Außergewöhnliche Museen

Skurriles Sammelsurium

Gemäldegalerien und Skulpturenparks sind die gängigsten Museen.  Was die Münchner noch so alles ausstellen, lesen Sie in Hallo München – eine Auswahl.

20 Monate war Anja Neumann (Foto) alt, als bei ihr Diabetes Mellitus diagnostiziert wurde. Seither sammelt ihr Papa Werner Neumann alles, was mit der Zuckerkrankheit zu tun hat. „Ich war durch die nicht spürbaren Fortschritte der Pharmaindustrie frustriert“, erzählt er, „und so habe ich angefangen, alles zur Geschichte der Krankheit zusammenzutragen“. Rund 5000 Exponate sind mittlerweile zusammenkommen und in dem kleinen Museum an der Veldener Straße 136 in Pasing zu sehen, darunter ein Insulinbesteck von 1946, eine Keksdose aus Blech von 1920 oder die erste Insulinpumpe der Welt von 1981 (detaillierte Infos unter www.diabetesmuseum.de). Nur eines von vielen außergewöhnlichen Museen in München, die auch mit Sonderausstellungen wie jetzt im Kartoffelmuseum punkten: Hier eine Auswahl, was alles ausgestellt wird. 

Michael Ende-Museum

Momo, Jim Knopf und Die Unendliche Geschichte sind nur drei Kinderbuch-Klassiker, die Michael Ende (1929-1995) geschrieben hat. Über den Autor gibt es im Schloss Blutenburg ein Museum. Dort sind neben sämtlichen Werken auch persönliche Gegenstände wie Fotos, Briefe und Möbel zu bewundern. Darunter befindet sich ein Bauernschrank (Foto), den Michael Ende zum zehnten Geburtstag von seinem Vater, dem Maler Edgar Ende, geschenkt bekommen hat. Die Exponate stammen aus einer Schenkung Endes Witwe Mariko Sato-Ende. Seit 1998 können die Münchner sich das Museum anschauen. 

Michael Ende-Museum, Schloss Blutenburg, Öffnungszeiten: mittwochs bis sonntags 14 bis 17 Uhr, 

Eintritt ist für Kinder frei, Erwachsene zahlen einen Euro 

Kartoffelmuseum

Knödelfresser-Uhr, Kartoffeltelefon und Bilder – von Heinrich Zille bis Wilhelm Busch sowie Max Liebermann und Jörg Immendroff – sind im Kartoffelmuseum zu bewundern. „Wir sind die einzige Kartoffel-Pinakothek auf der Welt“, sagt Museumsleiterin Barbara Kosler.  Rund 300 Objekte sind in den Räumen ausgestellt, darunter auch ein Tongefäß in Gestalt des Kartoffelgotts  Axomama. Zu sehen sind auch Sonderaustellungen, derzeit zeigt Künstlerin Huyen Tran Chau geschnitzte Kartoffelkunstwerke, wie den Frühlingsgruß aus bunten Kartoffeln (Foto).

Kartoffelmuseum, Grafinger Straße 2, Öffnungszeiten: montags bis freitags 9 bis 18 Uhr, samstags: 11 bis 17 Uhr, (über Ostern geschlossen), Eintritt frei, Infos unter www.kartoffelmuseum.de 

Pfefferminzmuseum

Früher war Eichenau als Pfefferminz-Anbaugebiet in ganz Europa bekannt – das ist lange her. Das einzige Pfefferminzmuseum der Welt, für das sogar noch Minze angebaut wird (Foto: Andreas Wenger vom Förderverein baut noch die original Eichenauer Mitcham-Minze an), informiert über Anbau, Ernte und Trocknung der Pfefferminze. 

Pfefferminzmuseum, Parkstraße 43, Eichenau, Öffnungszeiten: sonntags von 14 bis 16 Uhr, 

Eintritt frei, Infos unter www.minzmuseum.de

Sanitätsmuseum

Über 60 Jahre alte Schwesternkleidung und ein wertvoller Orden sind im Sanitätsmuseum zu sehen. „Den hat König Ludwig III. einer Rot-Kreuz-Schwester im ersten Weltkrieg verliehen“, sagt Volker Schneider, der 1999 das Museum gegründet hat. „Ich konnte einfach nichts wegschmeißen“, sagt er und so haben sich mittlerweile rund 3000 Objekte angesammelt. Darunter ein weiteres Highlight: „Wir haben das Originalbild von 1927 vom ersten Autounfall in München im Forstenrieder Park.“ (Foto)

Sanitätsmuseum, Boschetsriederstraße 33, Besichtigung unter Telefon (0172) 8 25 05 77 vereinbar 

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