Seit drei Jahren kein fester Mietvertrag: Kindergarten bangt um Existenz 

Ofen aus im Hexenhaus?

Zwischen Isarhochufer und Perlacher Forst, an dem Weg mit dem märchenhaft klingendem Namen Wunderhornstraße, steht Harlachings „Hexenhäuschen“. Rund 60 Zwergerl gehen dort in den Kindergarten „Hänsel und Gretel“ – aber die Zukunft der Einrichtung ist bedroht. „Unser Mietvertrag läuft Ende Juni aus, dann stehen wir auf der Straße“, sagt Leiterin Katrin Fromm.

Eigentlich will der derzeitige Eigentümer, die städtische Gottfried- und Lina-Fischer-Stiftung, das 80 Jahre alte Haus an das Referat für Bildung und Sport (RBS) übertragen. Doch der Verkauf zieht sich seit 2008, noch immer ist nichts entschieden. „Wir können uns nicht mehr auf bloße Worte verlassen, wir brauchen endlich eine schriftliche Zusage, dass wir bleiben dürfen“, sagt Fromm.

50 Jahre gibt es den Kindergarten schon, seit zwei Jahrzehnten spielen die Zwergerl in dem rund 260 Quadratmeter großen Haus mit Garten. Als der Stadtrat 2008 beschloss, alle Stiftungen auf Rentabilität zu prüfen, stand „Hänsel und Gretel“ schon einmal vor dem Aus: Weil der Kindergarten keinen Profit abwirft, überlegte die Gottfried- und Lina-Fischer-Stiftung, das Haus zu verkaufen. „Wir sind in die Offensive gegangen, haben Medien und Bezirksausschuss ins Spiel gebracht“, sagt Fromm. Der Plan ging auf: Die Städtische Stiftungsverwaltung zeigte sich bereit, das Gebäude an das RBS zu verkaufen – damit der private, von der Stadt bezuschusste Kindergarten im Hexenhäuschen bleiben kann.

Parallel dazu bemühte sich Landtagsabgeordnete Julika Sandt (FDP) um Denkmalschutz für das Haus, um es so vor dem Abriss zu schützen – mit Erfolg. „Zu diesem Zeitpunkt stand aber bereits ein Termin für die Übertragung an das RBS fest“, sagt Fromm. „Natürlich wollte das RBS daraufhin den Preis neu verhandeln, da das Gebäude wegen des Denkmalschutzes an Wert verloren hatte.“ 

Diese Verhandlungen laufen seit 2010. „Ich verstehe ja, dass so etwas Zeit braucht. Aber drei Jahre?“ Katrin Fromm ist wütend, braucht endlich Planungssicherheit. Das RBS beschwichtigt: „Das Hauptziel ist der Erhalt der Betreuungsplätze“, sagt ein Sprecher. „Aber wir müssen jetzt erst einmal die juristischen und finanziellen Möglichkeiten mit den Betroffenen klären.“

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