Schluss mit Leerstand: Künstler nutzen Räume der Bücherei – auf Zeit

Er bringt Giesing zum Leuchten

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Matthias Stadler (li.) und seine Kollegen bringen mit dem Kulturtreff Flo** Musik, Lichtinstallationen und jede Menge bunte Ideen an den Tegernseer Platz.
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Matthias Stadler und Gottfried Weber-Jobe hauchen der ehemaligen Stadtteilbibliothek am Tegernseer Platz neues Leben ein. Mit Lichtinstallationen, Musik, Kunstausstellungen und Workshops bringt ihr Projekt „Flo**“ die Räume zum Leuchten – mindestens bis März.

Buchstaben flimmern auf der Wand, warmes Licht taucht den Raum in ein tiefes Rot, Jazz klimpert aus den Boxen. Dazwischen sitzt Matthias Stadler und bläst Luftballons auf. Deko für die nächste Veranstaltung, die am kommenden Sonntag stattfindet. Die erste große für das Team des Kulturprojekts Flo** in Giesing.

„Vergangene Woche haben wir erst den Mietvertrag unterschrieben“, sagt Stadler sichtlich zufrieden. Damit steht für mindestens drei Monate fest: Der 31-Jährige und seine vier kreativen Mitstreiter können die Räume der ehemaligen Stadtteilbibliothek am Tegernseer Platz für ihr Flo** nutzen – gesprochen wird es Flo-Stern-Zwei. Ihr Konzept ist denkbar einfach: Die Künstlergruppen TamTam und Atelier Held organisieren Lesungen, Ausstellungen, Musikabende, ein Kunst- und Kulturprogramm und immer wieder etwas Neues. Zu sehen gibt es Lichtinstallationen, die über Wände und Tische flimmern, an der Bar gibt es Kaffee oder Bier. Wer mag, kann unter einer Lichtprojektion Tischtennis spielen. Kommenden Sonntag, 18. Dezember, 11 bis 20 Uhr, soll die erste große Aktion stattfinden, eine Art Kunst-Auktion. „Jeder kann seine eigenen Kunstwerke mitbringen“, sagt Stadler. Die sollen erst ausgestellt und dann versteigert werden. Das ist erst der Anfang: Ideen hat der 31-Jährige jede Menge. Workshops soll es geben, bei denen gemalt, gebastelt und gewerkelt wird. Eine Vortragsreihe, bei der Sammler ihre Sammlungen vorstellen – kurzum: „Wir wollen der Underground-Kultur einen Raum geben.“ Das Konzept ist schon einmal aufgegangen. Nämlich in Pasing: Dort haben die Kreativen das Flo* schon einmal betrieben – damals mit nur einem Stern, eine Zwischennutzung für das Gebäude von der Pappschachtel, das abgerissen wurde. Nach zweieinhalb Monaten war dort Schluss. Zumindest für die Künstlergruppen also ideal, dass am Tegernseer Platz seit einiger Zeit die früheren Räume der Stadtteilbibliothek leer stehen.

Mit ihren Vorbereitungen sind sie im Endspurt: Gerade haben sie noch eine Wasserleitung zur Bar angeschlossen, die Kaffeemaschine ist angekommen und sie hämmern an den letzten Möbelstücken.

Ihre Eröffnungsaktion zu Sankt Martin hat schon einige Besucher ins Flo** gelockt, am Wochenende sollen es mehr werden. Finanziert wird das Kulturprojekt vor allem über Förderungen von der Stadt und den Gastroservice, den die Künstler anbieten. Damit die Zusammenarbeit mit den Giesingern klappt, will Stadler künftig jeden Mittwoch eine Sprechstunde veranstalten: Dann kann jeder mit seinen Ideen und Vorschlägen zu ihm kommen. Hanni Kinadeter

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