überschwemmte Keller

Zu diesen Vorfällen kamen viele weitere Einätze, zu denen Feuerwehr und Polizei ausrücken mussten: Autos, die in einer überschwemmten Unterführung feststeckten, oder überschwemmte Keller beschäftigten die Helfer beispielsweise. Die Münchner Feuerwehr wurde zusätzlich zu den Einsätzen im Stadtgebiet noch zu etwa 80 weiteren Notfälle im Landkreis München hinzugezogen. Außerdem wurden mehrere Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr zur Überlandhilfe ins Umland alarmiert. Der Großraumrettungswagen wurde Beispielsweise zur Unterstützung in Bad Aibling und in Übersee angefordert. Die Hilfe der Münchner Feuerwehrler wurde dort aber letztlich doch nicht benötigt.

C. Schuri

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